Zum letzten Panel der Noah Conference 2017 trafen sich die großen Innovatoren der Mobility-Branche auf der Hauptbühne des Tempodroms in Berlin. Gett-Gründer Dave Waiser war extra aus New York angereist. Das Startup steht in direkter Konkurrenz zu Uber und hat bereits mehr als 600 Millionen Dollar an Venture Capital eingesammelt. „Die gesamte Mobilitätsbranche verändert sich. Statt um ein eigenes Auto geht es immer mehr um Transportation-as-a-Service – bezahlt pro Kilometer oder Stunde. Irgendwann wird sich auch die Autoversicherung in diese Richtung bewegen“, sagte Dave über die Entwicklung des Marktes.

Attraktive Alternativen zur Fortbewegung

Neben ihm saßen unter anderen Nico Gabriel von Drive Now und Olivier Reppert von Caro2go auf dem Panel. Gerüchte über einen Zusammenschluss der beiden Carsharing-Anbieter von BMW und Daimler wollten die beiden aber nicht bestätigen. Außerdem waren Chantal Ambort vom Mitfahrservice Blablacar, Jochen Engert vom Fernbus-Unternehmen Flixbus und Nils Rossmeisl vom Peer-to-Peer Autovermieter Drivy mit im Gespräch. Die Geschäfte entwickeln sich schnell, stehen aber trotzdem noch am Anfang. „Wir müssen es jetzt schaffen den Menschen bewusst zu machen, dass wir eine attraktive Alternative zur Fortbewegung sind“, sagt Olivier von Car2go.

„Wir sind ein Grund, dass es in der Bahn jetzt W-Lan gibt“

Flixbus scheint den Zahlen nach schon als attraktive Alternative wahrgenommen zu werden. 2016 hat das Unternehmen laut CEO Jochen Engert insgesamt 300 Millionen Passagiere befördert. „Natürlich macht bei uns der recht niedrige Preis einen großen Teil der Attraktivität aus. Aber die Kunden kommen auch wieder, weil unser Service sehr gut ist“, sagt Jochen. So gab in den Fernbussen beispielsweise von Anfang an kostenloses W-Lan. Jochen ist sicher: „Wir sind ein Grund, dass die Bahn jetzt auch endlich W-Lan für alle Passagiere eingeführt hat.“

„Sie lieben uns“

„Was hält eigentlich die Politik von Euch?“, will Moderator Marco Rodzynek von den Mobility-Startups wissen. „Sie lieben uns“, antwortet Nico Gabriel wie aus der Pistole geschossen. Sein Unternehmen Drive Now passt perfekt in die politische Agenda, den Verkehr und den Schadstoffausstoß zu verringern. „Wir sind in den meisten Städten sehr willkommen, weil wir sie ohne großen Aufwand besser anbinden, mehr Menschen in die Stadt bringen – und das ohne mehr Autos“, sagt Jochen Engert. Und auch Blablacar hat keine Probleme mit der Politik: „Wir erlauben den Fahrern nicht, Geld mit Blablacar zu verdienen. Es gibt keine professionellen Fahrer, sie können nur ihre Kosten mit ihren Mitfahrern teilen“, erklärt Chantal Ambort. Sonst hätte das Startup zumindest in Deutschland wohl ähnliche Probleme wie Uber.

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