Ein wichtiger Termin steht bevor. Im Stau bewegt sich gefühlt nichts in irgendeine Richtung. Die Zeit läuft, langsam bilden sich auf der Stirn erste Schweißtropfen. Wie genial wäre es, jetzt einfach mit dem Auto aus dem Stau abzuheben und entspannt und nicht verschwitzt beim Termin anzukommen?

Mit einem Gyrokopter ist das schon jetzt möglich, zumindest wenn man einen Flugschein besitzt und 300.000 Euro dafür übrig hat. Pal-V Liberty ist das erste serienmäßige Flugauto, produziert in den Niederlanden. In der Luft funktioniert der Gyrokopter ähnlich wie ein Helikopter. Am Boden wird Pal-V zu einem Dreirad, das bis zu 160 Stundenkilometer fahren kann. Einziger Nachteil: Bisher darf das Flugauto nur auf Flugplätzen starten und landen, was natürlich die Nutzung im Alltag erschwert.

Eine andere Alternative, den Verkehr auf den Straßen zu umgehen, ist der Weg übers Wasser. Das französische Startup Seabubbles hat ein Gefährt entwickelt, das wie ein Boot im Wasser gleitet, aber auch über Tragflächen aus dem Wasser herausgehoben werden kann, um die Energieeffizienz zu optimieren. Bald soll es auch ein autonomes Gefährt geben. Die ersten Vorbestellungen für das Seabubble-Taxi sollen schon im Sommer 2019 ausgeliefert werden.

Zukunftsfester Transport

Doch nicht nur futuristisch anmutende Gefährte wie der Gyrokopter oder Seabubbles werden die Art verändern, wie wir uns fortbewegen. Auch die Welle der E-Bikes und Kickscooter, die erst die amerikanischen und dann die europäischen Großstädte erreicht haben, verändern schon jetzt die Art, wie wir von A nach B gelangen. Die Roller-Startups wie Bird und Lime aus den USA oder Tier Mobility aus Europa sammeln gerade Investitionen in Höhe von Millionen ein. Grund genug, sich dieses Rollerbusiness etwas genauer anzuschauen.

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Der Gyrokopter Pal-V wird am Boden bis zu 160 km/h schnell. Foto: Pal-V

Und wenn die Straßen bald voll sein werden mit Fahrrädern und Rollern – was ist dann eigentlich mit den Autos? Werden sie zunehmend aus den Innenstädten verschwinden? Manche Städte halten ihre Innenstädte bereits autofrei – so wie etwa Pontevedra in Nordspanien. Seit fast 20 Jahren gibt es im mittelalterlichen Stadtzentrum keine Autos mehr. Auch in Gent in Belgien ist das ganze Stadtzentrum autofrei. Angesichts der herausfordernden Zukunftsprognosen und hausgemachter Krisen wie dem Diesel-Skandal sind die deutschen Autobauer, nach Jahren des Zögerns, mittlerweile regelrecht gezwungen, neue Wege zu gehen.

Dieser Artikel erschien in abgeänderter Form zuerst in der Berlin Valley Nr. 32.