Was genau macht Horizn Studios?
Stefan Holwe: Wir sind Europas führende Reisegepäck-Marke der nächsten Generation. Unsere Kernzielgruppe sind Millennials der weltweiten Creative Class, die also zum Beispiel in Media, Tech, Design, Fashion oder Musik arbeiten. Wir treiben den Markt auf verschiedenen Ebenen voran: als Europas erster vertikaler Luggage Player mit online-first Distribution, oder als erste Marke, die smarte Funktionen wie Charging und GPS Tracking eingeführt hat. Im August launchen wir das weltweit erste Gepäck mit integriertem Reiseassistenten. Drei Jahre nach unserer Gründung sind wir ein Team von 70 aus über 30 Ländern. Wir machen 50 Prozent unseres Umsatzes im Ausland und planen weiter international zu expandieren. Seit der Gründung haben wir insgesamt 25 Millionen Euro eingesammelt.

Wieso habt ihr Horizn als Direct to Consumer Brand gestartet?
Stefan Holwe: 90 Prozent des Reisegepäckmarktes funktionieren über den traditionellen Großhandel – eine Struktur, die nicht mehr zeitgemäß und zum Nachteil der Kunden ist. Durch den direkten Vertrieb fallen für uns unnötige Mark-Ups der traditionellen Großhandelsstrukturen weg. Das erlaubt es uns, hochwertigere und innovativere Produkte zu günstigeren Preisen anzubieten. Welche Vorteile entstehen aus diesem Modell? Die direkte Kundenbeziehung. Unsere extrem kunden-fokussierte Ausrichtung hat dazu geführt, dass wir bereits jetzt im Markt neue Benchmarks in Sachen Kundenzufriedenheit setzen. Eine Retourenquote von unter 5 Prozent ist für einen Online-first Player überdurchschnittlich gut. Für uns ist dies ein wichtiger Beweis dafür, offensichtlich ein gutes Produkt zu liefern.

Welche D2C Brands machen Deiner Meinung nach einen guten Job?
Stefan Holwe: Ich kenne die jeweiligen Cases nicht in ausreichender Tiefe. Aber Ace & Tate schaue ich mir gern an. Sie rollen den physischen Store Kanal gut aus. Axel Arigato, ein junges Sneaker-Vertical aus Skandinavien, hat eine starke Reichweite über Social Media geschaffen. Natürlich sind Flagship Cases wie Warby Parker oder Casper weiterhin gute Benchmarks – mit den Besonderheiten des US Konsum- und Venture-Marktes.

Nach welchen Kriterien würdest Du entscheiden, wenn Du nochmal ein D2C Brand starten würdest?
Stefan Holwe: Wichtig ist die absolute Marktgröße. Wenn du mit 1 Prozent Marktanteil bereits ein 100 Mio+ Venture bauen kannst, ist das von Vorteil. Die Online-Penetration des Marktes ist ebenfalls ein Kriterium. Wiederkaufraten sind auch relevant, je nachdem wie gut deine Unit Economics sind. Ich würde aber auch die eigene Leidenschaft für ein Thema nie unterbewerten. Jan und ich haben neben digitalen Modellen immer schon für Reisen und Design gebrannt. Eine Art ‘intrinsische Motivation’ hilft denke ich immer.

Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley Nr. 30.

Stefan Holwe

Mit Horizn Studios hat Gründer Stefan Holwe ein erfolgreiche Direct-to-Consumer-Brand etabliert. Er sieht im D2C-Bereich die Möglichkeit dazu, als Digital Disruptor die überstrukturierten Goliaths am Markt zu überholen. horizn-studios.com
Stefan Holwe. Foto: Horizn
Stefan Holwe. Foto: Horizn
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