Auf dem Burning Man 2018 ist auch die deutsche Startupszene dabei. Mit uns hat sie ihre Eindrücke vom diesjährigen Festival geteilt.

Marcus Meurer

(CEO von DNX)
Burning Man ist für uns die ultimative Grenzerfahrung und Bewusstseinserweiterung. Der Freiheitsgedanke, den wir mit der DNX-Bewegung vorleben, erreicht auf dem Burning Man in der Wüste von Nevada seinen Höhepunkt. Burning Man ist eine riesige Gemeinschaftskreation von 80.000 Menschen mit gleichen Werten, die die Welt zum Guten verändern. 2018 war unser erster Burn und das Event hat uns geholfen, noch grenzenloser und gigantischer zu denken.

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Foto: Marcus Meurer

Sven Gábor Jánszky

(Managing Director der JANSZKY GmbH und Mitgründer des 2b Ahead Thinktanks)
Egal, was euch Startup-Berater und VC-Kenner erzählen: Ohne selbst beim Burn gewesen zu sein, lässt sich das Mindset des Silicon Valley nicht verstehen. 80.000 Menschen beweisen der Welt jedes Jahr wieder, dass es möglich ist, die Utopie zu leben, dass man nichts kaufen kann. Beim Burning Man gibt es kein Geld. Alles, was man braucht, wird verschenkt. Jeder schenkt, egal ob Glückskekse, Küsse, Workshops, ein Restaurant mit kostenlosem Essen, eine Bar mit kostenlosen Drinks, ein Varietétheater oder eine dieser gigantischen Skulpturen in der Wüste. Erst wenn du ein Teil davon bist, spürst du dieses Hippie-Mindset, das das Silicon Valley mehr als alles andere prägt: „Wir können die bessere Welt schaffen, wenn wir es nur stark genug wollen.“

Philip Siefer

(Chief Executive Unicorn, Einhorn)
Wir fahren mit dem riesigen Wohnmobil in die Wüste, tiefer, immer tiefer, dabei trinken wir unendliche Mengen Rum, die aus großen Krügen immer wieder Gläser und Kehlen füllen. Aus unserem Auto werden zwei und plötzlich vier, wie in der Bibel sind plötzlich 20.000 Fahrzeuge auf dem Weg zur Playa, alle trinken Rum und sind unendlich froh. Wir erreichen die Schranke, wälzen uns im Staub des Lebens und werden willkommen geheißen. Es wird wild geknutscht, Menschen ziehen sich nackt aus, schreien schrill vor Freude. Plötzlich wird alles schwarz und dunkel, bunte Farben, Fahrräder, Staub, Nippel und Techno überall.

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Foto: Philip Siefer

Paula Schwarz

(Gründerin (Fondatrice), The World Datanomic Forum)
Burning Man hat in mir die wichtigsten Gedanken für den Beginn des World Datanomic Forums ins Rollen gebracht. Ich habe supercoole Entwickler und Datenwissenschaftler kennengelernt. Es war einfach geil zu erfahren, wie man mit eigenen Kräften bis ans Ende der Welt kommt und dann noch mitten in der Wüste über die Ordnung von Daten sprechen kann. Mit dem humanitären Arm, Burners Without Borders, bin ich im Rahmen der Flüchtlingskrise auch wegen des Themas humanitäre Innovation (Startupboat) schon länger verbandelt. Es ist toll zu sehen, wie Burning Man über die Grenzen der Wüste hinauswächst – und die Truppe auch in neue Teile der Welt geht, etwa nach Afrika (Africa Burn) und Israel (Israel Burn oder auch Midburn). Ich hoffe sehr darauf, dass wir auch bei uns in Deutschland noch mehr Burning-Man-Kultur leben können!

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Foto: Paula Schwarz

Nils Herrmann

(Managing Director, Hello Fresh DACH)
Die Zeit auf der Playa ist für mich wie ein mentaler Reset, der mir hilft, mich für Neues zu öffnen (1). Ich kann mich darauf besinnen, was wesentlich ist (2), und Kraft für neue Projekte schöpfen (3). (1) Die Playa ist ein risikofreier Raum, wo jeder Dinge einfach ausprobieren und sich auch dafür Zeit nehmen kann, weil es weder Verpflichtungen noch Handys gibt. Jeder kann sich dort ausleben in Workshops, Kunst und Vorträgen. (2) Es gibt sehr viel Interaktion zwischen den Teilnehmern, jedoch zeitgleich auch viele Momente und Orte, die zur inneren Reflexion anregen. Das Setting schafft in mir eine extrem positive und entspannte Grundhaltung, weil alles, was sonst im Alltag auf mich einprasselt, abwesend ist. Stattdessen gibt es viele Anregungen für Introversion. (3) Die Schönheit und Kreativität der Kunstinstallationen, Art Cars und Vorführungen führt mir stets vor Augen, dass alles möglich ist, man muss nur damit anfangen. Dieses Jahr habe ich mit meiner Schwester selbst ein Kunstprojekt eingebracht und war total positiv überrascht davon, wie schnell man Hilfe bekommt, wenn der Stein einmal ins Rollen gekommen ist.

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Foto: Nils Herrmann und Dana Sertel

Dana Sertel

(Marketing-Consultant und Yoga-Lehrerin)
Ein Spielplatz und Ort des Ausdrucks unfassbarer Kreativität. Der sonst leblose Ort explodiert in Ideen und wird zum fruchtbarsten Land. Das Gefühl von „alles ist möglich“ und „ich bin verantwortlich“ liegt in der Luft. Jede/-r hat Platz und kann sich ohne Zurückhaltung ausleben. Ich nehme mit, dass es möglich ist, jeden Ort in eine Atmosphäre von Toleranz und Offenheit zu bringen, wenn man es in Gemeinschaft tut. Das ist das Potenzial von echter Community. Mich hat es tief bewegt, welche Schönheit überall entstand und mit welcher Hingabe die Menschen dort die Zeit auskosten. Mich und meinen Partner einbezogen. Das hat mir vor Augen geführt, dass jeder Moment es wert ist, komplett gelebt zu werden. Es war eine tief greifende, bereichernde Erfahrung.

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[…] ein sehr ehrlicher und auch kritischer Beitrag zum Burning Man, der zeigt, dass auch die Berliner Startup-Szene schon ganz gut beim „Namedropping” mitmischen kann. Das legendäre Festival in der […]

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[…] wenn es ums Gründen und das Startup-Leben geht: Die Kernprinzipien von „Burning Man” sind ein Leitfaden, der mich immer wieder […]

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[…] wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HS OWL (Hochschule Ostwestfalen-Lippe) hatte sie das Burning-Man-Projekt der Hochschule betreut, bei dem das Kunstprojekt zweier Studenten bei diesem […]