Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Im Durchschnitt summiert sich das auf 55 Kilogramm Foodwaste, die pro Kopf in Deutschland jedes Jahr in der Tonne landen. Nicht dazugerechnet sind die knapp zwei Millionen Tonnen Essensreste, die Jahr für Jahr von Restaurants, Betriebskantinen, Krankenhäusern und Mensen im Müll entsorgt werden.

Dazu kommen abgelaufene Waren aus Supermärkten, Rückstände, die bei der Lebensmittelherstellung entstehen, und all die krummen Rüben, unförmigen Tomaten und angedellten Äpfel, die es erst gar nicht bis in die Verkaufsregale schaffen.

Foodwaste: 50 Prozent weniger Lebensmittelabfälle bis 2030

Immerhin hat sich Deutschland dazu verpflichtet, die Lebensmittelabfälle des Einzelhandels und aus privaten Haushalten bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Doch während Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner an die Verbraucher appelliert, Lebensmittel doch mehr wertzuschätzen, haben findige Gründer bereits Lösungen entwickelt, wie für den Müllschlucker bestimmtes Essen doch noch auf dem Teller landen kann.

Über die App von Too Good To Go können Restaurants, Hotels, Cafes und Supermärkte überschüssige Lebensmittel zu einem reduzierten Preis anbieten – und Konsumenten können sich mit etwas Glück ein leckeres und preisgünstiges Abendessen sichern. Bei Etepetete kommen zwar nur Bioobst und -gemüse in die Abo-Box, aber bei Schönheitsfehlern wird nicht aussortiert.

Die Kunden stört das tatsächlich wenig. Das zeigt auch der Erfolg der Natur Bio-Helden von Penny. Seit der Einführung 2016 steigerte das Sortiment von krummem Obst und Gemüse den Umsatz und wird so stetig erweitert – etwa um die junior Bio-Helden. Unter diesem Namen dürfen Landwirte, die sich noch auf dem Weg zur Bio-Zertifizierung befinden, ihre Ernte anbieten.

Eine echte Chance, faire Erlöse zu erzielen – und Foodwaste zu reduzieren. Denn für den konventionellen Vertrieb von Ackerfrüchten gelten strenge Regeln. Kartoffeln müssen zwischen 3,5 und 7 Zentimeter messen. Was diesen Idealmaßen nicht entspricht, wird billig verramscht und zu Kartoffelbrei, Schweinefutter oder Biogas verarbeitet.

Fünf Prozent der Ernte wird untergepflügt Quelle: WWF

Laut einer Studie des WWF werden sogar bis zu fünf Prozent der Ernte sofort wieder untergepflügt. Doch zurück in die Kühlschränke der Privathaushalte. Durchschnittlich 332 Euro pro Monat gibt ein deutscher Haushalte laut Statistischem Jahrbuch für Lebensmittel aus.

Es gibt viel Potenzial für gute Ideen

Ein Drittel davon wird weggeworfen: Käse wird im Kühlschrank vergessen, Gemüse, Obst und Brot falsch gelagert, Joghurts mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum landet in der Tonne, obwohl sie sich tatsächlich im Kühlschrank noch bis zu zwei Monate halten würden.

Und: Es wird zu viel eingekauft, um abends dann doch statt zum Kochlöffel zum Telefonhörer zu greifen und den Lieferdienst anzurufen. Es gibt also noch viel Potenzial für gute Ideen, um Foodwaste zu vermeiden. Zum Beispiel so: Essen gehen und dabei die Welt retten