In Digital Labs bieten gestandene Unternehmen Startups eine Spielwiese, um Ideen in einem Umfeld aus Gleichgesinnten, Mentoren, Coaches und erfahrenen Konzern-Mitarbeitern in die Tat umzusetzen. In den letzten vier Jahren hat sich die Anzahl der Digital Labs in Deutschland verdreifacht. Mitte 2016 hatten mehr als die Hälfte der Dax-Konzerne ein Digital Lab in Betrieb oder in Planung, der Großteil davon in Berlin. Was ist überhaupt ein Digital Lab? Typische Ausprägungen der Schnittstellen sind Innovation Lab, Company Builder, Accelerator und Inkubatoren.

Innovation Lab

Hier arbeiten Mitarbeiter des Mutterkonzerns in einem eigenen, kreativen Umfeld an neuen Geschäftsideen. Oft werden unterschiedliche Abteilungen zusammengebracht, um von diversen Expertisen zu profitieren. Die Zusammenarbeit mit externen Startups spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Der große Vorteil: Im Innovation Lab kann sehr nah an den Bedürfnissen des Mutterkonzerns entwickelt werden.

Company Builder

Hier geht es darum, eine frische Geschäftsidee auf den Weg zu bringen – und zwar von Anfang an. Dabei greifen Company Builder in der Regel nicht auf bereits bestehende Unternehmensstrukturen zurück, sondern schaffen viel mehr etwas Neues. Der Mutterkonzern gründet ein Startup und unterstützt es bei dessen ersten Schritten. Im Gegensatz zum Innovation Lab sind die Geschäftsideen, die der Company Builder hervorbringt, nicht unmittelbar auf das Kernprodukt des Mutterkonzerns abgestimmt. Stattdessen ist das Spin-off auf Eigenständigkeit getrimmt.

Accelerator

Interessante, externe Startups nehmen in einem Accelerator an einem auf wenige Monate begrenzten Förderprogramm teil. Das Startup bekommt vom Accelerator Räumlichkeiten zur Verfügung und Ratgeber an die Seite gestellt. In seltenen Fällen erfolgt auch schon ein erstes Investment – in den meisten Fällen gegen geringe Firmenanteile. Der Fokus liegt auf Startups, die sich in einer frühen Phase der Entwicklung befinden.

Inkubator

Grundsätzlich sind Inkubatoren den Acceleratoren ähnlich. Beide wollen externen Startups ein Umfeld bieten, in dem es sich bestmöglich zur Geschäftsreife entwickeln kann. Im Gegensatz zum Accelerator hat der Inkubator allerdings keine Programme, die zu bestimmten Daten anlaufen, sondern kann zeitlich freier agieren. Außerdem bleiben die jungen Unternehmen über einen längeren Zeitraum, der sich bis zu zwei Jahren erstrecken kann, in dem Programm.

Status der Digital Labs 2001 – 2016 (Bild: BERLIN VALLEY)
Status der Digital Labs 2001 – 2016 (Bild: BERLIN VALLEY)

Partner und Standorte der 20 wichtigsten Labs

Lab Partner Standort
AllianzX Allianz Berlin
Bayer Colaborator BAYER Berlin
BMW Startup Garage BMW München
Grow Bosch Ludwigsburg
Comdirekt Startup Garage Comdirect Hamburg
Openspace Commerzbank Berlin
Startup Autobahn Daimler, Arena2036, Hewlett Packard Enterprises, Stuttgart Plug and Play, Porsche Stuttgart
DB Mindbox Deutsche Bahn Berlin
Deutsche Börse FinTech Hub Deutsche Börse Group Frankfurt am Main
Hubraum Deutsche Telekom Berlin
Startup Campus (ab Ende 2017) Google Berlin
Lufthansa Innovation Hub Lufthansa Berlin
Digital Labs McKinsey Berlin
MHPLab MHP Berlin
Next47 Siemens Berlin
Berlin Healthcare Lab Pfizer Berlin
Porsche Digital Lab Porsche Berlin
Spielfeld Digital Hub Roland Berger und Visa Berlin
Innogy Innovationhub RWE Essen
Think Big Telefónica, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung München

Zuerst erschienen in Berlin Valley Nr. 21

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4 Kommentare auf "Gemeinsam innovativ: Die 20 wichtigsten Digital Labs in Deutschland"

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[…] Die Zahl der Labs hat sich in den vergangenen vier Jahren verdreifacht. Hier unsere Übersicht der 20 wichtigsten Spielwiesen für Startups und Unternehmen Der Beitrag Gemeinsam innovativ: Die 20 wichtigsten Digital Labs in Deutschland erschien zuerst auf BerlinValley. Jetzt lesen […]

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[…] Coup ist ein Lifestyle-Produkt, das sich direkt an Enkunden richtet. Im übertragenen Sinne landet Bosch mit dem Einstieg ins Endkundengeschäft einen „Coup“. Bosch ist an dem nachhaltigen Auf- und […]

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[…] Ich war bis vor einigen Jahren noch ein Verfechter der Blue Ocean Strategie, die Mitte der 2000er Jahre von W. Chan Kim und Renée Mauborgne an der INSEAD Business School entstanden ist. Dabei trennt man strikt in „rote Ozeane“, dem harten Wettbewerb im verdrängenden Kerngeschäft und „blaue Ozeane“, der Entwicklung neuer Produkte und Zielgruppen. Dieser Grundlogik folg(t)en viele Unternehmen. Am deutlichsten sieht man die Ausprägungen in sogenannten Digital Labs, Company Builders, Acceleratoren oder Incubatoren. Über die Hälfte der DAX Konzerne pflegen mittlerweile Arten dieser Labs in Berlin, Tel Aviv, Silicon Valley oder an anderen Innovations Epizentren in der Welt.… Read more »
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