Der Berliner Company Builder Finleap will offenbar einen Check24-Konkurrenten aufbauen, Fintech Raisin nimmt den US-Markt in Angriff und die BaFin ist mit seiner Geduld gegenüber N26 am Ende – das waren vergangene Woche die Themen im Venture Daily, einem der führenden täglichen Startup-Newsletter. Er fasst die wichtigsten Startup Nachrichten aus über 100 Webseiten zusammen. Jetzt abonnieren, um keine Startup Nachrichten zu verpassen.

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Startup-Nachrichten

Plant Finleap Vergleichsportal für Finanzprodukte?

Nach gemeinsamen Recherchen von Finanz-Szene und Gründerszene will der Berliner Company Builder Finleap offenbar einen Konkurrenten zum Vergleichsportal-Marktführer Check24 aufbauen. Um das Projekt finanziell stemmen zu können, soll Finleap sich einen dreistelligen Millionenbetrag vom chinesischen Konzern Ping An – einer der größten Versicherer weltweit – gesichert haben, der bereits ein wichtiger strategischer Investor des Company Builders ist. Bisher äußerten sich die beiden Unternehmen nicht zu dem Gerücht. finanz-szene.de und gruenderszene.de

Mit der Geduld am Ende: BaFin veröffentlicht Anordnung gegen N26

Die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) hatte bereits im vergangenen Sommer eine Betriebsprüfung beim Berliner Fintech N26 durchgeführt und zahlreiche Mängel – unter anderem im Bereich Geldwäscheprävention – festgestellt, wie erst im April bekannt wurde. Dass die mobile Bank den Nachbesserungs-Forderungen der Behörde nicht in angemessenem Maße und Tempo nachkommt, wurde am Mittwochnachmittag deutlich: Die BaFin verhängte eine öffentliche Anordnung, stärker gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorzugehen – laut Finanz-Szene ein Indiz dafür, das der Behörde „die Hutschnur geplatzt ist”. Unter anderem muss nun eine bestimmte Zahl an Kunden erneut identifiziert werden. Zudem muss das Fintech durch eine ausreichende personelle sowie technisch-organisatorische Ausstattung sicherstellen, dass Geldwäsche verhindert wird. N26 reagierte umgehend: „Wir nehmen diese Anordnung sehr ernst und haben schon im Vorfeld die notwendigen Maßnahmen und Fristen zur Umsetzung eng mit der Bafin abgestimmt”, ließ die Bank erklären. Rund 90 Prozent der ausstehenden Fälle zur Überprüfung von auffälligen Transaktionen seien abgeschlossen. finanz-szene.de und sueddeutsche.de

DIN-Norm für Startups?

Es klingt wie ein Aprilscherz: Wie das Handelsblatt berichtet, plant das Deutsche Institut für Normung (DIN) eine Zertifizierung für Startups. Ziel der Norm: Die hohen Ausfallquoten zu verringern: 80 Prozent aller Startups scheitern bisher in den ersten drei Jahren. Gründer sollen demnach Fragen beantworten wie: Warum gibt es mein Unternehmen? Wie ist das Geschäftsmodell? Etc. Verpflichtend soll das Zertifikat allerdings nicht sein. handelsblatt.com (paid) via t3n.de

Raisin nimmt US-Markt in Angriff

Im Februar konnte das Fintech Raisin – hierzulande vor allem bekannt für das Zinsportal Weltsparen – eine Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Euro abschließen. Jetzt steht die US-Expansion auf dem Plan. Aktuell ist eine US-Gesellschaft in Gründung, das Team wird zunächst von New York aus arbeiten. Hier bekommt es Unterstützung vom German Accelerator. Bis zum Frühsommer 2020 soll das Angebot stehen, momentan geht es um den Aufbau von Schnittstellen zu Partnerbanken. Raisin sieht im US-Einlagengeschäft ein Marktpotenzial von 12,7 Billionen Dollar. gruender.wiwo.de und techcrunch.com

Wegen Kapitalmangel: Jedes 4. Startup erwägt Gang ins Ausland

Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom denkt rund ein Viertel der Startups über einen Umzug ins Ausland nach, da es in Deutschland zu wenig Kapital gebe. Im Schnitt würden die Startups für die kommenden drei Jahre 3,2 Millionen Euro benötigen. Bitkom-Präsident Achim Berg betont, dass zwar viele Fördermöglichkeiten geschaffen wurden, dass aber nach wie vor die Wachstumsfinanzierungen im ein- bis zweistelligen Millionenbereich ein Problem seien. „Die einseitige Fixierung auf die Gründungsphase schadet dem Startup-Standort Deutschland”, resümmiert Berg. Pressemitteilung

Investments & Exits

ProSiebenSat.1 beteiligt sich an Holodeck

Der Medienkonzern investiert einen einstelligen Millionenbetrag und übernimmt 20 Prozent von Holodeck VR. Das Nürnberger Tech-Unternehmen entwickelt ortsbezogene Virtual-Reality-Erlebnisse und wird beispielsweise von Freizeitparks, Event-Veranstaltern und Einkaufszentren genutzt. Für das Startup ergeben sich die Beteiligung Synergien im Bereich Vertrieb und Anwendungsmöglichkeiten. So will ProSiebenSat.1 selbst neue aufregende VR-Erlebnisse kreieren. horizont.net

Nico Rosberg steigt bei Tier Mobility ein

Der Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an Tier Mobility, dem E-Scooter-Startup, das erst vor einem halben Jahr gestartet ist und bereits in 20 Städten in zehn Ländern aktiv ist. „Wir sind begeistert, Nico an Bord zu haben. Nico ist eines der populärsten Gesichter der wachsenden globalen E-Mobilitätsbewegung”, erklärt Tier-Mitgründer Lawrence Leuschner, ehemals CEO der Recommerce-Plattform Rebuy in einer Pressemitteilung. gruenderszene.de und Pressemitteilung per Mail

Mehrere Investoren steigen bei Transferwise ein

Das Londoner Fintech Transferwise bietet schnelle und günstige Auslandsüberweisungen an. In einem sogenannten Secondary Deal haben einige bestehende Gesellschafter ihre Anteile im Wert von umgerechnet 260 Millionen Euro verkauft. Erworben wurden diese von Lead Edge Capital, Lone Pine Capital und Vitruvian Partners, auch Bestandsinvestor Andreessen Horowitz erhöhte seine Anteile. Die Unternehmensbewertung lag bei umgerechnet 3,14 Milliarden Euro. Damit ist Transferwise eins der wertvollsten Fintechs aus Großbritannien. gruenderszene.de

Salesforce Ventures: Neuer 125-Millionen-Dollar-Fonds

Der amerikanische Softwarekonzern Salesforce will das Ökosystem rund um die eigenen Softwareanwendungen stärken und legt einen zweiten Fonds für europäische Cloud-Startups auf. Mit 125 Millionen Dollar liegt er sogar noch über dem ersten Fonds (100 Millionen Dollar), mit dem Salesforce seit 2015 50 Startups in 13 europäischen Ländern gefördert hat, darunter die drei deutschen Digitalunternehmen Wefox, Contentful und Empau. gruender.wiwo.de

International

Millionen Instagram-Datensätze online einsehbar

Der Sicherheitsforscher Anurag Sen hat auf einem von Amazon Web Services gehosteten Server eine ungesicherte Datenbank mit mehr als 49 Millionen Datensätzen aus Instagram Accounts von Influencern, Prominenten und Marken gefunden. Die Datenbank stammt offenbar von dem in Mumbai ansässigen Social-Media-Marketingunternehmen Chtrbox und enthielt unter anderem Profilbilder, Biographie, Anzahl der Follower, Email-Adressen und Mobilnummern der Instagram-Nutzer. Jedem Datensatz war auch ein Wert zugeordnet, der als Anhaltspunkt dafür dient, wie viel das Unternehmen für einen Beitrag auf dem Profil zahlen könnte. Kurz nachdem Techcrunch Chtrbox kontaktiert hatte, wurde die Datenbank offline genommen. techcrunch.com

Google und weitere Tech-Konzerne frieren Geschäftsbeziehungen mit Huawei ein

Der von der US-Regierung in der vergangenen Woche ausgerufene Telekommunikationsnotstand zeitigt seine Wirkung: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, stellt Google seine Geschäftsbeziehungen mit Huawei ein. Demnach können künftige Android-Smartphones des chinesischen Technikkonzerns nicht mehr auf den Google Play Store zugreifen. Auch Apps wie Google Maps und Gmail funktionieren nicht mehr. Bereits in Betrieb befindliche Huawei-Handys werden weiterhin unterstützt, Versionsupdates von Androids allerdings nicht zugelassen. Bloomberg berichtet, dass auch weitere Tech-Konzerne der Anordnung der US-Regierung folgen und die Lieferung von Komponenten und Software an Huawei eingefroren haben, darunter die Chiphersteller Intel, Qualcomm und Broadcom. reuters.com,  heise.de und bloomberg.com via theverge.com

Wieder ein neuer CFO bei Snap

Vor vier Monaten hat der letzte Chief Financial Officer (CFO), Tim Stone, Snap verlassen. Grund waren Probleme mit Gründer Evan Spiegel. Nun wurde die Position neu besetzt: Derek Andersen, bisher VP of Finance bei Snap, übernimmt. Er ist damit der dritte CFO seit dem Börsengang des Unternehmens im März 2017. Lara Sweet, die interimsweise die Rolle der Finanzchefin übernommen hatte, wird unterdessen Chief People Officer. techcrunch.com

Hat Facebook EU-Experten unter Druck gesetzt?

Facebook soll Druck auf die Mitglieder einer EU-Arbeitsgruppe zum Thema Desinformation ausgeübt haben. Wie vier Mitglieder des Gremiums gegenüber BuzzFeed News Deutschland und Investigate Europe behaupten, soll es während der Verhandlungspausen Drohungen seitens Facebook gegeben haben, im Falle einer härteren Regulierung von Fake News die finanzielle Unterstützung für bestimmte Projekte zurückzuziehen. Zudem soll es in dem 39-köpfigen Gremium Interessenkonflikte gegeben haben, da mindestens zehn der Mitglieder direkt oder indirekt Geld von dem Sozialen Netzwerk erhalten. buzzfeed.news via turi2.de

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