Gerade erst hat die Analyse-Plattform Appsflyer eine Finanzierungsrunde in Höhe von 56 Millionen Dollar abgeschlossen. Ran Avrahamy, VP Marketing, erklärt worauf Startups bei der Vermarktung achten müssen.

Sinn

Ob Gemüsehändler, Möbelpacker oder Hightech-Startup: Am Ende muss jedes Geschäft Kunden gewinnen und ein Produkt verkaufen – das ist die absolute Basis. Gutes Marketing hilft dir dabei. Bei all den Startups, die heutzutage gegründet werden, ist es wichtig, aus der Masse herauszuragen. Und es gibt noch einen Punkt von essenzieller Bedeutung: Wer sich mit Marketing beschäftigt, hält seinem Startup den Spiegel vor. Um etwas zu bewerben, musst du vorher wissen: Was für einen Markt will ich erreichen? Was brauchen meine Kunden? Welchen Mehrwehrt kann ich bieten? Stichwort: Product Market Fit. Es ist essenziell für den Erfolg, diese Fragen beantworten zu können. Marketing hilft Dir dabei.

„Wer sich mit Marketing beschäftigt, hält seinem Startup den Spiegel vor.“

Zeitpunkt

Du hast eine Idee, wie man ein Problem löst? Dann lautet die nächste Frage logischerweise: Wie verkaufe ich diese Idee am besten? Von daher sollte man sich sehr früh im Entstehungsprozess eines Startups mit dem Thema Marketing beschäftigen – am besten schon am Tag eins.

Tools

Gerade für B-to-B-Unternehmen sind Analyse-Werkzeuge von entscheidender Bedeutung. Es ist ein Kardinalfehler, viel Geld für Online-Marketing zu verblasen und dann nicht darauf zu achten, ob es auch ankommt. Ansonsten wird E-Mail-Marketing häufig unterschätzt: Meiner Meinung nach ist das ein wichtiges Werkzeug, um mit den Kunden zu kommunizieren. Intern sind die wesentlichen Tools, die wir für Kommunikation, Zusammenarbeit und Projektmanagement nicht nur im Marketing nutzen, Slack, Asana, Hubspot und Mention.

Kanäle

Es gibt keine universelle Antwort, auf welchen Kanälen man sich am effektivsten vermarkten kann. Jede Plattform hat ihren Wert. Google und Facebook sind die Klassiker. Es wird immer schwerer, ohne diese Giganten auszukommen. Wenn du junge Leute ansprechen willst, sind grundsätzlich Netzwerke wie Instagram, Snapchat oder auch Pinterest die richtigen Plattformen. Aber auch hier gibt es Überraschungen. Mein Credo ist: Probiert euch aus! Es wäre eine Schande, es nicht zu tun. Das Risiko, eine gute Gelegenheit zu verpassen, ist groß.

Auslagerung

In eurem Unternehmen kennt Ihr Euer Produkt am besten. Und Ihr kennt eure potenzielle Kundschaft am besten. Von daher sage ich: Macht es selber – solange ihr jemanden im Team habt, der etwas von Marketing versteht. Wenn Ihr keinen habt, der sich damit auskennt – und das ist oftmals der Fall – dann holt euch schon in der Frühphase jemanden in die Truppe, der euch helfen kann. Ansonsten beauftragt eine Agentur, wenn Ihr das Budget dafür habt.

„Macht das Marketing selber – solange ihr jemanden im Team habt, der etwas von Marketing versteht.“

Marke

Wenn euer Startup noch jung ist, dann macht euch klar: Ihr seid nicht BMW. Niemand kennt eure Marke. Als Konsequenz lohnt es sich am Anfang auch nicht, einzig die Marke zu bewerben. Die Marke entsteht vielmehr über ein starkes Produkt.

Budget

Das hängt auch immer mit der Art des Business zusammen. Meine pauschale Regel lautet: Das Marketing-Budget sollte die Entwicklung des Produkts nicht beeinträchtigen. Ansonsten sage ich als Marketeer: So viel wie möglich.

Content

Ich rate gerade Unternehmen in der Startphase zu Content-Marketing. Es kostet eine Menge Geld, Suchmaschinen dafür zu bezahlen, hoch gerankt zu werden. Oftmals haben Startups dieses Geld nicht. Eine clevere Content-Kampagne mit den richtigen Keywords hilft dabei, bei den Suchmaschinen prominent platziert zu sein – zu einem Bruchteil der Kosten.

Eine Content-Kampagne hilft dabei, bei den Suchmaschinen prominent platziert zu sein – zu einem Bruchteil der Kosten.

Offline

Es gibt bei all den Marketing-Möglichkeiten eine Sache, die viele Gründer heute übersehen: Nichts ersetzt ein persönliches Treffen! Es hilft, wenn man vor Ort ist, sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Branchen-Events gemacht und unter anderem eine eigene Event-Reihe initiiert, die nach dem Auftakt in Paris und Moskau in diesem Jahr am 23. März in Berlin stattfinden wird. Auf den Mama-Konferenzen – was für Mobile Attribution und Marketing Analytics steht – bringen wir Kunden, Partner und führende Mobile-Marketing-Experten aus der Region zusammen.

Scheitern

Man haut sich monatelang die Wochenenden um die Ohren, um ein Produkt auf den Markt zu bringen. Aber genau das macht einen häufig blind dafür, sich einzugestehen, dass sich außer Euch eigentlich keiner um dieses Produkt schert. Wenn der Erfolg einer Marketing-Kampagne ausbleibt, sollte die erste Frage nicht sein: Müssen wir unser Marketing ändern? Sondern: Müssen wir etwas am Produkt ändern? Seid immer ehrlich zu Euch selbst, auch wenn es manchmal wehtut. Hört nie auf, Euch und Euer Produkt kritisch zu hinterfragen!

„Seid immer ehrlich zu Euch selbst, auch wenn es manchmal wehtut.“

Tools

Segment (Bild: Segment)
Segment (Bild: Segment)

Die Migration von Datensätzen von einem zum anderen Tool erscheint oft schwierig. Segment hilft bei der Portierung.

Unomy (Bild: Unomy)
Unomy (Bild: Unomy)

Die Software des gleichnamigen israelischen Startups hilft dabei, im B-to-B-Sektor Interessenten zu finden.

 

Zuerst erschienen in Berlin Valley Nr. 20

Alle Ausgaben zum kostenlosen Download.

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