Interview mit Robin Haak, Axel Springer Plug and Play

Erzähl uns doch ein bisschen mehr über das Plug and Play Tech Center? Was ist das genau? Was machen wir gemeinsam? Was machen wir anders? Was ist das Mentorennetzwerk?

 Axel Springer Plug and Play ist ein Joint Venture, das zu 50 Prozent dem Plug and Play Tech Center und zu  50 Prozent Axel Springer gehört. Der Kontakt zum CEO und Founder von Plug and Play Tech Center entstand im Rahmen des Aufenthalts von Peter Würtemberger, Kai Diekmann und Martin Sinner im Silicon Valley.

Das Plug and Play Tech Center besticht durch eine große Expertise – dort wurden bislang über 1000 Startups „accelerated“, zum Netzwerk zählen auch: Google, Paypal und Dropbox. Durch die Zusammenarbeit verfügen wir über eine direkte Verbindung ins  Silicon Valley.

Wir verstehen richtig, dass eine Jury die Startups ausgewählt hat?

Die Jury von Axel Springer Plug and Play wählt nach einer groben Erstauswahl während der „Pitching Days“ die bis zu zehn Startups für das dreimonatige Programm aus. Durch die Jury-Zusammensetzung vereinen wir verschiedene Sichtweisen und Expertisen und sorgen für eine objektive Auswahl. Zu der Jury zählten und werden zum Teil wieder zählen:

–          Jürgen Hopfgartner, Managing Director Axel Springer Ventures

–          Dr. Ulrich Schmitz, CTO Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien

–          Saeed Amidi, CEO/Founder Plug and Play Tech Center

–          Robin Ardeshir, Internation Development, Plug and Play Tech Center

–          Juan Luis Hortelano, CEO/Founder Plug and Play Tech Center Valencia

–          Christian Thaler-Wolski, Principal, Wellington Partners

–          Jörg Rheinboldt, CEO/Founder, M10

–          Ulrich Machold, Axel Springer Ideas

–          Luise Gruner, Senior Associate, Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien

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Wie positioniert sich Axel Springer Plug and Play  gegenüber den Startups?  

Wir unterscheiden uns in der Absenderschafft: Zum einen bietet die Axel Springer AG Zugriff auf ein breites Netzwerk, das von den Startups genutzt werden kann und zum anderen haben wir mit dem Plug and Play Tech Center eine echte Brücke in das Silicon Valley. Unsere Startups haben beispielsweise die Möglichkeit nach drei Monaten nochmal um weitere drei Monate im Valley zu verlängern.

Wir sehen uns auch als Sparringspartner. Als Minderheitsgesellschafter, der mit fünf Prozent an den Start-ups beteiligt ist, sind wir Berater und gute Freunde. Das Ökosystem wächst, wir alle sind Teil davon und wir pflegen freundschaftliche Verbindungen zu unseren Mitbewerbern, mit denen wir uns auch stark austauschen.

Dann lass uns doch ein bisschen über das Programm sprechen.

Es gibt ein Fundament bestehend aus unterschiedlichsten Leistungen, die wir den Programmteilnehmern offerieren. Wir bieten Workshops: Von UI/UX über SEO/SEM, über Business Intelligence, bis hin zu „How to create Buzz“ oder „How to Convince your Investor“.  Die Workshops werden von Topleuten gehalten. Zweimal pro Programmdurchlauf finden Mentorentage statt. Derzeit haben wir über 60 erfahrene Mentoren aus verschiedensten Bereichen, wie etwa Online Marketing und Technologie, die sich sehr engagieren. Wöchentlich berichten Speaker über Ihre Erfahrungen – beispielsweise Flo Meissner von EyeEM oder Fabian Heilemann von DailyDeal.

Paten, wie wir sie nennen, sind Mitarbeiter von Axel Springer, die die Startups unterstützen. Auch diese stehen für Gespräche zur Verfügung und sorgen für eine Vernetzung der Unternehmen. Darüber hinaus erhält jedes Start-up eine Anschubfinanzierung von 25.000 Euro und wir bieten einen Investorentag sowie die optionale Erweiterung des Programms im Silicon Valley an. Wir suchen Gründer die sich 100% committen, die für ihre Sache brennen und eine gute Idee gepaart mit gutem Team mitbringen. Ein CTO ist dabei beispielsweise Pflicht. Wir suchen nach innovativen, technologischen und smarten Business Modellen. Eine gewisse Mediennähe ist von Vorteil. Für den ersten Programmdurchlauf hatten wir über 100 Bewerbungen, haben 30 zu den Pitching Days eingeladen und haben uns dann für 8 Startups entschieden.

Wie läuft der Kontakt zwischen den Teams ab? Gibt es untereinander viel Austausch?

Die einzelnen Teams haben extrem viel miteinander zu tun, das liegt auch an den offenen Räumlichkeiten. Wir haben das bewusst so gewählt. Die Teams helfen sich untereinander, z.B. bei den Verträgen von Zulieferern oder Business Angels etc.

Gibt es aus Deiner Sicht auch Nachteile eines Accelerators? Gibt es Startups, für die ein solches Programm nicht geeignet ist?

Eine Grundüberlegung muss jedes Startup vorher anstellen: „Wer ist der richtige Partner?“ Und dann natürlich die weiteren Fragen: Bin ich im richtigen Markt? Will ich nach Berlin? Ist Deutschland überhaupt der richtige Standort? Wenn man diese Fragen mit „ja“ beantworten kann, ist Axel Springer Plug and Play eine gute Adresse!

Demnach gibt es keine bestimmte Branche aus der die Startups kommen müssen?

Wir sind relativ frei und wir zielen auf keine Branche ab. Aber je internationaler die Teams sind, desto besser. Wir sprechen hier primär Englisch. Die Teams hier haben u.a. auch Mitarbeiter aus Frankreich, Chile und Österreich.

Erläutere doch mal die Motivation von Axel Springer? Warum macht ihr den Accelerator in dieser Form?

In erster Linie ist das ein Investment. Dennoch lernen auch wir jeden Tag und sehen weitere Mehrwerte. Wir sind Teil eines wachsenden Ökosystems. Das ist großartig!

Wie hoch ist das Thema denn bei Axel Springer Springer aufgehängt?

Was heißt aufgehängt? Der ganze Konzern schreitet weiter in Richtung Digitalisierung! Wir wollen schließlich das führende digitale Medienunternehmen werden. Alle Mitarbeiter mit denen wir über den Accelerator sprechen, freuen sich, wenn sie sich einbringen und die Startups mit dem Konzern auf allen Ebenen vernetzen können.

Nach vorne geblickt – was soll sich beim nächsten Mal ändern?

Wir haben natürlich viele Dinge mitgenommen und erlernt. Etwas zu optimieren gibt es immer. Wir werden uns nach und nach weiter einspielen und probieren, dass Angebot immer weiter auszubauen.

Sag doch noch ein paar Worte zu Euerm Team?

Das Team von Axel Springer Plug and Play besteht aus Uli Schmitz, Jürgen Hopfgartner, Luise Gruner, Charlotte Bilzer, und meiner Wenigkeit. Uli ist CTO im Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien, Jürgen Geschäftsführer von Axel Springer Digital Ventures, Charlotte unterstützt uns für 8 Monate und Luise und ich kümmern uns um Frühphasen Investitionen, ebenso wie um das operative Geschäft des Accelerators. Wirklich ein tolles Team, mit dem die Arbeit Spaß macht.

Wie geht es jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte für Euch?

Bis zum 15. August 2013 kann man sich für die nächste Runde bei uns bewerben. Wir filtern die Bewerber und laden die Top 30 zu den „Pitching Days“ am 3. und 4. September ein. An diesen können sich die Startups dann für das Programm qualifizieren. Am 5. September ist unser Investorentag und am 7. Oktober startet die zweite Runde.

Plant Ihr, ins Ausland zu gehen?

Das ist derzeit kein Thema.

Vielen Dank für das Interview.

Axel Springer Plug and Play sitzt in der Berliner Markgrafenstraße 12-14. Die Teilnehmer des ersten Accelerator-Programms von Axel Springer Plug and Play sind Asuum, eflear, mpax, nextsocial, papayer, Solid Sound Labs, TickTickTickets und ZenGuard. Sie alle sind für die drei Monate in die Markgrafenstraße 12-14 eingezogen und arbeiten dort intensiv am weiteren Aufbau ihrer Geschäftsmodelle.

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