Eigentlich hatte ich mich per Zufall für den Studiengang Verpackungstechnik eingeschrieben. Den nötigen Anstoß für diese Berufsrichtung bekam ich aber bereits während meiner Ausbildungszeit als Werbetechniker. Dort sammelte ich erste Erfahrungen und verknüpfte Kreativität mit Technik. Nach wie vor ist es der spannendste Teil für mich, den perfekten Bogen zwischen einer kreativen Idee und den technischen Anforderungen zu schaffen. Ich wollte schon damals herausfinden, wie sich die Verbindung von beidem herstellen lässt. Im Studium fügte sich dann alles zusammen.

Schnittstelle zwischen Design und Technik

Als Verpackungsingenieur setze ich heute interessante Ideen um; ich bilde die Schnittstelle zwischen Design und Technik. Dabei bleibe ich meiner wichtigsten Prämisse immer treu: Der Kunde muss sich mit meinen Verpackungen identifizieren können und dabei stets das Gefühl haben, mein Produkt ist wie für ihn und sein Produkt gemacht. Bei der Gestaltung taste ich mich heran, nehme verschiedene Perspektiven ein und setze mich im Vorfeld zunächst mit dem Inhalt auseinander. Mit der Zeit entsteht ein individuelles Design.

Als ich von Protonet den Auftrag bekam, eine Verpackung für die kleinen Private-Cloud-Server zu entwickeln, orientierte ich mich an der sechseckigen Form der kleinsten Protonet-Box. Wenn von außen zu sehen ist, was sich im Inneren befindet, dann transportiert die Verpackung nicht nur den Inhalt, sondern auch eine Message. Wenn ich das schaffe, bin ich zufrieden. Dabei achte ich stets auf Nachhaltigkeit und wähle die Materialien akkurat aus, sodass die fertige Lösung umweltschonend ist. Ich verwende beispielsweise Gurte für die Rutschfestigkeit anstelle von Schaumstoffmaterialien.

Schreibtischfachablagen und Dinosaurier

Kreativ bin ich auch, wenn es darum geht, wie die Verpackungen weitergenutzt werden können und nicht direkt auf dem Müll landen. Upcycling ist das Schlagwort – umfunktionieren und etwas Neues daraus machen. Protonets Kunden der größeren Boxenmodelle können etwa ihre Verpackungen als Schreibtischfachablage umgestalten.

Meine Produkte erfüllen somit nicht nur ihren Zweck als Transportmedium, sie werden später einfach zu etwas anderem umfunktioniert. Das versuche ich bei allen meinen Verpackungen zu beachten, so auch bei meinem jüngsten und eigenen Projekt: „Der kleine Knick“ – die kreative Schultüte. Ein Freund bat mich eines Tages, eine Schultüte zu entwerfen, etwas Besonderes, fernab der üblichen Nullachtfünfzehn-Schultüten, die es zu kaufen gibt. Also bastelte ich kurzerhand eine Schultüte im Dinosaurier-Design mit einem großen Dino-Kopf, der abnehmbar ist und als Erinnerung an die Wand gehängt werden kann. Auf den großen Dino-Füßen kann die Schultüte sogar stehen.

Tobias Otto

TOBIAS OTTO

Seinen Zivildienst leistete der gebürtige Tübinger in Chile und studierte dann an der HTWK Leipzig Verpackungstechnik. Für sein Verpackungsdesign, das er für Protonets Private-Cloud-Boxen entwickelt hat, gewann Tobias 2014 den Silbernen Nagel des ADC in der Kategorie „Nachhaltigkeit“.
Protonet

PROTONET

NAME Protonet 
GRÜNDUNG: 2012
GRÜNDER: Ali Jelveh, Christopher Blum
MITARBEITER: 33
STANDORTE: San Francisco und Hamburg
SERVICE: Private-Cloud-Server und Kollaborationssoftware

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1 Kommentar auf "Tobias Otto von Protonet erklärt: Was macht ein Verpackungsingenieur?"

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