Liest du Bücher gedruckt oder digital?

Cigdem Aker: Ich lese tatsächlich am liebsten digital, weil es sowohl unterwegs als auch zu Hause im Bett einfach komfortabler ist. Besonders toll ist das integrierte Wörterbuch, das mir fremdsprachige Begriffe gleich übersetzt.

Wie hat sich der Buchmarkt verändert?

Cigdem Aker: Die Zahl der verschiedenen Medien, Formate und Kanäle, die der Konsument online über ein einziges Gerät nutzen kann, hat sich vervielfacht. Alles ist internationaler und globaler geworden. Autoren können sich nicht mehr nur über einen Verlag, sondern auch auf anderen Wegen etablieren. Die Schnelllebigkeit führt dazu, dass sich auch das Innovationsrad immer schneller drehen muss.

Wie hat sich Contentshift entwickelt?

Cigdem Aker: Wir haben uns in der Startup-Szene wie auch in der Buchbranche etabliert und sind internationaler geworden. Zwei Startups aus Rumänien und aus Lettland sind im aktuellen Batch dabei. Osteuropa hat großes Startup-Potenzial.

Wie ist die Qualität der Startups?

Cigdem Aker: Wir sind positiv überrascht, wie hoch die Qualität und Professionalität der Pitches in diesem Jahr war. Inzwischen bewerben sich auch mehr Startups, die nicht mehr ganz Early Stage sind, weil sie spüren, dass wir ein Sprungbrett sein können. An unserem Gewinner von 2016, Papego, hat sich beispielsweise im vergangenen Jahr Thalia beteiligt.

Welchen Fokus haben eure Startups?

Unsere Startups bieten meist Dienstleistungen für Verlage oder den Handel. Spannend finde ich es, wenn auch Crowdfunding und Crowdsourcing eine Rolle spielen. Zwei Autorinnen etwa haben auf diesem Weg ein Buchprojekt über Feminismus und Buchheldinnen zum internationalen Bestseller entwickelt. Der Hanser-Verlag hat das Buch für Deutschland lizenziert. Die neuen Wege, Leute einzubinden, finde ich spannend.

Was sind Hürden für Startups?

Cigdem Aker: Die Finanzierung beziehungsweise das Risiko. Viele Projekte scheitern ja nicht, weil die Idee schlecht ist, sondern weil der Zeitpunkt nicht der richtige war. Viele Investitionen schlagen sich nicht sofort positiv nieder.

Ein gelungenes Beispiel für Innovation im deutschen Buchmarkt?

Cigdem Aker: Die Tonies, diese Hörbuchfiguren. Die Innovation macht digitale Technologie greifbar.

Was hast du zuletzt gelesen?

Cigdem Aker: „Dunkelgrün, fast schwarz“ von Mareike Fallwickl und Anne Girards „Madame Picasso“.

Dieser Artikel erschien zuerst in BERLIN VALLEY NR. 31.

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