Wenn Lebensmittel bis zum Ladenschluss nicht verkauft sind oder schon bei Anlieferung nicht der Norm entsprechen, landen diese meist zur Entsorgung im Container. Das frisch gegründete Unternehmen Sirplus will diese Verschwendung reduzieren. In Zusammenarbeit mit Händlern sollen noch genießbare Waren stattdessen vor Ort in Berlin oder im Online-Shop verkauft werden. 20 Prozent der Lebensmittel sind für soziale Projekte bestimmt. Um das Konzept zu realisieren, läuft seit 19. April die Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Das Fundingziel von 50.000 Euro ist keine Woche nach dem Start der Kampagne zur Hälfte erreicht.

Sirplus plant bereits Expansion

Für die Anlieferung der Waren will Sirplus eng mit Produzenten, Distributoren, Groß- und Einzelhändlern kooperieren. Das Konzept hat das Startup bereits in den vergangenen zehn Monaten mit Großhändlern und Logistikern partnerschaftlich entwickelt. Die Crowdfunding-Kampagne soll vor allem dazu dienen, den ersten Sirplus-Flagship-Store in Berlin aufzubauen. Daran soll im zweiten Schritt der Aufbau des digitalen Marktplatzes erfolgen, der Einkäufe noch am gleichen Tag zu den Kunden bringen soll.

Für die Koordination der Beteiligten und zur Koordination bereits bestehender Lieferungen plant Sirplus eine eigene Software, die gemeinnützige Organisationen kostenlos erhalten. Nach dem Start in Berlin plant Sirplus bereits die Expansion in andere deutsche Städte. Langfristig wollen die Gründer das Thema Lebensmittelverschwendung aber auch international angehen.

Mit Anreizen der Überproduktion entgegenwirken

Derzeit werden weltweit jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet, in Deutschland davon 20 Millionen Tonnen. In LKWs geladen würde das nach Angaben des Startups einen Stau von Berlin bis nach nach Lissabon ergeben. Die Ziele – Ressourcen schonen, Überproduktion entgegenwirken und CO2-Ausstoß reduzieren – will Sirplus vor allem mit Anreizen erreichen. Durch ihre Teilnahme bei Sirplus können Lebensmittelfirmen Entsorgungskosten einsparen und Verbraucher ihren Geldbeutel schonen. Die Lebensmittel sollen im Shop bis zu 70 Prozent günstiger sein als im konventionellen Markt.

Auch andere Startups und Initiativen kämpfen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln, darunter der Resq Club oder die Startups MealsaverToo Good To Go und Foodloop. Die Bundesregierung will mit der Initiative Zu gut für die Tonne das Bewusstsein für den Umgang mit Lebensmitteln in den Köpfen der Verbraucher zu verankern.

Nun versuchen die Gründer von Sirplus, dem Thema Lebensmittelverschwendung zum Durchbruch zu verhelfen. Initiator des Startups ist Raphael Fellmer. Der Lebensmittel-Aktivist hat laut eigener Aussage mit mehr als 26.000 ehrenamtlichen Lebensmittelrettern seit 2012 bereits acht Millionen Kilogramm oder etwa 25 Millionen Mahlzeiten vor der Vernichtung bewahrt. Mitgründer sind der Umweltingenieur und Foodsharing-Pionier Martin Schott sowie der Business Angel und Digital-Unternehmer Alexander Piutti.

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2 Kommentare auf "Zum Wegwerfen zu schade: Startup Sirplus will aussortierte Lebensmittel retten"

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