Ist Craft Bier nur Trend oder neue Tradition?

Wir als Craft Bier-Brauer führen eine alte Handwerkstradition fort. In Deutschland haben wir seit 1.000 Jahren eine reiche Tradition handwerklicher Biere. Schon immer lernen Leute von der Pike auf den Beruf des Brauers und produzieren mit natürlichen Zutaten neue Biere. Mit unseren ersten Bieren brachten wir vor acht Jahren die Craft Bier-Kultur nach Deutschland. Seitdem sind wir immer in Bewegung und experimentieren viel mit Hopfensorten aus aller Welt. Dieses besondere Gefühl, wenn man sein neuestes Bier zum ersten Mal probiert, ist unvergesslich. Mittlerweile ist aus dem Trend eine neue Tradition geworden. Wir sind in guter Gesellschaft und teilen unsere Leidenschaft mit den vielen Craft Bier-Brauern in ganz Deutschland und vor allem hier in Berlin. 

Welchen Einfluss hat Craft Bier auf den Biermarkt?

Im Einzel- und Getränkehandel, aber auch in der Gastronomie, erkennt man, wie Craft Bier zur Belebung des traditionsreichen deutschen Biermarktes beiträgt. Die „neuen“ Biere begeistern Fans und ziehen neue Zielgruppen wie zum Beispiel Frauen in ihren Bann. Im Regal ergänzen sich Craft Bier und etablierte Sorten. Nun haben Hopfenliebhaber mehr Wahlmöglichkeiten als je zuvor – es gibt Biere für jeden Geschmack. Das Spektrum reicht von gut ausbalancierten und leichter zugänglichen Bieren wie dem BraufactuM Colonia oder Palor bis hin zu intensiver schmeckenden Bieren, wie die im Holzfass gelagerten Sorten Barrel 1 oder Arrique. Und: Saisonale Varianten sorgen für noch mehr Abwechslung. Zusätzlich erleichtern wir den Einstieg in die vielfältige Welt der Craft Biere mit Informationsmaterial wie unserem Craft Bier Guide und verwenden eingängige Bezeichnungen wie „kaltgehopft“ statt der bis dahin verwendeten Begriffe „dry hopping“ oder „Hopfenstopfen“. 

Welche Rolle spielt Braufactum für die Etablierung von Craft Bier in Deutschland

Wir, mein Geschäftsführerkollege Thorsten Schreiber und ich, gingen 2010 auf eine Weltreise, die wir unter uns die „Reise zum neuen Geschmack“ nannten. Unsere Route führte uns einmal um die Welt. Unser Ziel war, unterwegs die damals bekanntesten Craft Bier-Brauer kennenzulernen und sich auszutauschen. Wir tauchten ein in die Faszination Craft Bier und waren so begeistert, dass wir die Idee mit nach Deutschland brachten und 2010 mit unseren ersten Bieren Pionierarbeit leisteten. Mittlerweile sind es 13 eigene Craft Biere und drei Seasonals von BraufactuM. Auch heute erweitern wir ständig unser Wissen und holen uns Anregungen, wo immer es geht: Zum Beispiel bei Winzern, Whiskeybrennern oder auch den vielen guten Craft Bier-Brauern hier in Berlin.

Warum der Flagshipstore in Berlin?

Von Anfang an waren wir davon überzeugt, dass Craft Bier ein Zuhause braucht. So sind wir seit einigen Jahren auf der Suche nach dem richtigen Ort in der richtigen Stadt und vor allem dem richtigen Partner. Wir haben es uns nicht einfach gemacht. Aber im Sommer 2017 war es endlich soweit: Zusammen mit den Gastro-Experten von der BMB-Gruppe sind wir direkt am Alexanderplatz fündig geworden. Braufactum Berlin bietet uns jetzt die Möglichkeit, unsere Biere in Verbindung mit authentischer Gastronomie einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Die Location bietet Craft Bier, Burger und Barbecue und ist ein Zuhause für alle Bierliebhaber und die, die es werden wollen. Es soll ein Ort der Begegnung und der Craft Bier-Kultur sein. Wer sich vor der kreativen Craft Bier Atmosphäre anstecken lässt, kann dort auch lernen, sein eigenes Bier zu brauen. Und wer klein anfangen möchte, schaut bei uns für ein Biertasting vorbei und erlebt, wie fruchtig, hopfenbetont oder malzig Biere schmecken können.

Welche Pläne verfolgt Braufactum für 2018?

In diesem Jahr möchten wir noch mehr Menschen von Craft Bier begeistern, sowohl in der Gastronomie als auch im Handel. Dafür arbeiten wir an ganz neuen Formen, um die Biere noch vielfältiger anzubieten. Neben Deutschland fokussieren wir uns mehr und mehr auf das Auslandsgeschäft. Außerdem packen wir wie jedes Jahr unsere Koffer und besuchen Freunde auf der ganzen Welt, unter anderem in Kanada, den USA oder Russland. Die neuen Eindrücke und der Austausch liefern uns wichtige Impulse für unsere Arbeit hier in Deutschland und vielleicht auch für ein neues Bier – es wäre ja nicht das erste Mal.

Gibt es Entwicklungen am Markt, die gerade für Craft relevant sind. Was muss unbedingt gesagt werden, wenn es um Craft geht? 

Ich bin immer wieder begeistert, wie schnell und dynamisch sich Craft Bier von einem Trend zu einer Bewegung entwickelt hat. Und das vor allem in Berlin. Die Szene hier gibt wichtige Impulse für den ganzen deutschen Markt. Bei all der Dynamik und Leidenschaft ist es uns aber ein besonderes Anliegen, die Qualität immer fest im Blick zu behalten. Bei Geschmack und Qualität machen wir keine Kompromisse. In diesem Sinne: Auf die Qualität und auf die Vielfalt, und auf Berlin!

Mehr zur Szene findet ihr unter anderem hier.

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