Native Advertising: Ähnlich ist nicht gleich

In rasanter Geschwindigkeit ist Native Advertising zum festen Bestandteil von Online-Marketing-Strategien geworden. Genauso rasch entflammten Debatten über die Ähnlichkeit mit journalistischen Inhalten und „politische Korrektheit“. Doch warum wird das Positive der Native Ads häufig verkannt und ins Negative gewendet? Ist es die Kennzeichnung, dass es sich um eine Anzeige handelt oder die Angst davor, dass Unternehmen beim Einsatz nativer Werbung im Revier von Werbern und Journalisten wildern? Wenn das der Fall ist, wurden Sinn und Zweck dieser chancenreichen Werbemöglichkeit schlicht und einfach verkannt. Native Advertising ist genau das Gegenteil. Es bringt mehrere Branchen zusammen. Journalisten können aus einem neuen Geschäftsfeld schöpfen, Editorial Designer sind gefragt wie eh und je – ein schönes Layout für die Platzierung und Wahrnehmung von hochwertigem Content bleibt unabdingbar – und Werbetreibende können ihre bisherigen Vertriebskanäle um Native Ads ergänzen.

Es ist an der Zeit, mit Vorurteilen aufzuräumen, wie native Werbeformen würden Qualitätsjournalismus untergraben, falsche Tatsachen vortäuschen und sich ungefragt in den Vordergrund drängen. Sie sind keine naive Form der Werbung, sondern nativ, erzählend und fundiert. Native Ads sind alles andere als täuschend, aufzwingend oder inhaltslos, wenn sie richtig gestaltet eingesetzt werden. Denn gerade hier kommt es auf besonders hochwertige, sorgfältig ausgewählte Inhalte an. Es handelt sich um Empfehlungen und Anzeigen, die in den Lesefluss der User integriert und zielgruppengenau platziert werden. Zudem dienen sie als Inspirationsquellen und bieten Nutzern eine Möglichkeit, ihre Interessen auszuweiten oder zu untermalen – sie regen an zum Blick über den Tellerrand. Wichtig ist jedoch, Native Ads eindeutig und unmissverständlich zu kennzeichnen, sodass Leser wissen, dass es sich um eine Werbung handelt, und frei entscheiden können, ob sie sich darauf einlassen. Hier gilt es, durch die Kennzeichnung mit Begriffen wie „Sponsored“, „Anzeige“ oder „Advertorial“ für Transparenz zu sorgen.

Alle Akteure profitieren im neuen Ökosystem des Native Advertising

1. Publisher und Vermarkter erhalten die Möglichkeit, werbliche Inhalte mit einem hohen Mehrwert zu schalten – in ihrem eigenen Layout und Design und vor allem mit gutem Inhalt. Und was wollen wir am Ende lieber? Sinnfreie Claims oder nachhaltige Informationen?

2. Journalisten profitieren von einer neuen Einnahmequelle, denn gerade sie werden dringend benötigt, um professionelle Recherchen zu betreiben und differenzierte wie hochwertige Inhalte zu produzieren.

3. Marken können über Native Ads Expertenwissen preisgeben und Geschichten authentisch erzählen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Hinzu kommt, dass kein Unternehmensblog auf Dauer, ohne andere Kanäle zu nutzen, Aufmerksamkeit und externen Traffic generiert. Native Advertising kann deshalb den Content-Strategien der Marken zum Erfolg verhelfen. Durch diese Art von Interaktion wird eine nachhaltige Bindung zwischen Marken und Konsumenten erzeugt sowie Effekte für die Steigerung der Kaufabsicht und Markenwiedererkennung.

4. Zu guter Letzt kommt auch der Konsument nicht zu kurz. Denn er erfährt alles, was hinter der Marke steckt: Markenphilosophien, Hintergründe zur Marke und spezifischen Themen und vieles mehr. Ein weiterer, spannender Aspekt ist die Veränderung des Kaufverhaltens der Konsumenten. Besonders großes Interesse gilt heute der Nachhaltigkeit. Für Konsumenten ist es wichtig zu erfahren, auf welchen Werten eine Marke beruht. Marken, die sich nicht zu verstecken brauchen, können diesen Kanal nutzen, um direkt auf Nachhaltigkeit hinzuweisen. Genau diesem Anspruch an Markenkommunikation dienen Native Advertising und Content Marketing als ideale Werkzeuge, die es Marken ermöglichen, Geschichten authentisch zu erzählen.

Native ist nicht naiv

Wir sollten native Werbemittel also mehr nutzen, sie mit vielen anderen Marketingmaßnahmen in einer Symbiose gedeihen lassen und positive Synergie aus dem Zusammenspiel schöpfen. Denn davon gibt es zu genüge. Und das ist keine naive Einschätzung, sondern Realität.

Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley News 05/2015.

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