Digitalisierung – was bedeutet das eigentlich für die Startup-Welt und unsere Gesellschaft? Zeit für eine die Digitale Debatte, die wir ab sofort mit spannenden Persönlichkeiten aus dem politischen Umfeld führen werden.

Warum ist das Thema Digitalisierung, eine Digitale Debatte gerade jetzt interessant und relevant?
Steffen Wenzel: Digitalisierung ist ein Thema, das sich mittlerweile durch alle Lebensbereiche zieht, da geht es einerseits um Arbeitsplätze, um die Modernisierung unserer Industrie und ob Deutschland als Wirtschaftsmacht den Anschluss verliert oder nicht. Andererseits wird sich die Digitale Debatte auch um Regulierung, Datenschutz, um Freiheit und den Schutz von Bürgerrechten drehen. Das sind die ganz großen politischen Themen, die in unserer Demokratie zu diskutieren sind. Persönlich habe ich ja schon seit den Anfängen von Politik Digital im Jahr 1998/1999 ein eigenes Internetministerium gefordert, denn das zeigt, wie viel Macht und Bedeutung ich diesem Thema zuschreibe. Deshalb freut es mich sehr, dass wir mit Doro Bär jetzt eine Staatsministerin haben, die sich für das Thema Digitalisierung einsetzt. Das ist ein wichtiger Schritt.

Politik Digital wurde als Nachfolgeprojekt von Wahlkampf98.de, der Online-Plattform zur Bundestagswahl 1998, gegründet. 2001 wurdet ihr mit dem Grimme Online Award für Medienkompetenz ausgezeichnet. Was hat sich seitdem verändert?
Steffen Wenzel: Damals haben wir viel Überzeugungs- und auch Lobbyarbeit für das Thema Digitalisierung geleistet, auch wenn es damals noch niemand so genannt hat. Wir haben seitdem aber selbst als Organisation eine digitale Transformation durchgemacht. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stand immer die Kommunikation zwischen politisch Verantwortlichen und den Bürgerinnen und Bürgern. Wir haben mit einer speziellen Chatsoftware über 600 solcher Gespräche organisiert, u. a. mit Angela Merkel, Johannes Rau u. v. m. Heute kann jeder, der so etwas regelmäßig machen möchte, Livestreams über Facebook oder Twitter-Interviews anbieten. Für uns als Dienstleister ist das natürlich erst mal schlecht, aber andererseits auch ein Erfolg – und es gibt uns den Raum dazu, den nächsten Schritt zu gehen.

„Wir alle werden definieren müssen, wie Digitalisierung in Zukunft unser Leben verändern wird“

Was ist dabei euer Ziel?
Steffen Wenzel: Unser Ziel war und ist es, ein Forum für politisch relevante Themen im Bereich Digitalisierung zu bieten. Egal ob Politiker, Unternehmens-Chef, Startup-Gründer oder Konsument, wir alle sind Gesellschaft und wir alle werden definieren müssen, wie die Digitalisierung in Zukunft unser Leben verändern wird. Und dafür müssen wir Räume schaffen wie etwa die gemeinsame Interviewreihe von Politik Digital und Berlin Valley, unsere Digitale Debatte.

Warum ist Berlin Valley für die Digitale Debatte der richtige Partner für euch?
Steffen Wenzel: Eine erfolgreiche Startup-Kultur ist stark von der Politik abhängig: Wann bekommen wir in Deutschland eine bessere Breitbandanbindung, welche gesetzlichen Regelungen sind notwendig, welche behindern Gründer? Gleichzeitig sind es die Startups, die die Veränderung vorantreiben – und durchaus auch als Berater für die Politik fungieren können. Diesen Austausch wollen wir fördern – und gleichzeitig die Startups in die Verantwortung holen. Es geht schließlich nicht nur darum, Forderungen an die Politik zu stellen und wirtschaftliche Interessen voranzutreiben, sondern auch darum, den digitalen Wandel sozial verantwortlich zu gestalten.

Steffen Wenzel von Politik Digital, ist unser Kooperationspartner für die Digitale Debatte. Foto: Franziska Turner
Steffen Wenzel von Politik Digital, ist unser Kooperationspartner für die Digitale Debatte. Foto: Franziska Turner

Steffen Wenzel

Steffen Wenzel ist Mitgründer und Geschäftsführer von Politik Digital. Als europaweiter Verein konstituiert, betreibt Politik Digital seit dem Jahr 1998 eine der führenden unabhängigen Informations- und Kommunikationsplattformen zum Thema Internet, Politik und digitale Bildung in Deutschland. politik-digital.de

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