„Sell the innovation, not the product“

Harte Arbeit und ein einzigartiges Design

Doch was ist das Erfolgsrezept von Slack? Was sind die Gründe für die rasante Marktdurchdringung? Stewart Butterf­ield sieht dafür mehrere Gründe als ausschlaggebend: „Vor allem waren harte Arbeit, unglaublich gutes Timing, perfekte Marktbedingungen und ein unverwechselbares Produktdesign für den Erfolg verantwortlich.“ Aber tatsächlich könnte sich auch die größte Herausforderung der Gründer zum größten Vorteil entwickelt haben. Denn den Gründern war früh klar, dass Slack nicht ins typische Schema passt, mit dem Startups so gerne pitchen. Slack war kein Ebay für X oder Uber für Y. Es war auch nicht einfach ein Disruptor für E-Mails. Die Plattform war neu und einzigartig. Und genau deshalb war es stark erklärungsbedürftig. Und auch der Markt für Slack existierte noch nicht. „Sell the innovation, not the product“ hat Stewart Butterfield noch zwei Wochen vor dem offiziellen Launch in einem internen Memo an sein Entwicklerteam verkündet. Diese Strategie ging auf.

Neben dem richtigen Marketing sind aber weitere Faktoren ursächlich für den Erfolg. Da wäre zum einen der Gründer Stewart Butterfield (44), ein Ausnahmetalent mit Vision, Erfahrung und

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Steward Butterfield

Durchhaltevermögen. Er hat einen Master in Philosophie der Universität Campbridge und in seiner Karriere bereits zahlreiche Projekte gestartet, viele davon waren wenig erfolgreich – bis er die Foto-Community Flickr gründete, die er 2005 für mehr als 20 Millionen US-Dollar an Yahoo verkaufte. Ein Jahr später wurde er vom Time Magazine bereits zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gezählt. Neben dem Unternehmer Butterfield dürfte ein wesentlicher Grund für den Erfolg seiner Kollaborationsplattform darin liegen, dass die Gründer ihr Unternehmen aus einem persönlichen Bedarf heraus aufgebaut haben. Der Ursprung der Erfolgsgeschichte Slack geht nämlich auf das von Butterfield gegründete Unternehmen Tiny Speck zurück, das ein Online-Spiel namens Glitch entwickelte. Die Entwickler stießen auf die Problematik, dass kein Kommunikationstool den Anforderungen an Teamarbeit gerecht wurde. Es gab zwar viele vereinzelte SpezialTools, aber keine Plattform, die alle relevanten Dienste und Features vereinte und die Zusammenarbeit vereinfachte. Also entschied man sich, eine eigene Lösung – die zunächst nur zur internen Nutzung gedacht war – weiterzuentwickeln. Schnell reifte die Erkenntnis, dass mit dem intern genutzten Tool ein Produkt entstanden war, das auch andere nutzen würden. Das markiert für Butterfield den Anfang der Erfolgsgeschichte.

„Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird jeder in der Welt Slack oder ein ähnliches Tool nutzen.“

Durch diesen Umstand entwickelte das Team von Anfang an ein sehr konkretes Produktverständnis. „Andere Startups müssen oft auf das Feedback und die Beschwerden ihrer Kunden warten, um die Stärken und Schwächen ihrer Software zu verstehen. Wir hingegen waren von Tag eins an unsere aktivsten Nutzer“, erklärt Cal Henderson. Aber auch Fokus und eine gewisse Gelassenheit sind wichtig: „Üblicherweise gibt es eine Handvoll Dinge, die erfolgreiche Produkte außerordentlich gut machen, dann ist es okay, wenn alles andere nicht so gut ist“, resümiert Butterfield. „Aber das Wichtigste ist – und hier sehen wir die Schwelle zum Erfolg –, dass du die Erwartungen übertriffst und Einsatz zeigst, damit die Menschen dich weiterempfehlen.“

Es ist schwer zu prognostizieren, wohin sich der Markt der Kollaborationstools entwickelt. Butterfield gibt sich überzeugt: „Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird jeder in der Welt Slack oder ein ähnliches Tool nutzen.“ Schaut man sich die Kundenliste an, könnte seine Vorhersage zutreffen. Zu den Referenzkunden des Startups gehören Größen wie IBM, Oracle oder die Harvard University. Die Unternehmenswebseite von Slack ist reich an Case Studies, in denen begeisterte Nutzer berichten, wie sehr sie das Tool lieben und wie viel einfacher die Arbeitsprozesse durch die Implementierung geworden sind. Es scheint, Slack hat vieles richtig gemacht. Die Vorzeichen stehen also bestens, dass Slack sich dauerhaft etabliert, weiter wächst und in nicht allzu ferner Zukunft zu den großen Tech-Giganten im Silicon Valley aufschließt. Falls nicht vorher jemand mit einem Angebot um die Ecke kommt, zu dem weder Butterfield noch seine Investoren Nein sagen können. Man munkelt, Jeff Bezos habe bereits Interesse signalisiert.

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SLACK

NAME: Slack
GRÜNDUNG: 2009
GRÜNDER: Cal Henderson, Eric Costello, Serguei Mourachov, Stewart Butterfield
MITARBEITER: 501 – 1000
STANDORT: San Francisco
SERVICE: Slack ist eine Unternehmenssoftwareplattform, die es Teams und Unternehmen jeder Größe ermöglicht, effektiv zu kommunizieren.
URL: slack.com

 

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