Uber, Spotify, Netflix, Linkedin, Superdry… die Liste international bekannter Marken auf der Kundenseite des Payment-Anbieters Adyen findet kaum ein Ende. „Acht der zehn größten E-Commerce Unternehmen der Welt sind unsere Kunden“, sagt CEO Pieter van der Does im Fireside Chat mit Noah-Gründer Marco Rodzynek. „Uns reicht es nicht, eine gute User Experience zu liefern. Wir kontrollieren die gesamte Kette an Services, die beim Payment nötig sind. Deswegen liefern wir auch die beste Technik“, sagt Pieter. Und das Wachstum des Unternehmens ist noch lange nicht beendet. Inzwischen hat Adyen eine Banklizenz. Und wenn es Richtung Asien geht, sei auch Alipay ein möglicher Kunde.

Auf der Bühne im Tempodrom Berlin standen während der Payment- und Fintech-Blöcke am ersten Tag der Noah Conference hauptsächlich Fintechs und Banken, die auf dem besten Weg sind, mit ihrem Service die Welt zu erobern. Wie immer zog die Noah viele Gründer und internationale Investoren an.

Auch das Startup Stripe denkt groß: „Unsere Mission ist es, das BIP des Internets zu erhöhen“, erzählt Gründer John Collison auf der Noah-Bühne. Er möchte Gründern helfen, sich stärker auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Dazu hat Stripe zuerst einen Service für Online-Zahlungen gelauncht, der bisher in 25 Ländern genutzt wird. „Die Leute glauben immer, wir sind ein Payment-Anbieter, aber wir meinen es mit unserer Mission wirklich ernst. Wir haben nur mit Payment begonnen, weil das die erste große Hürde für Online-Gründer ist“, sagt John.

Die Big Player spielen mit

„Die Deutsche Bank will die erste digitale Hausbank werden“, sagt Deputy CEO Christian Sewing in seinem Vortrag. Dazu würden zuerst die traditionellen Banking-Produkte digitalisiert, dazu kommt die „Beyond Banking“-Strategie. Es gehe darum, zusammen mit Startups neue Produkte zu entdecken, die es in der alten Banken-Welt nicht gab. Dazu hat die Bank Startup-Hubs in Berlin, London, dem Silicon Valley und New York gegründet. Die Projekte werden in der Digital Factory in Frankfurt umgesetzt.

Die Deutsche Börse glaubt an deutsche Unicorns. In diesem Jahr gab es in Deutschland bisher nur zwei Börsengänge – Gesamtwert 215 Millionen Euro. In London waren es 2017 bereits zwölf, in New York 15 mit einem Wert von zehn Milliarden Dollar. Deutsche-Börse-CEO Carsten Kengeter will das ändern und mehr deutsche Unternehmen zum Börsengang begleiten. Er will auch Startups mit den richtigen Investoren verbinden: „Wir bringen Unternehmen mit Kapital und unterstützenden Mentoren zusammen. Dieser Weg kann dann auch zum Börsengang führen“, sagt er.

Blockchain – dezentral vernetzt

„Besitzt du Bitcoin?“ Das ist die Frage des Tages, die Marco Rodzynek jedem seiner Gesprächspartner stellt. Fast alle antworten mit nein. „Ich besitze Bitcoin und ich werde immer welche besitzen“, sagt hingegen Blockchain.com-Gründer Peter Smith. Er glaubt an die Kryptowährung und die Power von Blockchain und Smart Contracts. Wir gehören in Deutschland zu einer Minderheit von Menschen auf der Welt, die Zugang zu einem sicheren und gut funktionierenden Finanzsystem haben. Digitale Währungen auf Basis der Blockchain lösen in vielen Ländern Probleme, die wir nicht kennen. Peter hat mit Blockchain.com das größte Bitcoin-Wallet der Welt gegründet. Das Unternehmen verwaltet täglich mehr als 160.000 Transaktionen und ist wird in 140 Ländern genutzt. Die Welt vernetzt sich in allen Bereichen immer stärker – Mobility, Kommunikation, Zahlungen… Die Blockchain-Technologie bietet eine Möglichkeit, diese Vernetzung technisch abzubilden und könnte die technische Basis in vielen Branchen revolutionieren.

Versicherungen – ein neuer Fintech-Sektor

Gegen Ende des Fintech-Blocks bringt Carolin Gabor vom Company Builder Finleap ein neues Thema auf die Bühne: Insurtech 2.0. Die Versicherungsbranche ist noch kaum digitalisiert. Seit dem Aufstieg von Preisvergleichsportalen wie Check24 um die Jahrtausendwende hat sich hier wenig verändert. Seit etwa zwei Jahren kommt die Branche nun in Bewegung. Es sind digitale Versicherungsmakler wie Clark und neue Versicherungsprodukte wie Friendsurance entstanden. Finleap will diese Bewegung stützen und vorantreiben. Mit Element gründet der Company Builder einen digitalen Enabler aus, der Insurtech-Modelle im Hintergrund als lizensierter Partner unterstützen kann. Denn wie Finanzunternehmen sind auch Versicherer streng reguliert und Startups haben es schwer, diese Hürde zu nehmen. Die Digitalisierungswelle der Versicherungsbranche steht uns noch bevor und Carolin kündigt an, mit Element dabei eine große Rolle spielen zu wollen.

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