Wie sehen innovative Lösungen für die Mobilität der Zukunft aus? Welche Rolle werden Startups dabei spielen? Und was hat Sachsen damit zu tun? Als Center of Future Mobility war die Gläserne Manufaktur von Volkswagen der ideale Ort, um diese und weitere spannende Fragen auf dem NKF Summit Vol.5 zu beantworten. 50 Startups, mehr als 60 Speaker und 450 Gäste ließen sich das nicht entgehen und kamen dafür nach Dresden. Durchs Programm führte der erfahrene Tech-Journalist und Moderator Derk Marseille.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung schärfte Autor Benedikt Herles den Blick aufs große Ganze. In seiner Keynote sprach er über Revolutionen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik, Blockchain und Digitalisierung. Damit Deutschland hier nicht den Anschluss verliere, müsse man anfangen, in sogenannten Moonshots, also in großen Projekten zu denken, forderte Herles. In Anlehnung an das Innovator’s Dilemma sprach der Technologie-Investor und Volkswirt vom „politischen Innovator’s Dilemma“ und plädierte deshalb für grundlegende Debatten und konkrete politische Reformen.

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Auf der Startup-Expo präsentierten sich 50 Startups und freuten sich über den Austausch mit potenziellen Investoren.

Mikro-Mobilität in den Städten von morgen

Eine dieser Debatten ist sicher die Frage, wie innovative Mobilität der Zukunft aussehen wird. Denn gerade elektrische Mikro-Mobilität hat das Potenzial, unsere Städte nachhaltig zu verändern. Darüber sprachen auch die Branchenexperten im Urban Mobility-Panel: Sebastian Schlebusch vom Bike-Sharing-Anbieter Nextbike, Valerian Seither vom Roller-Sharing-Startup Emmy, Sebastian Signer von Urmo, das selbstbalancierende Kleinstfahrzeuge produziert, und Masoud Kamali vom Seed-Investor WestTech Ventures.

Die aktuelle Gesetzeslage zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen wie etwa den e-Scootern ist in Deutschland noch unklar – und das obwohl viele der Ventures schon gestartet sind. Die Panelisten erhofften sich deshalb mehr Sicherheit von einer Gesetzesnovelle, die bis zum Sommer diesen Jahres in Kraft treten soll. Unterschiede zwischen den Ventures zeigen sich im Geschäftsmodell: Während sich Nextbike und Emmy auf das Sharing-Modell konzentrieren, setzt Urmo auf den Verkauf der Hardware. Diskussionen gab es auch bei der Frage, wie viele Player am Ende auf dem neuen Markt bestehen könnten. Zwar waren sich alle einig, dass es eine Konsolidierung geben würde. Doch anders als die anderen Panelisten war Investor Masoud Kamali davon überzeugt, dass tatsächlich viele dieser Anbieter es am Ende schaffen würden, sich parallel zu etablieren.

Sachsen als Chancenland – gerade für Mobility- und Industrie-Startups

Dass Sachsen bei der Debatte um die Mobilität der Zukunft eine führende Rolle einnehmen wird, da ist sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sicher. Auch er ließ sich einen Besuch beim NKF Summit Vol.5 nicht nehmen. Seine Keynote war ein Plädoyer für digitale Bildung, für die er sich in Sachsen einsetze: Denn wo einst Kohle war, müsse Innovation hin. Er sprach außerdem über Sachsen als Chancenland für Startups, das sich besonders durch die enge Vernetzung von Universitäten, Instituten und Startups auszeichne.

Auch andere Vertreter aus Sachsen stimmten ihm da zu – Stephan Stubner, Rektor der HHL, genauso wie die Rainer Gläß, Vorstandsvorsitzender der GK Software SE und Sachsens Unternehmer des Jahres 2018. Um das kleinteilige und vielfältige Ökosystem in Sachsen ging es auch in dem darauffolgenden Panel, geleitet von Marina Heimann, der Geschäftsführerin von futuresax.

“Wir VCs verkaufen unsere Startups oftmals zu früh!”

Innovationen liefern vor allem Startups. Doch wer sind die großen Durchstarter und wie entdeckt man sie frühzeitig? Beim letzten Panel des Tages diskutierte Andreas Winiarski gemeinsam mit dem hochkarätig besetzten Investorenpanel über die Frage, woran man eigentlich Unicorns erkennen könnte. Mit dabei waren Vertreter des High-Tech Gründerfonds, dynamics.vc, HV Holtzbrinck Ventures, Cherry Ventures und Edition.VC. Die Investoren und Investorinnen waren sich einig darin, dass noch immer zu wenig Venture Capital in Europa investiert werde – zumindest im Vergleich zum asiatischen oder US-amerikanischen Markt. Tanja Kufner von dynamics.vc, die schon schon seit zwanzig Jahren als Investorin tätig ist, stellte rückblickend fest: „Wir VCs verkaufen unsere Startups oftmals zu früh.” Genauso wie die anderen Panelisten plädierte sie für mehr Vertrauen in die jungen Wachstumsunternehmen.

Vertrauen aufbauen und Kontakte knüpfen – dafür bot der NKF Summit Vol.5 in Dresden eine großartige Gelegenheit. Das fand auch Peter Kauschke, Director Transport, Logistik und Mobilität bei PwC: „Der NKF Summit hat deutlich gemacht, dass sich in der Mobilität durchaus Chancen für Startups bieten, profitable Nischen zu besetzen.”

Der Summit war eine Kooperationsveranstaltung von NKF Media gemeinsam mit dem Land Sachsen und der Initiative „So geht Sächsisch“. Die Veranstaltung wurde außerdem freundlicherweise unterstützt von pwc, PIABO, SAP, vom Smart Systems Hub und SpinLab – The HHL Accelerator sowie von VW. 

Fotos: Laura Kießling & Oliver Kilig