Ryan Holmes, ein 24-jähriger Unternehmer aus San Francisco, möchte mit Virtual Reality die ewigen Weiten des Universums in Wohnzimmer weltweit übertragen. Auf der Silicon Valley Virtual Reality Expo (SVVR) im Kalifornischen San Jose hat der Gründer von Startup SpaceVR letzte Woche einen Virtual Reality Kamera-Satelliten vorgestellt, mit dem Erdlinge das Universum erleben können ohne ins All zu fliegen. Die Inspiration für sein kühnes Vorhaben verdankt Holmes dem Kurzfilm Overview, der anhand von Interviews mit Astronauten das Phänomen des „Overview-Effekts” beschreibt – die Ehrfurcht beim Betrachten der Erde aus dem Weltall. „Weltraum-Tourismus für jeden ermöglicht neue Perspektiven, wie wir unsere Welt sehen und wie wir Informationen verarbeiten”, sagt Holmes, der auf der VR-Messe auch eine Erst-Finanzierungsrunde von 1.25 Millionen US-Dollar bekannt gab.

SpaceVR, Satellit
Diesen Satelliten will SpaceVR ins All schießen. Foto: SpaceVR

Virtual und Augmented Reality sind Trend

SpaceVR ist eines von vielen Virtual Reality-Unternehmen, die im Moment wie Pilze aus dem Boden spriessen. Eine Studie zählte kürzlich 454 VR- und Augmented Reality-Firmen weltweit. Obwohl die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt und nicht abzusehen ist, welche Geschäftsmodelle sich durchsetzen werden, steht die Höhe von SpaceVR’s Seed-Runde beispielhaft für die erhöhte Aktivität von Investoren in der Virtual Reality-Branche. Das ist vor allem in der Hardware-Kategorie der Fall, wo laut Datenanalyse-Firma Quid von 2013 bis 2015 über zwei Drittel aller Investitionen stattgefunden haben. Insgesamt soll der VR-Markt bis 2020 auf 30 Milliarden US-Dollar wachsen.

VR und AR in Deutschland

Auch deutsche VR-Startups profitieren von der Verheißung der Virtual Reality. Apple kaufte kürzlich gleich zwei Startups im deutschsprachigen Raum: Augmented Reality-App Metaio aus München und das Züricher Startup Faceshift, das für den letzten Star Wars-Film die Mimik von menschlichen Schauspielern auf Figuren übertrug. Eine weitere VR-Erfolgsgeschichte Made in Germany ist die fränkische Software-Schmiede iTiZZiMO, die unter anderem die Arbeit von Lageristen mit Smart Glasses vereinfacht. Beim Pioneers Festival in Wien wurden die Würzburger letztes Jahr als „The Next Global Player“ ausgezeichnet. Im März waren bei dem bedeutenden Multimedia-Festival South By Southwest zwei Deutsche VR-Startups im Accelerator-Wettbewerb vertreten: SpiceVR aus Hamburg, das VR-Filme mit Hilfe von Drohnen herstellt, und Smartphone-App SplashVR. Die Berliner um Frontmann Michael Ronen konnten sogar die Virtual Reality-Kategorie gewinnen. „Wir teilen SpaceVR’s Vision, dass eindringliche, gemeinsame Perspektiven und Umgebungen Menschen zusammen bringen können”, sagt SplashVR-Gründer Ronen. Andere deutsche VR-Startups, die im Moment bei Medien und Investoren Aufmerksamkeit genießen, sind Icaros, ein Fitnessgerät zum Trainieren von Konzentration, Balance und Muskeln während virtueller Flüge, Highlewelt, das unter anderem ein VR-Headset für 59 Euro anbietet, und HappyMed, das medizinische Behandlungen erträglicher machen möchte.

Der Kontrast zwischen den eher praxisorientierten Produkten und Services deutscher VR-Startups und hochtrabenden Vorhaben wie dem von SpaceVR zeugt nicht nur von dem Größenunterschied im Denken deutscher und amerikanischer Unternehmer, sondern zeigt auch die schiere Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten von Virtual Reality. Laut Holmes soll SpaceVR-Satellit Overview One 400.000 US-Dollar kosten und mit zwei hochauflösenden Kameras interaktive 360-Grad-Videos aufnehmen, die vom SpaceVR-Team am Boden bearbeitet werden. Für 30 US-Dollar pro Jahr sollen Weltraum-Enthusiasten die Videos ab Anfang 2017 sehen können. „Langfristig wird es einen permanenten Livestream aus dem Weltall geben“, so Holmes. Ob SpaceVR’s Videos wirklich einen realen Flug ins All ersetzen können oder als Eskapismus verschrien werden, steht ähnlich wie die Zukunft der gesamten VR-Branche buchstäblich in den Sternen.

 

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