Berlin wirbt mit seiner Willkommenskultur. Zahlreiche Akteure aus Wirtschaft und Politik unterstützen Fachkräfte und Unternehmen aus aller Welt dabei, in der Hauptstadt Fuß zu fassen. Mit dem Zuzug kommen aber auch viele Fragen auf, unter anderem zum Aufenthaltsrecht, zu Firmengründungen, Businessplänen oder Arbeitserlaubnissen.

Ansprechpartner sind in solchen Fällen die Ausländerbehörde, die Industrie- und Handelskammer, die Wirtschafts- und Technologieförderung Berlin Partner, die Senatsverwaltung für Wirtschaft und auch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Zusammen organisieren sie den Business Immigration Service (BIS) für Unternehmen und Fachkräfte und deren Familien aus dem außereuropäischen Ausland.

Mehr als 550 Unternehmen, Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen nutzten den BIS 2016 regelmäßig. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der betreuten Unternehmen bei der Ausländerbehörde um rund 60 Prozent gestiegen, die Zahl der Anträge nahm um etwa 40 Prozent zu. Eine besonders gefragte Dienstleistung ist die Ausstellung der Blauen Karte für akademische Fachkräfte, die im letzten Jahr 935 Mal vergeben werden konnte. „Wie groß die Nachfrage nach diesem besonderen Service ist, macht die Zahl von 9.000 Anträgen auf Erteilung von Aufenthaltstiteln in diesem Segment deutlich“, sagt Torsten Akmann, Staatssekretär für Inneres bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

In zwei Stunden Weichen für die Gründung stellen

Zentrale Anlaufstelle des BIS ist seit Mitte Juli 2017 die sechste Etage im Ludwig Erhard Hauses. Hier ist zudem das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf vertreten, wo ausländische Fachkräfte ihre Wohnung anmelden können. Das bedeutet: Partner in Rufweite und kurze Wege. „Im Idealfall heißt das: 10 Uhr Beratung durch die IHK; 11 Uhr Termin bei der Ausländerbehörde; 12 Uhr Weichen für eine Gründung in Berlin sind gestellt“, erklärt Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, den Ablauf. Allein im ersten Halbjahr 2017 betreute die IHK Berlin über 100 Unternehmer und gab Stellungnahmen gegenüber der Ausländerbehörde ab, in denen sie Unternehmenskonzepte bewertete.

Gleichzeitig unterstützt Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie Investoren und Unternehmen dabei, zuziehende Fachkräfte auf schnellstem Wege in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die meisten Fachkräfte sind im IT-Sektor tätig und stammten 2016 aus Nordamerika (29 Prozent), gefolgt von Asien (25 Prozent) und Europa (19 Prozent). In diesem Jahr hat Berlin Partner bereits 150 Unternehmen betreut und 290 Anträge für Fachkräfte bearbeitet.

Eines der Unternehmen in Berlin, die den Business Immigration Service nutzen, ist der Fintech-Brutkasten Finleap. Unter den über 450 Mitarbeitern sind Fachkräfte aus 30 Nationen. Managing Partner Matthias Lange erwartet, dass „die Effizienz durch den Umzug ins Ludwig Erhard Haus noch gesteigert wird“.

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