Auf der Ecosia-Suchmaske kann man einem Zähler dabei zusehen, wie er unermüdlich die Zahl der von Ecosia gepflanzten Bäume aktualisiert. Um diese Bäume kümmert sich Pieter van Midwoud, der Tree Planting Officer bei Ecosia. Er und sein Team suchen sich dafür Orte aus, deren Biodiversität stark bedroht ist. Madagaskar zum Beispiel, Indonesien oder große Teile des brasilianischen Regenwalds. Manchmal kommen Vorschläge auch von Ecosia-Nutzern, die selbst einmal bei den jeweiligen Projekten als Freiwillige gearbeitet haben.

Der Niederländer von Midwoud besucht die Aufforstungsprojekte regelmäßig, „sonst versteht man das nicht“. Insgesamt leitet er 16 Projekte in 60 Ländern. Eines der Projekte ist in Burkina Faso, wo Ecosia seit drei Jahren aktiv ist. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Hommes et Terre wurden dort schon mehr als sechs Millionen Bäume gepflanzt.

Der Tree Planting Officer bei Ecosia, Pieter van Midwoud.
Der Tree Planting Officer bei Ecosia, Pieter van Midwoud.

Halbmonde im Boden

Ecosia und ihre Partnerorganisationen arbeiten sehr eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Häufig melden sich die Dorfgemeinschaften von selbst, weil sie von dem Programm gehört haben: Die Böden sind unfruchtbar, ihre Tiere haben nichts zu fressen und die Dörfer wollen etwas dagegen tun.

Die Lösung in Burkina Faso sind kleine Halbmonde, die in den staubtrockenen Boden geschlagen werden. In der Regenzeit speichert der Boden so den Regen besser, die Samen können besser wachsen. Ecosias Partnerorganisation in Burkina Faso Hommes et Terre hat erst vor kurzem zwei eigene Traktoren angeschafft. Die Dorfbevölkerung sorgt im Gegenzug dafür, dass die Flächen geschützt sind und keine Kühe oder Ziegen auf die Fläche kommen.

Aber auch per Hand graben Dorfbewohner die Mulden in den Boden. So können sie sich in der trockensten und unwirtschaftlichsten Zeit des Jahres ein Einkommen sichern. Von der Aufforstung sollen die Menschen und die Natur gleichermaßen profitieren. Deshalb werden vor allem Bäume gepflanzt, deren Produkte später auch verkauft werden können: Kautschuk aus Akazien zum Beispiel oder Baobab-Früchte.

Ecosia: Es ist nicht leicht, den Boden wieder fruchtbar zu machen.
Es ist nicht leicht, den Boden wieder fruchtbar zu machen.
Mit dem Traktor werden Löcher in den Boden gehackt.
Mit dem Traktor werden Löcher in den Boden gehackt.

Ein Projekt beginnt nur, wenn das Team das Gefühl hat, dass die Dörfer wirklich mitmachen wollen. Doch an Motivation mangelt es nicht, eher im Gegenteil, wie der Tree Planting Officer erzählt: „Die Dörfer führen fast einen Wettkampf miteinander, wenn sie sich gegenseitig überbieten, wie viel Land sie schon aufgeforstet haben“, so der Tree Planting Officer. Die Projekte stärkten auch den sozialen Zusammenhalt zwischen den einzelnen Gruppen, erklärt van Midwoud. Männer, Frauen und Kinder arbeiten zusammen, Nomaden genauso wie Mitglieder der verschiedenen Stämme.

Der Tree Planting Officer berichtet vom ersten Grün

Schon jetzt, nach einigen Monaten, kann man in Burkina Faso die Auswirkungen der Bepflanzung sehen. Die Bäumchen sind mittlerweile 30 bis 50 Zentimeter groß. Und da der Boden das Wasser nun besser festhalten kann, färben sich zwischen den Bäumchen erste Streifen des sandigen Bodens grün. Dieses Gras verwenden die Bewohner schon als Futter für ihre Kühe. Bald wollen sie auch Bohnen anpflanzen. Bei seinen Besuchen in Burkina Faso hat van Midwoud die Dorfgemeinschaften persönlich kennengelernt. Als Gastgeschenk hat er mal ein Schaf, mal eine Ziege, mal eine große Tüte voller Erdnüsse bekommen. Mit zurück nach Deutschland nehmen konnte er nur die Erdnüsse.

Ecosia: Das erste zarte Grün setzt sich durch.
Das erste zarte Grün setzt sich durch.

Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley Nr. 31.

Pieter van Midwoud
Der Niederländer kümmert sich als Tree Planting Officer um die Anpflanzaktivitäten von Ecosia. Davor arbeitete er unter anderem mit den Vereinten Nationen in Argentinien. Er hat bereits mehr als sechzig Länder bereist.

Der Tree Planting Officer bei Ecosia, Pieter van Midwoud.
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