Die HHL Leipzig Graduate School of Management ist eine der hochkarätigen Universitäten für zukünftige Unternehmer und Unternehmerinnen in Deutschland. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat die HHL Leipzig Ende 2018 erneut für ihre unternehmerische Gründerkultur ausgezeichnet. Damit steht die traditionsreiche und älteste Business School Deutschlands zum vierten Mal in Folge im Gründungsradar auf Platz eins unter den kleinen Universitäten mit bis zu 5000 Studierenden.

Was hat Sachsen speziell für Startups zu bieten?

Neben einer einzigartigen Forschungslandschaft bietet Sachsen ein sehr lebendiges Startup-Ökosystem, das die jungen Gründer und Gründerinnen zu schätzen wissen. Besonders in Leipzig ist die Szene hervorragend vernetzt und kann auf eine innovative Unterstützungsstruktur zurückgreifen – von Stipendien über Mentoring und Partnerschaften mit etablierten Unternehmen bis hin zu Raumangeboten. Außerdem bietet Sachsen vielfältige Fördermöglichkeiten an.

Im Gründungsradar des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft erreichte die HHL Leipzig zum vierten Mal in Folge den ersten Platz unter den kleinen Universitäten. Was macht die HHL Leipzig besonders?

Geschäftliche Kreativität und Unternehmergeist machen einen großen Teil des besonderen HHL-Spirits aus. Von Anfang an beziehen wir unsere Studierenden in unternehmerisch geprägte Initiativen ein, in Kursen und auch außeruniversitär. Dazu bieten wir ihnen die Möglichkeit, erfolgreiche Gründer kennenzulernen, die wir für Vorlesungen oder Talks an die HHL Leipzig holen – zusätzlich zu vielen praxisnahen Projekten, die mit und in Unternehmen durchgeführt werden. Entrepreneurship prägt auch die Fakultät, die mit fünf Professuren sowie drei Junior-Professoren und Postdocs im Bereich Unternehmertum und Digitales das Thema strategisch in Lehre und Forschung verankert hat.

Professor Stephan Stubner ist seit 2017 Rektor der HHL. Foto: Iona Dutz
Professor Stephan Stubner ist seit 2017 Rektor der HHL. Foto: Iona Dutz

Welche Bereiche oder Branchen sind für Sie besonders wichtig? Welche kommen häufiger vor?

Hochskalierbare Geschäftsmodelle im digitalen Umfeld. Seit 2010 dominierte im Unterricht und bei den Geschäftsideen der Bereich e-Commerce, aktuell bewegen sich die Themen deutlich in Richtung neuer disruptiver Technologien wie zum Beispiel Künstlicher Intelligenz. In den letzten 20 Jahren sind über 280 Gründungen von Absolventen der HHL Leipzig ausgegangen.

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Können Sie ein paar Beispiele nennen?

Aus der HHL Leipzig heraus sind überproportional viele Unicorns entstanden – Startups, die am Markt mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. Absolventen der HHL haben AboutYou, Auto1, Delivery Hero und trivago mitgegründet. Sehr bekannt ist HHL-Absolvent Lukasz Gadowski, Gründer von Spreadshirt und Delivery Hero, der gerade neu das E-Scooter-Unternehmen Flash mitgegründet hat. Solvemate, Mister Spex, Hitfox sind weitere Namen – wir sind sehr stolz auf unsere Alumni.

Stehen Sie weiter mit den Gründern in Kontakt? Agieren einige der Alumni auch als Mentoren für Ihre Studierenden heute?

Aber klar, sie wirken aktiv im Netzwerk der HHL Leipzig mit. Sie stellen sich zum Beispiel als Coaches in unserem New Leipzig Talent Programm zur Verfügung, sie sind Ansprechpartner für die Studierenden und Gründer in spe, sie agieren als Gastgeber für Alumni-Chaptermeetings, sie führen mit den Lehrstühlen zusammen Praxisprojekte durch oder sie halten Keynotes auf unseren Konferenzen wie der Accelerate@HHL.

Welche Verbindung gibt es denn zu anderen Organisationen und etablierten Unternehmen? Welche Rolle spielt Ihr Accelerator Programm SpinLab?

Wir sind Bestandteil und Treiber eines sehr lebendigen Startup-Ökosystems, in dem es viele Player und Partner gibt, wie zum Beispiel bei der Gründerinitiative SMILE oder dem Digital Hub, die wir mitgestalten. SpinLab – The HHL Accelerator hat sich zu einer der erfolgreichsten Startup-Schmieden in Deutschland entwickelt, wovon wir und unsere Studierenden nachhaltig profitieren. Das bringt uns nicht nur Neues für Forschung und Lehre, sondern wirkt sich auch positiv auf Netzwerk, wirtschaftliche Innovation in der Region und Gründungskultur allgemein aus.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Berlin Valley Sonderausgabe zur Startup-Szene in Sachsen.