Auch das Programm der diesjährigen Republica und der parallel stattfindenden Media Convention Berlin steht in diesem Jahr klar unter dem Eindruck des Brexit und der US-Wahl. Das Glaubwürdigkeitsdilemma des Journalismus und der Erhalt der Meinungsvielfalt sind Schwerpunktthemen vom 8. bis 10. Mai in der Station Berlin. Die großen Fragen: Wie schaffen es Medienkonzerne, aber auch Plattformen und Startups ihre Marken zu stärken? Wie gelingt es, die Meinungsvielfalt zu erhalten? Und wie werden wir durch Virtual Reality oder Künstliche Intelligenz die Medien in Zukunft erleben – gerade auch zu Beginn des Wahlkampfs in Deutschland?

Speaker wie Adam Ellick von der New York Times, Jim Egan von BBC Global News, aber auch Steve Sullivan, Holographic-Video-Pionier bei Microsoft, stehen für die globalen Perspektiven der Veranstaltung. Stammredner Sascha Lobo will von seinen Recherchen zur „Diskurskultur“ im Web berichten und Schachgroßmeister Garry Kasparov hält einen Vortrag über Macht und Propaganda im digitalen Zeitalter. Insgesamt mehr als 400 Termine können sich die Besucher in den Kalender eintragen. Das Motto von #rp17: „Love out loud!“.

Den Startschuss gibt am 8. Mai Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Für Startups lohnen sich vor allem die folgenden Tracks und Veranstaltungen:

Laboretory

Das Laboretory („labore:tory“) ist der selbsternannte Zukunftsspielplatz der Republica. Nachdem die Veranstalter im vergangenen Mai diesen speziellen Ort an der Schnittstelle von Kultur, Technologie und Gesellschaft vor allem dafür genutzt haben, um die Anwendung von immersiven Technologien in den Künsten zu beleuchten, erweitern sie 2017 den VR/AR-Fokus um Games, Video- und raumgreifende Kunstinstallationen. Über drei Tage hostet das Laboretory auf vier Etagen, Galerien und Bühnen Talks, VR/AR-Ausstellungen und Workshops.

Interactive Game Performance. (Foto: re:publica/Jan Michalko CC BY 2.0)
Interactive Game Performance 2016 (Foto: re:publica/Jan Michalko CC BY 2.0)

Business & Work

Wie gestaltet sich die Zukunft von Arbeit und Unternehmertum im Mittelstand, wenn dezentral gewirtschaftet wird und mehrere Standorte gemanagt werden? Verändert die Digitalisierung, die den Mittelstand zu Neugestaltungen zwingt, Personalfragen und -rechte? Werden kleine Unternehmen abgehängt oder nehmen sie ihre Chance wahr, flexibel auf neue Ansprüche zu reagieren und sie mithilfe digitaler Tools vorherzusehen? Das genau zu verstehen, ist das Ziel des Tracks Business & Work. Das Augenmerk liegt auch auf den Auswirkungen von Industrie 4.0 und der Automatisierung auf die Produktion. Nicht verpassen: „Lernen mit Augmented Reality und Virtual Reality“ am Montag, den 8. Mai um 19:45 Uhr auf der Stage 8. Ebenfalls spannend, aber zeitgleich auf Stage 4: „When the digital world is out of order“.

Mobility & City

Der Track Mobility & City beleuchtet, diskutiert und reflektiert die Entwicklung der Mobilität aus verschiedensten Perspektiven. Unterstützt wird der Track von Daimler, das vom Montag bis Mittwoch auf einer eigenen Bühne Events präsentiert. Außerdem spricht Daimlers Head of Case, Axel Harries, am Dienstag, den 9. Mai um 12:30 Uhr auf Stage 5 über „Intuitive Mobilität“. Passend zum Thema folgt am Mittwoch um 12:30 Uhr auf Stage J ein Vortrag der TU München mit dem Titel „Mobilität 2050: Steuern wir auf eine Gentrifizierung der Personen- und Gütermobilität zu?“. Mit Blick auf den wachsenden Online-Handel ist auch der DHL-Vortrag „Logistik ohne Emissionen – Wie soll das gehen?“ am Dienstag, den 9. Mai um 15:00 Uhr auf Stage 9 beachtenswert.

Fashiontech Lab Berlin

Hier geht es mal wieder um die Verschmelzung von Mode und Technik, um neue Materialien wie leuchtende Bakterien und Textiltechnologien, die etwa bei Workshops erprobt werden. Gleichzeitig beleuchten Talks die Überschneidungen von Soziologie oder Politik mit Mode, Modedesign und Textildesign. Die Fragestellung über allem: Wie sieht die Entwicklung und Fertigung von Textilien der Zukunft aus?

Hier ein Rückblick auf die Fashiontech-Veranstaltungen der #rpTEN.

Fintech

Auf der vergangenen Republica erforschte der Fintech-Track einen der sich am schnellsten entwickelnden Themenbereich der heutigen Technologie. In diesem Jahr lohnt sich neben dem Fintech-Meetup der Vortrag „Mut zu Visionen: Sparkassen & Fintechs in Symbiose“ am Dienstag, den 9. Mai um 16:15 Uhr auf Stage T und direkt im Anschluss um 16:45 Uhr der Lightning Talk „Banks and Fintechs – Frenemies?

Global Innovation Gathering

Die Subkonferenz bringt bereits zum fünften Mal Manager, Maker, Hacker und Unternehmer aus der ganzen Welt zusammen, darunter auf dem Startups Exchange Programm am Mittwoch, den 10. Mai um 11:15 Uhr. Wie bereits im vergangenen Jahr gestaltet das GIG gemeinsam mit dem Fablab Berlin den eigenen GIG-Makerspace, auf dem Neugierige in zahlreichen Workshops basteln und tüfteln können. Speaker mit über 20 verschiedenen Nationalitäten werden Vorträge und Workshops veranstalten. Die Themen sind vielfältig und auch politisch: von der Open-Source-Software Ushahidi, die außergerichtliche Hinrichtungen auf den Philippinen aufzeichnet, über Open-Citizen-Data-Projekte in Indonesien, Kolumbien und Brasilien bis hin zu selbstgemachten ISPs im Dschungel des Amazonas. Auch gewagte Themen werden diskutiert, darunter „The end of accelerators as we know it“ am Dienstag, den 9. Mai um 15:30 Uhr auf Stage 4.

GIG Makerspace (Foto: (republica/Gregor Fischer)
Tüfteln für jedermann auf dem GIG Makerspace (Foto: (republica/Gregor Fischer)

Reconnecting Europe

Die digitale Gesellschaft vernetzen und Raum für den Austausch von Ideen bieten, war schon immer ein Ziel der Republica. Mit der Unterstützung des Auswärtiges Amt bringt die #rp17 im Special Reconnecting Europe Akteure der Kreativwirtschaft aus den Hafenstädten Dublin und Thessaloniki zusammen, um über gemeinsame Herausforderungen und Lösungen zu diskutieren. Eine der Fragestellungen: Was eigentlich könnte eine Republica im arabischen oder afrikanischen Raum bedeuten?

Mit mehr als 900 Sprecherinnen und Sprechern auf 20 Bühnen ist das Programm so umfangreich wie nie. Neben dem regulären Programm gibt es auf der #rp17 natürlich auch eine Vielfalt an Aktionen und Ausstellungen: Von der entspannten Teeverkostung über Kennenlernspiele bis hin zu Tanz ist alles dabei. Zu den Abenden gehören traditionell die Partys. Und keine Republica ohne Musik: von südafrikanischem Minimal, über Freestyle-Rap, Elektro bis Indie-Pop und Rockabilly Blues wird für jeden etwas geboten.

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2 Kommentare auf "Republica 2017: Die wichtigsten Tracks und Termine für Startups im Überblick"

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[…] Wohin bei mehr als 900 Sprechern auf 20 Bühnen? Unsere Tipps, wie sich Gründer auf der Republica und der Media Convention Berlin bestens informieren können Der Beitrag Republica 2017: Die wichtigsten Tracks und Termine für Startups im Überblick erschien zuerst auf BerlinValley. Jetzt lesen […]

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[…] Montag läuft die elfte Ausgabe der Gesellschaftskonferenz Republica. Erstmals nahm auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller an der Eröffnung teil. […]

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