Matthias, was ist eure Aufgabe im Digital Hub Logistics?

Matthias Parlings: Der Hub entwickelt ein neues Konzept zur Zusammenarbeit mit Logistik-Unternehmen. Wir arbeiten mit Startups und mit Teams aus etablierten Unternehmen, die bei uns innovative Konzepte entwickeln können. 2017 haben wir zum ersten Mal den Digital Logistics Award vergeben.

Was ist bei euch anders als bei anderen Hubs?

Matthias Parlings: Zu unserem Netzwerk gehören unter anderem zwei Fraunhofer-Institute, die TU Dortmund und das Effizienzcluster Logistik. Unseren Standort haben wir nahe dieser Institutionen gewählt, weil wir hier in verschiedenen Laboren arbeiten und Piloten entwickeln können. Es gibt Testumgebungen für neue Technologien wie 3D-Druck, Drohnen, Virtual Reality oder fahrerlose Transportsysteme. Das ist sehr techie und die Unternehmen, mit denen wir arbeiten, haben auch den Anspruch, etwas technik-lastiges zu entwickeln.

Welche Entwicklungen sind in der Branche gerade spannend?

Matthias Parlings: Das sind eben diese Technologien, mit denen wir arbeiten. Drohnen können für die Inventur eingesetzt werden, Sensoren liefert Daten für Optimierung und VR oder AR werden zum Beispiel eingesetzt, um Mitarbeiter schneller in neue Prozesse einzuführen. Und auch die Logistik entwickelt sich in Richtung Plattform-Ökonomie. Es ist gut möglich, dass die größten Logistik-Unternehmen bald keine eigenen Fahrzeuge mehr besitzen.

„WIR SIND HIER FÜHREND, WAS DIE LOGISTIK-TECHNOLOGIE ANGEHT“

Wie sieht es mit Robotern aus, die vollautomatisch arbeiten?

Matthias Parlings: Es wird weiter Menschen in der Logistik geben. Es geht viel mehr darum, dass die Technik den Menschen bei seiner Arbeit unterstützt. Roboter helfen beispielsweise dabei, schwere Lasten zu heben, oder Sensoren beobachten, wie ergonomisch sich jemand bei seiner Arbeit bewegt.

Wie stark ist das Ruhrgebiet in der Logistik-Branche?

Matthias Parlings: Wir sind führend, was die Logistik-Technologie angeht. Das hat auch viel mit dem Fraunhofer-Institut zu tun, das es hier seit 35 Jahren gibt.

Warum gibt es so viele Logistik-Unternehmen?

Matthias Parlings: Das Ruhrgebiet liegt verkehrsgünstig – sowohl für Deutschland als auch für ganz Europa. Duisburg hat den größten Binnenhafen Europas und die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut. Konzerne wie Ikea oder Amazon haben deshalb große Lager hier. Außerdem haben wir sowohl eine hohe Bevölkerungsdichte als auch traditionell eine große industrielle Basis, was beides sehr große Anforderungen an die Logistik stellt.

Das Interview führte Anna-Lena Kümpel.

Matthias Parlings ist für das Fraunhofer-Institut für Materialfluss am Digital Hub Logistics beteiligt (Bild: Digital Hub Logistics)

Matthias Parlings

Matthias Parlings vertritt im Team des Digital Hub Logistics das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, wo er wissenschaftlicher Mitarbeiter ist. Seit Anfang 2016 hat er zudem die Projektleitung für das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Dortmund.

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