Bei der Gründung eines Unternehmens kommen sehr viele Fragen auf die Neu-Unternehmer zu – und zwar meistens gleichzeitig: Welche Rechtsform sollen wir wählen? Wie viel zahlt der Kunde für das Produkt? Wer bekommt wie viele Anteile bei einer Teamgründung? Wie läuft das mit den Steuern? Da in der Anfangsphase eines Gründungsvorhabens jede Sekunde Arbeit in die Entwicklung und Verfeinerung des Prototypen gesteckt wird, laufen Gründungsteams oft Gefahr, wichtige Punkte aus den Augen zu verlieren.

Meine Tipps für die Gründung

Plötzlich Chef: Wie werden die Rollen im Team verteilt, wer ist der Geschäftsführer, wie viel Mitspracherecht haben die Gesellschafter? Hier sollte man im Team rechtzeitig eine Lösung finden, die alle mittragen, oder sich auch wieder trennen. Kompliziert wird es, wenn bereits Investoren eingestiegen sind. Ohne eine Rechtsgrundlage kann es schwierig werden, zu einer Einigung zu kommen. Wir verlangen beispielsweise von unseren Gründungsteams, dass genau diese Fragen vor der Gründung in einem Vertrag festgehalten werden.

Gutes Personal: Ab wann werden neue Mitarbeiter benötigt und welche Qualifikation müssen diese mitbringen? Ein guter Mitarbeiter sollte neben dem Studium auch schon andere für das Unternehmen passende Erfahrungen gesammelt haben. Oft erweist sich der Studienkollege oder beste Freund nicht als der beste Mitarbeiter, sondern der mit den gewünschten Erfahrungen. Manchmal hilft es, einen Interimsmanager einzustellen, um kurzzeitig Abhilfe zu schaffen. Der TU-Ausgründung Panono – das Team hat eine spektakuläre Panoramawurfkamera entwickelt – ist es gelungen, einen Leica-Manager als Interimsmanager zu gewinnen. Für das junge Unternehmen ein absoluter Gewinn!

Das kann Geld kosten: Das Bundesministerium für Wirtschaft hat auf seinen Seiten die sechs häufigsten Steuerfehler von Gründern zusammengestellt, diese sollte man kennen. Dazu zählen zum Beispiel die falsche Rechtsform, nicht gezahlte Sozialabgaben oder keine ausgewiesene Mehrwertsteuer. Mehr Informationen findet man hier.

Natürlich weiß man am Anfang einer Gründung vieles nicht. Hilfreich sind vor allem die Angebote, die Austausch und Vernetzung schaffen und Kontakte zu erfahrenen Gründern ermöglichen, seien es Konferenzen, Boot Camps oder Accelerator-Programme. An der TU Berlin haben wir ein Netzwerk aus Expertinnen und Experten sowie erfahrenen Startups aufgebaut, die in unserer StarTUp School in Workshops gezielt Wissen vermitteln. Wir bieten zum Beispiel Kurse zu den Themen „Steuerrecht für Gründer/innen“, „HR in wachsenden Unternehmen“ oder „Verhandlungsführung mit Investoren“ an. Zusätzlich laden wir regelmäßig erfolgreiche Gründerinnen und Gründer oder bekannte Gesichter aus dem Silicon Valley an die TU Berlin zu Vorträgen ein. Unser Programm richtet sich an Hochschulabsolventen sowie Studierende, ein Bezug zur TU Berlin ist keine Voraussetzung.

Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley News 09/2015.

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