Die Frage, wie sich der Mensch in Zukunft fortbewegt, ist noch lange nicht beantwortet. Elektroroller, Carsharing oder der Hyperloop sind nur einige der vielen Möglichkeiten. Es gilt, die aktuellen Verkehrswege effizient zu nutzen und kluge Infrastrukturentscheidungen zu treffen. Doch Mobility-Startups haben es häufig schwer, an die entsprechenden Daten zu kommen. „Macht uns Druck!“ lautete die Botschaft, die Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in diesem Zusammenhang für die Startup-Szene hatte. Beim „Get Started Gründerfrühstück“ Anfang März 2016 saß der Minister gemeinsam mit Berlin-Valley-Chefredakteurin Corinna Visser und Maxim Nohroudi, dem CEO des Mobility-Startups Ally, auf der Bühne der Berliner Base Camp. Thema der Diskussion: „Smart Mobility“.

Ally ermöglicht effektivere Infrastrukturentscheidungen

Ally-Gründer Nohroudi ist für Dobrindt kein Unbekannter. Der Verkehrsminister hatte dem Startup erst kürzlich einen Besuch abgestattet. Ally hat sich dem Thema Smart Mobility in Städten verschrieben. Mithilfe der App können Nutzer verschiedene Transportmöglichkeiten nach Gesichtspunkten wie Preis und Reisedauer vergleichen. Dabei zeigt Ally nicht nur die Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs, sondern auch Call-a-Bike-Stationen oder Carsharing-Angebote. Dobrindt erzählte, er sei beeindruckt gewesen, wie schnell und effizient Infrastrukurentscheidungen durch die Datenbasis des Unternehmens möglich seien und Ally solche Entscheidungen überprüfbar mache. Ein Teil des Berliner Nahverkehrs fährt laut den Ally-Daten beispielsweise am Bedarf der Bewohner vorbei. Solche Fehler ließen sich vermeiden. Dobrindt würde am liebsten „jeden Euro für Verkehrsentwicklung in die Startup-Szene investieren, denn von hier kommen die Ergebnisse, die eine effizientere Lösung bieten.“

Dobrindt: Mobility-Startups brauchen Zugang zu Verkehrsdaten

Der Minister zeigt sich also durchaus bereit, sich mit Startups auseinanderzusetzen, sie zu unterstützen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. So hatte er dann auch, nachdem ein Mitarbeiter von Ally ihn darauf hingewiesen hatte, wie schwer es sei, Daten von der Deutschen Bahn zu bekommen, kurzerhand bei dem Konzern angerufen und dem Mitarbeiter den Zugang zu den nötigen Informationen verschafft. Und im November 2015 richtete das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den ersten “Regierungs-Hackathon“ aus: Damals gewährte Dobrindt den Teilnehmern Zugriff auf den Datenschatz des seines Ministeriums. Auch beim Gründerfrühstück ließ er kurzerhand den Chef der Abteilung Digitale Infrastruktur aufstehen und seine Adresse und Telefonnummer aufsagen. Gründer und Innovatoren aus dem Mobility-Bereich dürfen dies wohl als Signal deuten.

„Wenn es um Datenzugriff geht, bin durchaus bereit, wieder zum Telefonhörer zu greifen“, sagt der Minister. Das Thema Open Data liegt ihm offenbar am Herzen. Datenvermeidung betrachtet er als Hemmnis für Innovation: „Wir müssen endlich anfangen, unseren Datenreichtum zu pflegen und die Angst vor der Nutzung dieser Daten zu verlieren.“

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur plant übrigens bereits den nächsten Hackathon. Und vielleicht telefoniert Dobrindt dann ja wieder herum, damit Gründer ihre Ideen mit den richtigen Daten umsetzen können.

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