Groupon-Aktienkurs-auf-Erholungsfahrt

Kaum zu glauben, aber die Aktie von Groupon ist nun mehr seit einem halben Jahr auf Erholungskurs. Mitte November letzten Jahres prognostizierte Jochen Krisch von Exciting Commerce noch, dass der Schnäppchenanbieter aufgrund der niedrigen Bewertung ein attraktiver Übernahmekandidat sei. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens lag damals bei 1,35 Milliarden Euro, der Aktienkurs lag auf dem Tiefkurs bei unter 3 US$. Viele Branchenkenner hatten Groupon zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschrieben. Zu tief saß die Enttäuschung durch den vermasselten Börsengang. Der Emissionskurs lag damals bei 20 US$.

Doch im letzten halben Jahr ist viel passiert. Der glücklose Gründer und CEO Andrew Mason musste gehen („I got fired today!“), sein Partner Eric Lefkofsky übernahm. Die ersten Quartalszahlen nach dem Führungswechsel waren solide: Im ersten Quartal 2013 konnte das Unternehmen eine Umsatzsteigerung  um acht Prozent auf 601,4 Mio. US$ vermelden. Manch einem erschien dies jedoch für ein Internet-Unternehmen zu wenig. Die Kurse brachen nach Verkündung der Zahlen ein. Jedoch nur kurzfristig, denn die Zahlen hielten nur oberflächlichen Betrachtungen nicht stand.

Auch wenn Groupon in Deutschland nicht wirklich zu glänzen vermag (weder bei den Zahlen, noch bei den Methoden) – in den USA zeichnet sich ein anderes Bild: Das US-Geschäft konnte um 42 Prozent zulegen. Bereits 45 Prozent der Transaktionen kommen im US-Markt per Mobile zustande.  Die App wurde bereits 7 Millionen Mal heruntergeladen.

Das Unternehmen hat inzwischen rund 41 Millionen aktive Kunden in 44 Ländern und arbeitet mit über 190.000 Geschäften zusammen. Die Services Groupon Now, Groupon Goods und Groupon Rewards werden gut angenommen. All diese Dienste sorgen dafür, dass das US-Unternehmen sich scheinbar seines größten Problems entledigen konnte: Der permanente Abhängigkeit des Erfolgs an den Marketingausgaben. Diese gingen im ersten Quartal 2013 um 31 Prozent zurück.

Zusätzlich hat das Unternehmen mit Groupon Breadcrumb POS ein neues Point-of-Sale-System für das iPad veröffentlicht. Breadcrumb POS richtet sich vor allem an Restaurants und Händler, die mobile Zahlungen möglich machen wollen. Die Basisversion ist kostenlos, die Premium-Version kostet 99 US$. Der Schnäppchenanbieter nutzt somit seine Kundenbeziehungen und attackiert den Markt von Paypal und Square. Und es ist ein Fuß in der Tür, um die Zusammenarbeit mit den Händlern anschließend zu intensivieren.

Neben den guten Zahlen sorgte Groupon auch an der Kapitalfront für Ruhe: Im Mai 2013 konnte das US-Unternehmen JANA Partners, den Hedge Fond von Milliardär Barry Rosenstein, gewinnen.

Deutsche Bank stuft Groupon auf Buy

Offensichtlich überzeugen die Maßnahmen: Vor wenigen Tagen stuften die Analysten der Deutschen Bank Groupon von Hold auf Buy – mit einem Kursziel von 10 US$. Diese Einschätzung sorgte für einen erneuten Schub: Zum Zeitpunkt des Artikels liegt der Aktienkurs bei 8 US$. Das Unternehmen ist sicherlich noch nicht über den Berg, doch wahrscheinlich wird sich noch innerhalb der kommenden 12 Monate abzeichnen, ob Groupon eine Führungsrolle im  s.g. Local Commerce spielen kann.

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