Vom Studenten zum Multimillionär: Über den ICO für Lisk sammelte Max Kordek Anfang 2016 Millionen – in kürzester Zeit. Dabei hatte alles ganz klein angefangen, in einer winzigen Studentenbude in Aachen. Max war damals 24, interessierte sich für Mathe, Informatik und Investmentbanking. „So habe ich schnell meinen Weg zu Bitcoin gefunden”, erinnert er sich. „Ich kaufte mir einen Miner, der mein kleines Apartment ziemlich schnell aufheizte – und laut war er auch. Ich habe einen richtigen Hass gegen Mining entwickelt”, meint er schmunzelnd.

Kurzerhand suchte er nach Alternativen, die kein Mining voraussetzen. Zuerst wurde er für NXT aktiv, arbeitete dann für ein – leider nicht sehr erfolgreiches – Blockchain-Startup und beschloss deshalb gemeinsam mit seinem Kollegen, Oliver Beddows, etwas Eigenes aufzubauen. „Grundidee war und ist es, Entwicklern die Tools an die Hand zu geben, um einfacher und schneller ihre eigene Blockchain in JavaScript zu entwickeln, um darauf dezentrale Apps bauen zu können.”

„Wir wollten das von Anfang an professioneller gestalten”

Finanziert werden sollte das Projekt, wie so viele, über eine ICO – allerdings mit einem Unterschied: „Damals wurden die meisten ICOs ja nur über kleine Forenposts bekannt gemacht, in dem Stil: Das ist meine Idee, bitte schickt mir Geld. Und das völlig anonym. Wir wollten das von Anfang an professioneller gestalten”, erzählt Max. Gesagt, getan: Es wurde ein richtiges Portal programmiert, auf dem sich Interessierte registrieren konnten, dazu kam eine schicke Website inklusive Bildern und den realen Namen der Teammitglieder.

Der „professionelle ICO-Pitch” kam so gut an, dass Max teilweise 18 Stunden am Tag Anfragen beantwortete – und am Ende 14.000 Bitcoin (damals 5,2 Millionen Euro – heute hält die Lisk Stiftung 72 Millionen Euro) einnahm. „Bei dieser Summe war klar, dass wir eine solide legaleBasis brauchten. Bis auf Ethereum hatte sich in der Community noch niemand wirklich über gesetzliche Grundlagen Gedanken gemacht”, schildert Max die Situation. „Zuerst haben wir es in Deutschland versucht, aber das ging gar nicht. Darum bin ich froh, dass es jetzt bei Madana so gut funktioniert.”

„Dezentralisierung ist uns extrem wichtig – sonst wird sich die Macht ausschließlich auf die großen Konzerne konzentrieren“

Damals blieb den Lisk-Gründern nichts anderes übrig, als nach Zug in der Schweiz auszuweichen. Ein halbes Jahr dauerte es, bis sie dort eine Stiftung aufgebaut und die Gelder transferiert hatten – ohne sie einmal angefasst zu haben. „Während dieser Zeit haben wir uns selbst finanziert, mit Biegen und Brechen.” Den Rest lernten Max und Oliver „on the go”.

Lisk Stiftung wird gegründet

„Wir lesen sehr viel, besuchen Workshops, arbeiten mit Mentoren – und stellen neue gute Leute ein, die dann natürlich auch helfen”, erklärt Max den Weg vom Studenten zum Präsidenten der Lisk Stiftung und gleichzeitig zum Geschäftsführer der Berliner Lightcurve GmbH. Unter diesem Dach beschäftigen Max und Oliver mittlerweile 50 Mitarbeiter in ihrem Büro am Berliner Potsdamer Platz, die mit voller Kraft daran arbeiten, die Lisk-Blockchain noch zugänglicher für Entwickler zu machen.

„Jeder Mensch sollte einmal im Leben versuchen, etwas zu gründen“

„Dezentralisierung ist uns extrem wichtig – und muss voll in unsere Gesellschaft integriert werden. Sonst wird sich die Macht ausschließlich auf die großen Konzerne konzentrieren”, sagt Max. Währenddessen liegt der Studienabschluss auf Eis. „Mir fehlen noch ein paar Klausuren, die ich innerhalb der nächsten acht, neun Jahre nachholen kann, aber ich fürchte, das passiert nicht mehr”, lacht der 26-Jährige. Er habe auch so jede Menge gelernt.

Als Gründer wird man zum Multitalent

„Durch die Gründung bin ich viel selbstbewusster geworden und ein echtes Multitalent.” Und das viele Geld? Das scheint für Max eher Nebensache zu sein. „Natürlich habe ich jetzt eine schönere Wohnung und eine schickere Uhr, aber ich fühle mich ganz normal.” Und das rät er auch anderen Gründern. „Am Boden bleiben und nicht das Geld aus dem Fenster werfen.” Was ihm aber noch wichtiger ist: „Jeder Mensch sollte einmal im Leben versuchen, etwas zu gründen. Es ist einfach mega, einerseits dein eigener Boss zu sein, aber auch andererseits etwas aufzubauen, wo du mit voller Passion dahinterstehst und was wirklich einen Impakt auf die Welt haben könnte.”