Wie seid ihr auf die Idee von Skoove gekommen?
Jeder Zweite möchte ein Musikinstrument lernen, aber nur ein Bruchteil machen diesen Wunsch zur Realität. Unsere Vision ist es, möglichst vielen Menschen einen Zugang zum Musik machen zu ermöglichen. Das Erlernen eines Instruments in der Kindheit oder Jugend hängt bisher leider wesentlich vom Einkommen der Eltern oder der besuchten Schulform ab. Gleichzeitig zeigen diverse Studien, dass Musikunterricht zahlreiche positive Auswirkungen hat. Mit Skoove kann jeder in den Genuss des Musizierens kommen, auch wenn die Zeit oder das nötige Kleingeld für den Lehrer fehlt.

Wie habt ihr euch Anfangs finanziert?
In der Anfangsphase haben mein Mitgründer Stephan und ich uns komplett eigenständig finanziert. Als Skoove 2015 auf den Markt kam, erhielten wir eine Seedfinanzierung von dem Frühphaseninvestor High-Tech-Gründerfonds. 2017 bekamen wir dann in unserer zweiten Finanzierungsrunde eine Millionenfinanzierung von der Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin (IBB-Bet) und der Münchner High-Tech Investmentgruppe Egora Holding.

Trägt sich euer Geschäftsmodell bereits?
Nein, noch nicht. Wir möchten ein global führendes und Endkunden orientiertes Unternehmen aufbauen. Wir wachsen daher dynamisch und investieren dementsprechend in das Unternehmen, um unser Ziel Stück für Stück zu erreichen.

Der asiatische Raum gehörte von Anfang an zu einer großen Zielgruppe von uns.

In wieviel Ländern seid ihr mittlerweile vertreten?
Skoove wird bereits in 187 Ländern genutzt und ist in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch verfügbar.

War es von Anfang an geplant, mit Skoove auch in den Asiatischen Raum zu gehen?
Der asiatische Raum gehörte von Anfang an zu einer großen Zielgruppe von uns. Schließlich kommen viele der größten Pianisten unserer Zeit von hier. Die meisten unserer Nutzer kommen aktuell jedoch aus den USA, gefolgt von Großbritannien und Deutschland.

Könnt ihr ein wenig über eure Erfahrungen aus dem Markteintritt dort berichten?
Der Eintritt verlief weitestgehend wie geplant. Die Übersetzung des Programms war dabei ein überschaubares Projekt, jedoch steht die weitere Lokalisierung noch aus. Auch hier sind wir Kooperationen mit asiatischen Partnern, wie zum Beispiel mit dem Instrumentenhersteller Korg eingegangen. Länder wie Vietnam, die Philippinen und Thailand haben großes Interesse an Skoove gezeigt. Der chinesische Markt ist prinzipiell auch interessant. In China müssen sowohl die IT-Infrastruktur als auch die Marketingkanäle anders aufgebaut werden, weswegen wir China bisher noch nicht adressiert haben.

Sind asiatische Investoren an euch interessiert/beteiligt?
Der asiatische Raum ist ein großer und vielversprechender Markt. Momentan sind zwar noch keine Investoren aus Asien an Skoove beteiligt, wir schließen dies aber auf keinen Fall aus.

Wieviele Abonnenten habt ihr mittlerweile in den Ländern, die ihr bedient?
Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben unsere Schüler auf der ganzen Welt mehr als 1.000.000 Lessons mit Skoove gespielt.

Gibt es länderspezifische Unterschiede – zum Programm / zur Vermarktung
Skoove funktioniert bisher in allen Ländern gleich. In Zukunft werden wir jedoch auch lokalisierte Inhalte anbieten. Hinsichtlich der Noten und der Musik sprechen wir auf der ganzen Welt eine Sprache. Daher kann das gleiche Angebot prinzipiell auf der ganzen Welt wahrgenommen werden.

Wie viele Musikstücke gibt es auf Skoove?
Aktuell sind auf Skoove 13 Kurse mit insgesamt über 400 Lektionen und 200 Musikstücken verfügbar. Es gibt keine andere Plattform, die ein breiteres und tieferes Angebot hat. Die einzelnen Kurse unterscheiden sich je nach Niveau und Interesse. Es gibt Anfängerkurse, Kurse für Fortgeschrittene, einen Pop-Piano-Kurs, Klassik-Kurse, einen Blues und Boogie-Woogie Kurs, einen Kurs für Musikproduzenten und Theoriekurse.

Wie funktioniert die Lizenzierung? Viele Musik Tech Startups scheitern ja daran, dass die Lizenzen zu kostspielig sind.
Da wir bereits vor Skoove in der Musikbranche tätig waren, konnten wir auf gute Kontakte aus der Vergangenheit zurückgreifen. Die Lizenzierung ist in der Tat aber sehr aufwändig und ein relevanter Kostenblock. Bisher haben wir neben den Verwertungsgesellschaften erfolgreich Verträge mit Universal und Bosworth abgeschlossen und sind mit einigen weiteren Publishern in Kontakt.

Seht ihr Skoove eher als Ergänzung zum regulären Klavierunterricht oder können sich Nutzer das Klavierspiel darüber alleine beibringen?
Skoove ist eine komplette Lern-Plattform, die es dem Nutzer möglich macht, das Klavierspielen interaktiv zu erlernen. Neben dem Üben von Stücken, gehört je nach Niveau auch das Lesen von Noten oder Komponieren von eigenen Stücken zu dem Lernangebot. Skoove richtet sich damit sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene. Darüber hinaus bleibt es den Nutzern frei überlassen, wie oft und wann sie ihre Übungseinheiten absolvieren möchten. Dadurch können wir mit Skoove verschiedenen Ansprüchen gerecht werden: Einerseits kann der Schüler, der bereits eine Musikschule besucht, zusätzlich autark weitere Stücke lernen. Andererseits ist es durch unser Angebot auch möglich, ausschließlich über Skoove eigenständig das Klavierspiel zu erlernen. Alleine üben muss bei uns jedoch grundsätzlich keiner: Der Schüler wird stets vom Skoove-Algorithmus unterstützend begleitet und hat mit unseren Lehrern jederzeit einen echten, menschlichen Ansprechpartner.

Wie funktioniert Skoove genau?
Um mit Skoove Klavier zu lernen, beziehungsweise zu üben, braucht der Nutzer einen Computer, ein iPad oder iPhone sowie ein Keyboard oder akustisches Klavier. Falls Skoove im Akustik-Modus genutzt wird, ist ein Instrument mit Lautsprechern und ein Computer mit Mikrofon notwendig. Ein Keyboard wird mittels USB oder MIDI-Anschluss mit dem Gerät verbunden und von Skoove erkannt. Bis zu einer begrenzten Anzahl an Lektionen ist das Spielen sogar mit einer einfachen PC-Tastatur oder auf dem Telefon-Screen möglich. Sobald die technischen Voraussetzungen vorhanden sind, kann der Schüler aus verschiedenen Lektionen auswählen. Das Programm gibt jederzeit genaue Anweisungen darüber, welche Schritte zu tun sind.

Da das Programm dem Schüler zuhört, erhält dieser direktes Feedback.

Könnt ihr die Technik hinter Skoove erklären?
Die intuitive Benutzeroberfläche von Skoove zeigt dem Nutzer die Tasten, die er spielen soll. Während des Spiels wird die Technik über das integrierte Mikrofon des Computers, iPads oder iPhones analysiert. Die fortschrittliche Tonhöhenerkennung unterscheidet bis zu zehn polyphone Stimmen nur mit dem Mikrofon. Außerdem passt sich Skoove an das Lerntempo des Nutzers an. Da das Programm dem Schüler zuhört, erhält dieser direktes Feedback. Unsere Klavierlehrer unterstützen den Lernprozess zudem zusätzlich. Sie sind für den Support zuständig und durch den integrierten Chat in der App jederzeit zu erreichen.

Wer hat die Technologie entwickelt? Könnt ihr euch vorstellen, diese noch weiter auszubauen?
Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologien haben wir die Software entwickelt, die erkennt, ob der Schüler die richtigen Töne und Akkorde trifft. Genauso wie unsere Nutzer jeden Tag Lernfortschritte machen, arbeiten natürlich auch wir kontinuierlich an der Technologie. Darüber hinaus arbeiten wir momentan an einer Version für Android. Außerdem möchten wir in Zukunft auch weitere Instrumente unterrichten, wie zum Beispiel Gitarre.

Skoove

Branche: Musik-Tech, E-Learning
Beschreibung: Skoove ist ein Musiktechnologie-Startup aus Berlin, das interaktive und Algorithmus-basierte Kurse zum Erlernen von Klavierspielen anbietet und weiterentwickelt.
Gründer: Gründer Florian Plenge (CEO) und Stephan Schulz (COO)
Gründungsjahr: 2014
Mitarbeiter: 20
Investoren: High-Tech-Gründerfonds, Investitionsbank Berlin (IBB-Bet), Egora Holding

URL: skoove.com

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Die beiden Skoove-Gründer Florian Plenge (CEO) und Stephan Schulz (COO) Foto: Skoove
Die beiden Skoove-Gründer Florian Plenge (CEO) und Stephan Schulz (COO) Foto: Skoove
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Josefine Köhn-Haskins
Josefine ist Redakteurin bei Berlin Valley. Sie hat für zahlreiche namhafte Tageszeitungen und Magazine geschrieben und war für 15 Jahre als Korrespondentin in den USA tätig. Von dort berichtete sie aus dem Silicon Alley in New York und über die Startup-Szene in Miami. Ihr Ziel ist es mit Geschichten die Welt ein bisschen besser zu machen.