Tamo, warum führt Companisto eine neue Anlageklasse ein?

TAMO ZWINGE: Companisto ist mittlerweile Crowdinvesting-Marktführer in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Wir möchten weiter wachsen und unser Profil verbreitern. Wir möchten auch unseren Investoren die Möglickeit geben, ihr Portfolio weiter zu diversifizieren. Darüber hinaus wollen wir zeigen, dass Crowdinvesting auch eine Möglichkeit für etablierte Wachstumsunternehmen ist, neue Investoren zu finden.

Was bieten Venture Loans dem Anleger?

TAMO ZWINGE: Venture Loans laufen zwischen drei und vier Jahren, sie bieten eine Festverzinsung von bis zu acht Prozent per annum; die Zinsen werden halbjährlich ausgezahlt. Anders als bei Start ups, die in der Frühphase sind und sich noch am Markt behaupten müssen, werden Venture Loans von etablierten Wachstumsunternehmen ausgegeben. Dies ermöglicht den Investoren, ihr Risiko zu streuen, was viele Anleger im Sinne der Portfoliotheorie bei Risikokapital tun.

Dann werden die Mittelständler mit den Startups auf der Plattform um Geldgeber konkurrieren?

TAMO ZWINGE: Wir ersetzen ja keine Anlageklasse, sondern erweitern das Investmentangebot auf Companisto. Wir gehen davon aus, dass eine festverzinste Anlage mit einer regelmäßigen Zinsauszahlung nicht nur für unsere bestehenden Investoren interessant ist, sondern auch ganz neue Investorengruppen anspricht. Und wir gehen davon aus, dass letztlich insgesamt noch mehr Menschen auf Companisto aktiv sind, was das verfügbare Kapital sowohl für die Startups als auch für die Wachstumsunternehmen erhöht. Davon würden dann alle profitieren.

Eine Verzinsung von acht Prozent – das klingt nach hohem Risiko.

TAMO ZWINGE: Venture Loans sind wie jedes Crowdinvesting Risikokapital. Venture Loans werden aber von Wachstumsunternehmen mit substanziellen Umsätzen ausgegeben. Die Unternehmen müssen also nicht erst ihren Markt erschließen, sondern haben bereits Produkte, mit denen sie erhebliche Umsätze machen – so wie die Schokoladenmanufaktur Sawade aus Berlin zum Beispiel, die am 18. August auf Companisto gestartet hat und einen Jahresumsatz von mehr als vier Millionen Euro erzielt. Hier greift ein 135 Jahre altes Berliner Traditionsunternehmen auf eine innovative Finanzierungsform wie Crowdinvesting zurück. Das finde ich sehr spannend.

Das Gespräch führte Corinna Visser. Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley News 09/2015.

Tamo Zwinge, Mitgründer und Geschäftsführer Companistoåç

Tamo Zwinge

ist gemeinsam mit David Rhotert Gründer und Geschäftsführer von Companisto. Beide sind Rechtsanwälte. Ehe sie Companisto im Juni 2012 gründeten, bauten sie das Berliner Startup Partycard auf, welches sie bis zum Beteiligungsverkauf.

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