Beschreibt bitte das Konzept von Coparion.

Christian Stein: Coparion ist ein Venture Capital-Fonds für Startups in der jungen Wachstumsphase. Wir tragen dazu bei, dass diese schnell und nachhaltig über mehrere Finanzierungsrunden wachsen. Wir co-investieren immer mit anderen Investoren. Dabei übernehmen wir nicht die Führung, nehmen aber eine aktive Rolle als Gesellschafter oder Beirat ein, um unsere Unternehmen zu unterstützen. Das Kapital stammt zu 80 Prozent vom ERP-Sondervermögen (BMWi) und zu 20 Prozent von der KfW. Coparion agiert operativ aber komplett unabhängig.

Gibt es einen inhaltlichen oder regionalen Fokus?

Christian Stein: Wir investieren in Unternehmen, die in Deutschland sitzen oder einen bedeutenden Teil ihres Geschäfts in Deutschland haben. Wir haben keinen Branchenfokus, interessieren uns aber stark für Technologie-orientierte Unternehmen. Wir suchen Unternehmen, die schon Traktion besitzen. Im Bereich Life Science und High Tech investieren wir aber auch in frühen Phasen in denen noch wenig Traktion sichtbar ist. Zusammengefasst liegt unser Investmentfokus auf jungen Technologie- und Dienstleistungsunternehmen in der Startup- und jungen Wachstumsphase. Das bedeutet in den meisten Fällen Series A und später.

Welchen Mehrwert bietet Coparion?

David Zimmer: Als einer der größten VC-Fonds in Deutschland können wir über mehrere Finanzierungsrunden hinweg signifikant investieren und das Wachstum unserer Unternehmen beschleunigen. Zusätzlich sind wir aufgrund unserer Fondsstruktur auch in herausfordernden Gesellschafterkonstellationen ein beständiger Partner. Des Weiteren unterstützen wir natürlich unsere Unternehmen aktiv mit einem erfahrenen Team.

Wie grenzt ihr euch ab?

Christian Stein: Coparion kombiniert in einzigartiger Weise den unternehmerischen VC mit dem öffentlichen Geld. Wir handeln unternehmerisch mit dem unbedingten Ziel der Wertsteigerung unserer Beteiligungen. Gleichzeitig können wir aber die Rolle des beständigen Gesellschafters, der eine Wachstumsstrategie ohne kurzfristigen Opportunismus unterstützt, glaubhaft übernehmen.

Welche Startups sollen euch Businesspläne senden?

David Zimmer: Wir zielen branchenunabhängig und pragmatisch auf die Unternehmen ab, die ihre ersten  Kunden gewonnen oder ihre ersten Umsätze erzielt haben. Gerne investieren wir auch in späteren Phasen und großen Finanzierungsrunden. Als VC mit Technologie-Kompetenz können sich außerdem Unternehmen an uns wenden, die bei der Traktion noch nicht so weit sind, aber eine herausragende Technologie entwickeln oder entwickelt haben. Jenseits der ersten sichtbaren Erfolge sind für uns Innovationsstärke, Wachstumsaussichten und insbesondere das Team entscheidende Faktoren.

Wie groß ist euer Fonds und wie groß sind eure Tickets?

David Zimmer: Unser Fondsvolumen beträgt 225 Millionen Euro. Üblicherweise investieren wir in mehreren Finanzierungsrunden zu je einer halben bis drei Millionen Euro. Das maximale Investitionsvolumen pro Beteiligung beträgt zehn Millionen Euro. In Ausnahmefällen können wir in einer Finanzierungsrunde und insgesamt pro Unternehmen auch mehr investieren.

Beschreibe bitte euer Team.

Christian Stein: Zurzeit besteht unser Team aus elf Kolleginnen und Kollegen in Köln und Berlin. In den kommenden Jahren werden wir das Team weiter ausbauen. Wir sind ein komplementäres Team, von jung bis sehr erfahren, von betriebswirtschaftlichem bis technischem Hintergrund, von Corporate- bis Unternehmer-Vergangenheit. Wir nutzen diese Diversität, um im Sinne unserer Unternehmen die besten Entscheidungen als Team zu treffen.

Wie viele Unternehmen sind in eurem Portfolio?

Christian Stein: Wir haben bereits in 15 vielversprechende Unternehmen aus den Bereichen IT, Software/SaaS, Fintech, Künstliche Intelligenz, Robotik, Mobilität, Cleantech, Life Science und Hardware investiert.

Eure erfolgreichen Exits?

David Zimmer: Coparion ist erst im März 2016 gestartet. Im Moment befinden wir uns also noch im Aufbau unseres Unternehmensportfolios.

Coparion Logo (Bild: Coparion)

Coparion

coparion GmbH & Co. KG
Charles-de-Gaulle-Platz 1d
50679 Köln
Website
Christian Stein, Geschäftsführer von Coparion (Bild: Coparion)

Christian Stein

Christian Stein lernte bei einem unternehmerischen Start ins Arbeitsleben in der Endphase der New Economy zunächst, was es heißt, auch schwere Zeiten zu überstehen. Seitdem war er immer an der Schnittstelle von Technik und Betriebswirtschaft aktiv, unter anderem als Venture Capital Investor, in der Managementberatung und als CFO eines IT-Startups.
David Zimmer, Geschäftsführer von Coparion (Bild: Coparion)

David Zimmer

David Zimmer David Zimmer wurde zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn bereits mit dem Startup-Virus infiziert. Seitdem arbeitete er in verantwortlichen operativen und Investment Funktionen in Startups, im Konzern sowie in internationalen Private-Equity-Unternehmen. Dabei hat er auch die schwierigen Seiten des Unternehmertums hautnah selbst erfahren. Geprägt durch zwei Boom- und Bust-Phasen läuft er nicht jedem Trend hinterher sondern analysiert Geschäftsmodelle auf deren Substanz und Nachhaltigkeit.

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1 Kommentar auf "Coparion: „Beständige Wertsteigerung ohne kurzfristigen Opportunismus“"

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