Svenja und Cristin, wer steckt denn hinter dem Companisto-Blog-Team?

Cristin Liekfeldt: Man erkennt uns eigentlich immer schon von weitem: Beladen von unten bis oben mit schweren, schwarzen Taschen, Koffern und Beuteln, in einer leichten Schieflage. Svenja hat als Dokumentarfilmerin den Überblick über unsere Videosparte und damit über Kamera, Ton und Licht, ich bin der kreative Kopf hinter den Artikeln, recherchiere und löchere unsere Interviewpartner mit Fragen. Wir arbeiten zusammen an spannenden, neuen Videoideen rund um die Startup-Szene, Unternehmertum und Zukunftstrends. Auf Companisto stellen sich ja regelmäßig Startups vor, in die man investieren kann, die Auseinandersetzung mit neuen Technologien und interessanten Gründern liegt also fast in der Natur der Sache.

Svenja Klüh: In den sechs Monaten, in denen wir den Blog entwickeln, waren wir für Companisto auf Vorträgen und Konferenzen unterwegs, haben Interviews geführt und Reportagen und Dokus gedreht. Als Teil von Companisto, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz führenden Crowdinvesting-Plattform, sind wir von neuen Technologien und innovativen Ideen tagtäglich umgeben. Wir wollen die ganze Welt darum herum erfassen – den Standort Berlin, neue Studiengänge, individuelle Erfolgsgeschichten, politische und technologische Entwicklungen – und natürlich den jungen Unternehmen und Studierenden bei der Ideenfindung und Umsetzung quasi in Echtzeit zusehen.

Warum macht ihr das in Form von Videos?

Svenja Klüh: Das Internet bietet die Chance, Geschichten multimedial zu erzählen. Cristin schreibt ja jede Woche Artikel für den Blog. Die Videos machen unsere Geschichten noch direkter und sind eine Bereicherung und Ergänzung in Form und Inhalt – dabei ist es uns sehr wichtig, qualitativ hochwertigen Content zu bieten. Auch mal zu experimentieren. Ich bin Dokumentarfilmerin und schätze die Vielseitigkeit des Mediums. Mit Videos ist man näher an den Protagonisten, kann sie unverfälscht und direkt wiedergeben, eine emotionale Bindung herstellen. Man kann aber auch bewusst gestalten, humorvoll und modern sein, abstrakt. Jedes Thema bekommt seine Form. Wir versuchen also, einen eleganten Spagat zwischen Unterhaltung, relevanter Information und künstlerischem Anspruch hinzubekommen.

Cristin Liekfeldt: Das passt einfach zu unserer Arbeitsweise und gliedert sich gut in unseren ganzheitlichen Ansatz ein. Die Videosparte ist der eine Teil, die wöchentlichen Artikel der andere. Wir machen ganz unterschiedliche Beiträge und Artikel. Mal kurz und knackig, mal intensiv und langfristig. Die Zukunft des Content liegt im Bewegtbild, das ist für Online Marketeers keine neue Information. Jedes Jahr wächst der Videocontent auf Facebook pro User um 75 Prozent. Trotz der Tatsache, dass der Facebook-User im Durchschnitt nicht mal eine Minute Video guckt, widerstrebt es uns, nur 30-Sekünder zu drehen. Deshalb eignet sich der Blog für längere Beiträge umso besser: Hier können die Leute auch mal länger verweilen.

Und für Companisto lohnt sich der enorme Aufwand einer Videoproduktion?

Cristin Liekfeldt: Ich denke schon. Wir glauben an guten Content. Unser Blog soll nicht einfach nur ein SEO-Tool sein. Wir wollen nicht immer die gleichen Beiträge schreiben und so unsere Sichtbarkeit in Suchmaschinen erhöhen. Wir wollen einen wirklichen Mehrwert bieten. Wir produzieren die Beiträge so, dass wir uns die selbst auch gern anschauen und wollen so alle Menschen, vor allem Neulinge, mehr für Startups begeistern. Es fällt schwer, langfristig vorauszusagen, dass der Aufwand sich lohnt. Videos sind Langzeitinvestments – Langlebiger Content braucht Zeit, er wird auch nach zwei Jahren noch aufgerufen werden, wenn er gut ist. Wir betrachten das als Versuch, an dessen gutes Ende wir glauben und deshalb auch mit viel Power und Energie dafür arbeiten.

Svenja Klüh: Jeder kann in unseren Beiträgen sehen, dass wir uns wirklich mit den Themen beschäftigen. So bieten wir nicht nur den Companisten (den Investoren auf unserer Plattform) einen Mehrwert, sondern öffnen vielleicht auch bisher Uninformierten den Weg in die Welt des Entrepreneurship. Und das ist eben mitunter auch ein Anliegen von Companisto: Den Wert des Unternehmertums zeigen. Unternehmertum hat bei vielen Menschen noch einen sehr einseitigen Ruf – kühl, karriereorientiert, der Wirtschaft verhaftet – eben eher langweilig. Wir zeigen, wie divers und modern Unternehmertum in Wirklichkeit sein kann und dass es in finaler Konsequenz auch bedeutet, Einfluss auf unsere Gesellschaft im Ganzen zu nehmen.

Wie divers und modern ist es denn?

Cristin Liekfeldt: Allein die Bereiche, in denen Startups sich bewegen, sind unterschiedlich: Vom Online-Handel über traditionelles Handwerk bis hin zu Neurotechnologien – Startups verändern überall unser Leben. Und jedes sieht unterschiedlich aus. Companisto ist ja selbst ein Startup, unsere Mission ist, das Investieren neu zu denken. Investments werden direkter und emotionaler, weil immer weniger Menschen Investmentbankern vertrauen. Sie bauen eine Beziehung zu ihren Investments auf und erwarten und hoffen, dass sie gut performen. Crowdinvesting ist wegen der Investition in Menschen und Ideen emotional und wir setzen hier an, zeigen die Köpfe hinter den Startups, machen Lust aufs Anfangen und die Hands-on-Mentalität.

Ihr seid thematisch ziemlich breit aufgestellt. Betrachtet ihr euch als direkte Konkurrenz von Onlinemedien wie Gründerszene und anderen?

Cristin Liekfeldt: Nein, gar nicht. Wir machen keine Berichterstattung oder sind ein Newsportal. Wir regen die Auseinandersetzung mit einem Thema an und beschäftigen uns mit Dingen, die bald für alle Menschen interessant sind. Eigentlich sind wir Startpunkt für Leute, die irgendwo anfangen zu fragen und dann auf Zukunftsmusik, Digitalisierung und Startups stoßen. Wir fangen bei null an und öffnen erst mal die Welt für Außenstehende. Gründerszene ist viel tiefer in der Materie drin und vor allem hochaktuell. Man muss schon viel über das Gründertum wissen, wenn man sich dort Informationen besorgt. Wir sind eher ein Türöffner und machen überhaupt erstmal Lust auf die Szene, bewegen uns zwischendrin. Mal unterhalten wir und mal regen wir zum Nachdenken an.

Wo wollt ihr denn mit dem Blog langfristig hin?

Svenja Klüh: Wir wollen uns gerne als Blog etablieren, das gute journalistische Arbeit leistet und sympathisch und abwechslungsreich durch eine Welt führt, die vielen noch fremd sein mag. Wenn wir erreichen, dass Companisto mit spannenden, coolen Beiträgen, die handwerklich auch noch gut gemacht sind, in Verbindung gebracht wird, wäre das auf jeden Fall das Erreichen eines Ziels. Wir tragen das nach außen, was uns interessiert: Leute mit Ideen zeigen, Visionen nachgehen, uns in Themen stürzen, bei denen wir auch selbst was lernen können.

Cristin Liekfeldt: Außerdem arbeiten wir daran, auch die finanzielle Bildung voranzutreiben. Wir Deutschen haben nach zahlreichen Berichten im Spiegel oder der Welt offenbar gar kein Talent zum Sparen und Investieren. Wir sind im Durchschnitt sogar ärmer als die Griechen! Was für eine bemerkenswerte Ko-Existenz nach dieser ganzen Aufregung im letzten Jahr. Also wollen wir den Leuten die Grundlagen an die Hand geben, damit sie selbstständig gute Investmententscheidungen treffen können. Crowdinvesting ist Teil des Risikoinvestments und bietet eine tolle Gelegenheit auf hohe Renditen. Aber dazu muss man eben auch aufklären und erst mal an der nichtvorhandenen finanziellen Bildung ansetzen. Also als kleines Fazit: Große Ziele, viel zu tun und richtig Lust drauf! Für´s Erste freuen wir uns über die neue Kooperation mit einem tollen Medium: der Berlin Valley! Mit euch über Recruiting in Startup-Zeiten zu diskutieren, war auf jeden Fall super spannend! Guckt doch mal rein!

 

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Enttäuschter Companist
Gast
Enttäuschter Companist

Companisto erscheint seit dem Desaster mit Kyl21 von David Marx in nicht so gutem Licht, haben sie dort zumindest nicht so genau hingeschaut, zum Nachteil der Investoren (z.B. Seite 34 auf http://www.crowdinvesting-forum.de/threads/4691-Kyl21-anteile-zu-verkaufen-500-stück-à-5-eur-sale-möglich!-lt-2500-eur/page34). Das letzte Fiasko war dann Unyte Yoga: Gestartet auf Companisto am 26.05.2015, dort bewertet mit € 6.000.000 und schon am 17.03.2016 Insolvenzantrag, Verfahrenseröffnung jedoch mangels Masse abgelehnt. “Kleinanleger investierten über Crowdfunding-Plattform / Verbleib des Gelds unklar” http://www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/pmwebaktuell/F35FB543151F1C69C1257FC3002B007F

Tom Schönbrodt
Gast

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