Christian Reber will seine App Wunderlist wieder von Microsoft zurückkaufen, Volocopter konnte sich 50 Millionen Euro sichern und Spendesk erhält 35 Millionen Euro und ein Büro in Berlin – das waren vergangene Woche die Themen im Venture Daily, einem der führenden täglichen Startup-Newsletter. Er fasst die wichtigsten Startup Nachrichten aus über 100 Webseiten zusammen. Jetzt abonnieren, um keine Startup Nachrichten zu verpassen.

Startup-Nachrichten

Christian Reber will Wunderlist von Microsoft zurückkaufen

2015 wurde das Berliner Startup 6Wunderkinder mitsamt seiner populären To-Do-App Wunderlist für einen dreistelligen Millionenbetrag von Microsoft übernommen. Nun verkündete Christian Reber – einer der Gründer – via Twitter, die App zurückkaufen zu wollen: „I’m serious @satyanadella @marcusash, please let me buy it back”. Microsoft hatte 2017 angekündigt, die App einstellen zu wollen und einige Features in andere Anwendungen zu integrieren. Einen genauen Zeitplan gab es bisher nicht. Im vergangenen Jahr gründete Reber sein neues Unternehmen Pitch, das eine zeitgemäße Alternative zur Präsentationssoftware Powerpoint liefern will. venturebeat.com und golem.de

PKV legt millionenschweren Startup-Fonds auf

Der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV) legt einen Venture-Capital-Fonds für Startups auf, die digitale Innovationen im Gesundheitsbereich entwickeln. „Heal Capital”, so der Name, hat ein  Zielvolumen von 100 Millionen Euro. Gemanagt wird der Fonds von den beiden Digital-Health-Investoren Heartbeat Labs und Flying Health, die ebenfalls eine einstellige Millionensumme beisteuern. Im Fokus stehen unter anderem digitale Gesundheitsanwendungen und Prävention, Telemedizin und die Digitalisierung in der Pflege. Pressemitteilung per Mail, handelsblatt.com (paid)

Parität in der Startup-Szene erst im Jahr 2139?

Dass Gründerinnen in der Startup-Szene eine Minderheit darstellen, ist bereits lange bekannt. Die Boston Consulting Group (BCG) legt mit einer neuen Studie aktuelle Zahlen vor. Demnach war bei nur zehn Prozent der Startup-Gründungen seit 2008 mindestens eine Frau mit im Gründungsteam. 86 Prozent der Startups wurden allein von Männern gegründet. Wenn sich die Szene in der aktuellen Geschwindigkeit weiterentwickelt, wird es laut BCG noch bis zum Jahr 2139 dauern, bis eine Parität hergestellt ist. faz.net

Umfrage zu „State of European Tech” gestartet

Auch in diesem Jahr erhebt der Wagniskapitalgeber Atomico wieder gemeinsam mit der Slush-Konferenz und der Rechtsanwaltskanzlei Orrick Daten für den im November erscheinenden Report „State of European Tech”. Es ist der umfassendste Report zum aktuellen Status, den wesentlichen Trends und Einflüssen des europäischen Tech-Ökosystems. Dieses Jahr stehen unter anderem die Arbeitszustände in der Tech-Branche sowie die seelische und geistige Gesundheit im Fokus. Startups, Investoren und weitere Mitglieder der Startup-Szene sind aufgerufen, ihre Stimme einzubringen. Zur Umfrage

EuGH-Urteil: Deutsches Leistungsschutzrecht nicht anwendbar

Vor sechs Jahren wurde das deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverleger eingeführt, das es Suchmaschinen untersagt, Snippets von Pressetexten ohne Genehmigung der Verlage in den Suchergebnissen zu featuren. Am Donnerstag nun hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein richtungsweisendes Urteil gefällt: Die Regelung hätte vor ihrer Einführung der EU-Kommission vorgelegt und notifiziert werden müssen. Da dies nicht geschehen ist, ist das Recht nicht anwendbar. Den Verlagen droht nun der Verlust von viel Geld. In mehreren Gerichtsverfahren hatten sie von Google rückwirkend mehrere Milliarden Euro verlangt. Auf den Prozess- und Anwaltskosten könnten sie nun sitzenbleiben – wobei eine Staatshaftung nicht ausgeschlossen ist. tagesspiegel.de und golem.de

Investments & Exits

50 Millionen Euro für Flugtaxi Volocopter

Volocopter, das Flugtaxi-Startup aus Bruchsal, gab am Montag den Abschluss einer Finanzierungsrunde in Höhe von 50 Millionen Euro bekannt. Angeführt wurde die Finanzierung von der Zhejiang Geely Holding Group. Dem chinesischen Unternehmen gehört unter anderem die Automarke Volvo. Laut Techcrunch soll es zudem Planungen für eine weitere große Finanzierungsrunde geben, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Mit der aktuellen Finanzspritze will Volocopter die Forschung und Entwicklung vorantreiben, an der Erfüllung der regulatorischen und Sicherheitsanforderungen sowie der Entwicklung weiterer Flugtaxi-Modelle arbeiten. techcrunch.com

Spendesk: 35 Millionen Euro und ein Büro in Berlin

Das französische Startup Spendesk hat in einer Series B 35 Millionen Euro eingeworben. Als Lead-Investor agierte der US-Wagniskapitalgeber Index Ventures. Das Geld soll in die weitere Expansion fließen, ein Fokus liegt dabei auf Deutschland. Hier hat das Startup, das KMUs die Ausgabenverwaltung erleichtern will, kürzlich eine eigene GmbH gegründet. Bis zu 50 Mitarbeiter sollen in den kommenden Monaten eingestellt werden. gruender.wiwo.de

Recruitment-Plattform sichert sich 50 Millionen Euro

Mit mehr als 2,5 Millionen Studierenden und Absolventen, 70.000 Unternehmen und 600 Hochschulen und Universitäten zählt Jobteaser zu den führenden Recruitment-Plattformen für Studierende und Absolventen in Europa. Um weiter in Deutschland Fuß zu fassen, hat das Pariser Unternehmen jetzt eine Finanzierung in Höhe von 50 Millionen Euro vom Investmentfonds Highland Europe unter Beteiligung der Bestandsinvestoren Alven Capital, Idinvest, Korelya und Seventure erhalten. Pressemitteilung per Mail

2,5 Millionen Dollar für Sicherheit der Wikipedia

Nur wenige Tage nach der schweren DDoS-Attacke auf Wikipedia, gibt die Wikimedia Foundation eine Spende in Höhe von 2,5 Millionen Dollar von Craig Newmark Philantropies, der gemeinnützigen Organisation vom Craigslist-Gründer bekannt. Die Spende sei bereits vor dem Angriff zugesagt gewesen und soll in genau den Bereich fließen: die Stärkung der Sicherheit der Online-Enzyklopädie. techcrunch.com

https://techcrunch.com/2019/09/10/the-wikimedia-foundation-taps-2-5m-from-craig-newmark-to-beef-up-its-security/

International

AB5 Bill verabschiedet: Müssen Uber und Lyft ihre Fahrer bald anstellen?

Der kalifornische Senat hat am Dienstag mit 29 zu 11 Stimmen dafür gestimmt, den Gesetzesentwurf AB5 zu verabschieden. Dieser würde es Unternehmen der Gig-Economy wie Uber und Lyft schwerer machen, ihre Fahrer als unabhängige Auftragnehmer einzustufen und stattdessen die Anstellung mit allen entsprechenden Arbeitnehmerrechten (bezahlter Urlaub, Mindestlohn etc.) bedeuten. Sollte der Entwurf nach einer finalen Abstimmung von Governor Gavin Newsom verabschiedet werden – was als wahrscheinlich gilt – könnte das Gesetz bereits zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Es hätte weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen der Gig-Economy, deren gesamtes Geschäftsmodell auf einem großen Pool an freien Auftragnehmern basiert. Die beiden Mobilitätsdienstleister haben denn auch gleich 30 Millionen Dollar für eine Wahlinitiative 2020 bereitgestellt, die es ihnen ermöglichen könnte, ihre Fahrer weiterhin als unabhängige Auftragnehmer zu klassifizieren. techcrunch.com und venturebeat.com

Russland wirft Facebook und Google Wahlintervention vor

Am Sonntag fanden in Russland Regionalwahlen statt. Roskomnadzor von der staatlichen Regulierungsbehörde für Kommunikation wirft Facebook und Google Wahleinmischung vor. Die beiden Tech-Riesen hätten am Sonntag politische Werbung auf ihren Plattformen erlaubt, obwohl sie darum gebeten worden seien, diese – in Übereinstimmung mit den russischen Gesetzen – zu verbannen. reuters.com via mashable.com

iPhone 11 kommt mit zwei bis drei Kameras

Bei seinem jährlich im September stattfinden Event hat Apple die neue iPhone-Generation vorgestellt: Das iPhone 11 kommt in drei Varianten; die Basisversion ist mit doppelter Kamera ausgestattet, die Pro- und Pro Max-Versionen sogar mit drei Kameras (Preise von 799 bis 1.649 Euro). Vorgestellt wurde außerdem die neue Apple Watch mit einem „Always on”-Display, die neue iPad-Version sowie Apples eigener Streaming-Dienst Apple TV+. Er startet am 1. November für 4,99 Dollar bzw. 4,99 Euro pro Monat. spiegel.de und techcrunch.com

Softbank will WeWork-Börsengang pausieren

Laut einem Bericht der Financial Times drängt der Hauptinvestor Softbank das US-Unternehmen The We Company dazu, die Pläne für den Börsengang zu pausieren. Das Coworking-Unternehmen steht unter Druck, mit dem IPO mindestens drei Milliarden Dollar einzunehmen, um von den beteiligten Investoren eine Fremdfinanzierung in Höhe von sechs Milliarden Dollar zu erhalten. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass WeWork die angestrebte Bewertung für den Börsengang deutlich runtersetzen will. techcrunch.com und boerse.ard.de

 

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