Shivram Ayyagari, einer der zwei Gründer von Smunch, ist in seiner beruflichen Laufbahn immer wieder auf ein Problem gestoßen: Wo bekomme ich einen guten Lunch? „In Bombay gab es keine Optionen vor Ort“, erzählt er. „In Singapur stand man mindestens 20 Minuten lang für das Essen an.“ Als er 2014 bei Delivery Hero in Berlin arbeitete, bemerkte er, dass der Fokus bei Bestellungen hauptsächlich auf Dinner und Wochenende lag. Er fragte sich, warum die Leute kein Mittagessen bestellen.

„DIE ZUKUNFT DER KANTINE IST KEINE KANTINE“

So entwickelte er gemeinsam mit Oliver Hüfner das Konzept von Smunch, das Unternehmen die Möglichkeit gibt, das Lunch-Problem ganz einfach und für alle Mitarbeiter zu lösen. Und so funktioniert es: Smunch bietet jeden Tag vier Gerichte bei täglich wechselnden Restaurants an. Die Mitarbeiter können das Essen online vorbestellen, sofort bezahlen und brauchen nur noch auf die Lieferung zu warten. Alle Bestellungen werden von Smunch zur gewünschten Zeit gleichzeitig gebracht, und die Mitarbeiter können gemeinsam essen. Auch finanziell profitieren die Angestellten: Durch die steuerliche Vergünstigung bezahlen die Nutzer statt zwölf Euro nur 4,90 Euro für ein Gericht. „Die Zukunft der Kantine ist keine Kantine“, sagt Shivram.

Der digitale Kellner

Die Gründer von Lunchio kennen das Zeitproblem in der Mittagspause, das die meisten Arbeitnehmer betrifft. Statt in einer entspannten Atmosphäre gutes Essen mit Freunden oder Kollegen zu genießen, stressen Gedanken wie „Schaffe ich meine Deadline?“ oder „Verpasse ich meinen Termin, wenn ich Essen gehe?“ – besonders kurz vor der Mittagspause. „Warum kann Lunch nicht mehr wie Dinner sein?”, fragten sich Jan Saupe, Sebastian Blautzik, Dennis Ortmann und Deniz Caglayan, die Gründer von Lunchio.

„WARUM KANN LUNCH NICHT MEHR WIE DINNER SEIN?“

Das Startup organisiert als digitaler Kellner die Lösung für die Mittagspause mit nur wenigen Klicks. Auf der Plattform können Nutzer ein Restaurant auswählen, das Essen bestellen und auch gleich online bezahlen. Das Essen wird zur gewünschten Zeit vorbereitet und wartet auf den Besteller am reservierten Platz im Restaurant. Der Kunde kommt, isst und geht. Damit spart er die Wartezeit vor Ort und kann in Ruhe sein Essen genießen. Seit Anfang 2016 bietet Lunchio außerdem digitale Essensmarken an, die in Partnerrestaurants eingelöst werden können. Unternehmen können über die Plattform Lunchio.de ein Essensbudget für ihre Mitarbeiter freischalten, das beim Bezahlen verrechnet wird. Aktuell ist Lunchio in 15 Städten aktiv und kooperiert mit 175 Restaurants.

Gesunde Rezepte zum Nachmachen

Döner, Pizza, Bulette – dieses Angebot ist auf Dauer nicht gerade gesund. Die Gründer von Eatclever wollen gesundes Essen für alle anbieten, die keine Zeit zum Kochen haben und auf gebratenen Eierreis möglichst verzichten wollen. Mit Ernährungswissenschaftlern und Köchen stellt das Team von Eatclever gesunde Rezepte zusammen. Nährwerte und Zutaten der Gerichte sind für den Kunden sichtbar. Darüber hinaus veröffentlicht Eatclever auf seinem Blog Tipps zur gesunden Lebensweise einschließlich gesunder Rezepte zum Nachmachen.

„Was lange fährt, wird selten gut“

Eine Mahlzeit gibt es schon ab 4,90 Euro. Ausgewählte Partnerrestaurants bekommen die Rezepte inklusive ausgewählter Lebensmittel und bereiten auf Bestellung die Mahlzeiten frisch zu. „Was lange fährt, wird selten gut“, ist das Motto von Eatclever. Deshalb nimmt das Restaurant, das dem Besteller am nächsten ist, die Bestellung auf und liefert diese auch aus. Im Moment liefert Eatclever unter anderem in Hamburg, Hannover und München. Die Lieferung in Berlin ist in Planung. Neben der Feelgood-Food-Lieferung bietet Eatclever auch ein Feelgood-Food-Catering für ganze Teams sowie für Veranstaltungen an.

Zuerst erschienen in Berlin Valley Nr. 20

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1 Kommentar auf "Lunchio, Eatclever und Smunch: Drei Startups, die sich um dein Lunch kümmern"

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[…] Müller: Ich bin zum Beispiel an Eatclever beteiligt, ein Lieferservice für gesundes Essen. Ich habe das irgendwann auf Facebook gesehen und […]

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