Der aktuelle Fokus liegt auf Wachstum, Reichweite und Engagement der Nutzer auf der Plattform. Über 4600 Nachbarschaften findet man dort bereits. Auf diese verteilen sich über eine halbe Million adressverifizierte Nutzer, die ihren Nachbarschaften bereits erfolgreich zugeordnet werden konnten.

„Leute leihen sich Sachen, tauschen Sachen, helfen sich gegenseitig“

Nebenan.de hat jedoch weit mehr Nutzer, deren Adresse noch nicht verifiziert wurde. Diese Verifizierung ist aufwändig, stellt aber sicher, dass nur Anwohner innerhalb fester Grenzen zur jeweiligen Nachbarschafts-Community gehören. Natürlich ist das eine Hürde, „baut aber zugleich auch Vertrauen auf, wenn die Nutzer dann die Namen und Adressen ihrer Nachbarn sehen und die Kommunikation mit ihnen führen können”, glaubt Vollmann. Belastbare Zahlen gibt es nicht, „aber ich bin mir 100 Prozent sicher, dass es über 90 Prozent der Konversationen und auch der Transaktionen im echten Leben sind, die daraus entstehen, Leute leihen sich Sachen, tauschen Sachen, helfen sich gegenseitig. Über 90 Prozent dieser Sachen hätten ohne die Plattform nicht, einfach gar nicht stattgefunden.”, sagt Christian.

Das Nachbarschaftsnetzwerk versteht sich als digitaler Helfer, um Menschen einer Nachbarschaft im echten Leben zusammenzubringen. Sie sollen die Möglichkeit bekommen Feste zu organisieren, Verabredungen zu treffen oder auch Werkzeuge oder andere Gegenstände zu verleihen. „Bei uns haben sich schon Eltern-Kind-Gruppen, Verabredungen zum Hund ausführen und Tennis spielen gefunden“, erzählt Christian begeistert. Auf der Plattform gibt es über 1000 Themen, die in Nachbarschaften diskutiert werden. In der Nutzung gibt es zwischen Stadt und Land Unterschiede.

Ein anderer Fokus als Facebook

Hat das Netzwerk eine Chance neben Facebook? Ein klares Ja, denn die Menschen, die sich bei nebenan.de registrieren, schätzen den Wert des Netzwerkes und dass es sich eben nicht auf das Virtuelle beschränkt, sagt Christian. Es geht eben doch mehr um das echte Treffen und die Begegnung mit den Menschen im Leben da draußen. Das passt zum Fokus des Netzwerkes, welches Social- B2B-Sharing, Nachhaltigkeit, teilen, helfen und Themen im Alter sehen.

„Das Netzwerk soll aus den Nachbarschaften wachsen“

Im nächsten Schritt wird nebenan.de es ermöglichen, dass öffentliche Einrichtungen, wie Bezirksämter, Stadtverwaltungen, Gemeinden, Kommunen und vielleicht auch Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und andere Profile anlegen können. Danach kommen gemeinnützige Organisation, Vereine oder das Quartiersmanagement hinzu. Somit soll das Netzwerk neben den Menschen aus den Nachbarschaften wachsen. Später werden sicher lokale Dienstleister folgen, um auch für die Monetarisierung einen möglichen Grundstein zu legen.

Seit Juni 2017 gibt es mit Nextdoor einen Wettbewerber auf dem deutschsprachigen Markt, der sich in die Nachbarschaften mischt. „Das ist sportlicher Wettbewerb, der mich eher anspornt“, sagt Christian. Das Thema Nachbarschaft bekommt so mehr Aufmerksamkeit und das tut uns gut. Davon profitiert auch nebenan.de. „Hier sind wir der Goliath und Nextdoor der David. In Deutschland werden wir das Ding gewinnen.

Nebenan.de Logo (Bild: Nebenan.de)

NEBENAN.DE

Branche: Soziale Netzwerke
Beschreibung:
Gründer: Christian Vollmann, Till Behnke, Ina Brunk, Sven Tantau, Michael Vollmann, Matthes Scheinhardt
Standort: Berlin
Gegründet: Juni 2015
Mitarbeiter: 40
URL: nebenan.de

Zuerst erschienen in Berlin Valley Nr. 26

Alle Ausgaben zum kostenlosen Download.

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1 Kommentar auf "Nebenan.de macht den Kiez erlebbar und bringt Nachbarn zusammen"

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