Elon Musk, Mark Zuckerberg, Larry Page, Eric Smith, Jeff Bezos, sie alle waren dabei. Und Marcus Meurer, Gründer der Digitalen-Nomaden-Bewegung DNX mit Sitz in Berlin, hat Heidi Klum beim Küssen gesehen. Das berichtet er zumindest im DNX Podcast – übrigens ein sehr ehrlicher und auch kritischer Beitrag zum Burning Man, der zeigt, dass auch die Berliner Startup-Szene schon ganz gut beim „Namedropping” mitmischen kann. Das legendäre Festival in der heißen Wüste Nevadas hat sich seit den Anfängen in den 80ern zu einem Mega-Event entwickelt, an dem man einfach mal teilgenommen haben muss.

Doch mit der Teilnehmerzahl (mittlerweile um die 70.000) steigt auch die Kritik am Festival – wie immer, wenn etwas in Richtung Mainstream wächst und gedeiht. Tickets für den 10-Tages-Event in Black Rock City kosten zwischen 500 und 1.000 US-Dollar, dazu kommen Ausrüstung, Schlafplätze sowie lange Autoschlangen vor dem Eingangstor. Und dennoch: Wer einmal mit dabei war, der bleibt für immer ein begeisterter „Burner”.

Auf dem Burning Man, Foto: Bertrand Guez
Burning Man, Foto: Bertrand Guez

Burning Man ist ein Spielplatz für Produktentwicklung

„Für viele Techies ist Burning Man ein Spielplatz für Produktentwicklung”, erklärt Fred Turner, Professor für Kommunikation in Stanford, der den Einfluss von Burning Man auf die Tech-Kultur seit über einem Jahrzehnt beobachtet. Mit einem riesen Unterschied: „Im alltäglichen Arbeitsleben geht es darum, die Vision anderer umzusetzen. Beim Burning Man erlebt man, was es bedeutet, die eigene Idee umzusetzen. Auf der Playa ist alles, was man tun, für alle sichtbar – und jeder feiert, was ihm gefällt”, zitieren die Stanford News den Wissenschaftler.

Auch Alex Ljung, Mitgründer von Soundcloud, ließ sich schon auf dem Burning Man inspirieren. Unglücklicherweise genau zu einer Zeit, als die Musikplattform in die Kritik geriet, weil sie bisher keine tragfähige Monetarisierungs-Strategie vorweisen konnte – und viele das Unternehmen kurz vor dem Aus glaubten. Aller Bedenken zum Trotz existiert Soundcloud weiter – und auch der Freigeist von Burning Man wird weiterglühen und Funken fliegen lassen. Burner wie das Team der Hochschule OWL oder Kontist-Mitgründerin Madison Bell stecken an. Sie tragen die Utopie einer besseren Welt in den Alltag, den ungebrochenen Spirit von Unabhängigkeit, Gemeinschaftssinn und Freigiebigkeit, damit auch hier immer öfter Madisons Mantra gelten kann: „Erwarte das Unerwartete.”

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[…] Burning Man 2018 ist auch die deutsche Startupszene dabei. Mit uns hat sie ihre Eindrücke vom diesjährigen Festival […]

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[…] Sieben Mal war ich jetzt dabei und merke immer mehr, dass sich vieles, was ich hier beim „Burning Man” in der Wüste lerne, auch auf mein persönliches und berufliches Leben […]