Gemeinsam an einer Gründungsidee arbeiten, aber wo? Diese Fragen stellen sich viele Entrepreneure. In Berlin sprießen Coworking Spaces und Accelerator-Programme von Industrieunternehmen, Investoren, wissenschaftlichen Einrichtungen oder Privatpersonen aus dem Boden. Bei dieser Masse an Angeboten kann man leicht den Durchblick verlieren.

In Coworking Spaces finden sich offene, flexible, temporäre Arbeitsplätze – vom Teilen eines Schreibtisches bis hin zum eigenen Büro – in einem unternehmerischen Umfeld. Das ist toll für den Anfang, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und an den oftmals vorhandenen Trainingsangeboten und Netzwerkveranstaltungen teilzunehmen.

Accelerator-Programme (Beschleuniger) bieten Raum und Begleitung, sind meist für drei Monate angelegt und haben einen vorgelagerten Aufnahmeprozess. Gründerteams werden hier von erfahrenen Mentoren und Coaches wie zum Beispiel erfolgreichen Gründern betreut. Sie bekommen gründungsrelevantes Know-how, Kontakte und Feedback von Investoren und der Industrie und vernetzen sich untereinander. Der wohl berühmteste Accelerator ist Y-Combinator aus San Francisco, der Startups wie Airbnb und Dropbox hervorgebracht hat. Die erfolgreiche Teilnahme an einem Accelerator-Programm, wie zum Beispiel dem Green-Garage-Programm des Climate-KIC, ist mit einem Gütesiegel zu vergleichen und vor allem bei Investoren gerne gesehen.

Bei der Auswahl sollte man darauf achten, den zum Geschäftsfeld passenden Inkubator zu finden, und nachfragen, welche Experten, zum Beispiel aus der Industrie, oder Investoren aktiv mitarbeiten. Zudem beteiligen sich viele Accleratoren am Startup-Unternehmen. Hier lohnt immer ein Vergleich der Konditionen: Investmentsumme, Qualität der Begleitung, Prozente der Beteiligung.

Inkubatoren und Gründerhäuser gibt es an fast allen Hochschulen. Sie bedienen insbesondere akademische Gründungsteams in der Vorgründungs- und Gründungsphase. An der TU Berlin im Centre for Entrepreneurship stehen für bis zu 20 Teams Arbeitsplätze und Räume in Charlottenburg und in Mitte zur Verfügung. Der an Meilensteinen orientierte Inkubationsprozess dauert statt der üblichen drei Monate hier zwölf Monate, da insbesondere innovative Hardware und Dienstleistungsideen aufgenommen werden. Der Fokus der Unterstützung liegt auf der Einwerbung von EXIST-Mitteln, der Geschäftsmodellentwicklung, dem Markteintritt und Vertrieb sowie der Finanzierung. Ein intensives Netzwerk aus Fachleuten der Industrie, aus Business-Angel und Investoren unterstützt aktiv den gesamten Prozess.

Dieses Angebot wird ab 2016 durch den neuen Coworking Space an der TU Berlin erweitert. Auf 750 Quadratmetern werden am Ernst-Reuter-Platz Studierende und Gründerteams zusammenarbeiten und in der Prototypenwerkstatt bauen können. Die Prototypenwerkstatt wird neben Werkstatt und Elektronikarbeitsplätzen auch 3D-Drucker bereitstellen und Workshops zum Thema Rapid Prototyping und Design Thinking anbieten. Das Centre for Entrepreneurship an der TU Berlin ist eine erste bedeutende Stufe für die Gründerinnen und Gründer, die sich später in den zahlreichen Gründerzentren und Technologieparks ansiedeln. Diese bieten zumeist längerfristige Möglichkeiten, Büroräume anzumieten. Der Vorteil ist, dass die Bürofläche mit dem Unternehmen mitwachsen kann.

Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley News 08/2015.

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