Ein Produkt entwickeln, das alles bisher dagewesene in den Schatten stellt und den Markt komplett umkrempelt. Mit einem Wort: Disruption. Das ist für viele Startups das goldene Ziel. Auf dem NKF Summit schildern die Gründer von Casper, Service Partner One und Outfittery, wie sie dieses Ziel erreichen wollen.

Interaktion ist das A&O bei Casper

Mit 100 Millionen Dollar Umsatz im ersten Jahr nach der Gründung und 200 Millionen im zweiten gehört das New Yorker Startup Casper zu den absoluten Shooting-Stars der Vertical Commerce Industrie. 2016 hat das US-amerikanische Matratzen-Startup auch den europäischen Markt ins Visier genommen. Europa-Chef Constantin Eis präsentiert die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte von Casper.

Vor zwei Jahren startete Constantin Eis mit einer einfachen Frage den Aufbau seines Matratzen-Imperiums: „Welche Industrie kann man relativ einfach verändern?“ Der Blick fiel auf das Geschäft mit Schlafunterlagen. Traditionell findet das Geschäft in Eckladengeschäften mit einer Person statt und basiert auf Kommissionen. Eis digitalisierte das Geschäft und startete vor zwei Jahren in New York Casper. Das Erfolgsrezept ist vor allem die persönliche Nähe zu seinen Kunden. Suchte Casper diese am Anfang noch mit Trailern auf Festivals, funktioniert diese heutzutage über Casper Labs. Damit will das Unternehmen den Kontakt auch über den Kauf hinaus aufrecht erhalten. Eine Investition, die sich spätestens nach acht bis zehn Jahren lohnt, wenn der nächste Matratzentausch bevorsteht. Der enge Kundenkontakt hat aber auch direkt neue Produkte hervorgebracht, darunter eine Matratze für Hunde.

Service Partner One bietet alles aus einer Hand

Das Berliner Startup Service Partner One (SPO) beweist eindrucksvoll, dass man den B2B-Markt auch durch die Hintertür erobern kann. Weniger als zwei Jahre nach der Gründung arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter für das Unternehmen. Im Juli 2016 konnte das Startup eine Series-A-Finanzierung in Höhe von zehn Millionen Euro einwerben – angeführt von EQT Ventures. SPO-Gründer und Geschäftsführer Sven Hock erklärt das Geheimnis des Erfolgs.

Auf etwa 250 Euro pro Monat und Mitarbeiter belaufen sich die Kosten für die sogenannten Office-Services – Dinge wie Getränke, Obst, Reinigung und Büromaterialien. Während in großen Firmen die Organisation dieser Dienste beispielsweise von der Assistenz der Geschäftsführung abgedeckt wird, fehlt in mittelständischen Unternehmen aus Kostengründen der Officemanager. Service Partner One bündelt die verschiedenen Service Provider und stellt den Unternehmen eine einzige, transparente Rechnung. Und genau das ist das Erfolgsrezept: „Volle Transparenz, voller Service, volle Kontrolle“, sagt Mitgründer Sven Hock.

Outfittery: Relevanz statt Masse

Outfittery gehört zu den Vorzeige-Startups im Bereich E-Commerce. Die beiden Gründerinnen Anna Alex und Julia Börsch bereichern Männermode mit dem so genannten „Curated Shopping“. Das 2012 gegründete Unternehmen beschäftigt 300 Mitarbeiter und verzeichnet 400.000 Kunden.

„Mein Großvater hatte einen Herrenausstatter, der nur einmal im Jahr für eine Stunde Beratung anbot. Das war nur deshalb möglich, weil er ihn persönlich kannte und genau wusste, was er mochte. Dann kamen die Malls, die Auswahl wurde immer größer und die Männer von der Fülle erschlagen“, schildert Anna Alex das Problem. Statt 600 Auswahlmöglichkeiten für blaue Hemden reduziert Outfittery das Angebot ganz bewusst und schickt seinen Kunden nur das, was sie wollen und was relevant ist. Zielgruppen wie der vielbeschäftigte Geschäftsmann profitieren von der reduzierten Komplexität. Das Konzept soll auch Männer erreichen, die bisher nicht online einkaufen – eine Eigenschaft, die auf jeden zweiten Mann zutrifft.

Wie etablierte Unternehmen mit Startups zusammenarbeiten – das war das Thema des ersten NKF Summits am 7. Dezember 2016 in Berlin. NKF Media ist der Verlag, der die Startup-Magazine Berlin Valley und the Hundert publiziert. Insgesamt mehr als 200 Vertreter von Startups, Mittelstand und Konzernen kamen auf dem NKF Summit zusammen, um über herausragende Beispiele zu diskutieren, wie die Zusammenarbeit von Corporates und Startups gelingen und wie man Innovationen vorantreiben kann.

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2 Kommentare auf "Game Changer: Mit cleveren Ideen den Markt umkrempeln"

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[…] Hartmann: Insbesondere durch unser Mitwirken bei Lieferando, Simplesurance/Schutzklick und Service Partner One haben wir viel Erfahrung aufgebaut, wie eine Firma designed sein muss, um immer wieder mit 20 bis […]

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