Bilder aus Afrika zeigen Eindrücke von der Arbeit der Melinda & Bill Gates Foundation während alle gespannt auf den großen Auftritt warten. „Innovationen für eine gesunde Zukunft“ ist der Titel des Dialogforums zu dem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Kooperation mit der TU Berlin geladen hat. Und im Mittelpunkt dieses Dialogs steht Afrika als Chancenkontinent. Dabei machten Bill Gates und Müller auch den Studenten vor Ort Mut, sich für eine bessere und gerechtere Zukunft einzusetzen.

„Die Probleme sind lösbar. LassT uns optimistisch in die Zukunft gehen.“

„Die Probleme sind lösbar“, sagte Müller. „Lasst uns optimistisch in die Zukunft gehen.“ Gründe dafür gibt es laut Bill Gates genug. In den vergangenen Jahren habe es zahlreiche vielversprechende Entwicklungen gegeben. Die Kindersterblichkeit sei stark zurück gegangen, vor 25 Jahren hätten noch 26 Prozent aller Menschen in Armut gelebt, heute seine es nur noch 19 Prozent. Der Großteil davon lebe in Afrika. Grund genug den Fokus hier zu setzen, aber auch weil hier besonders viele junge Menschen leben, junge Menschen mit Ideen und Idealen. Menschen, mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Bill Gates: Innovation als Chance für Wandel

„Der Grund, weshalb ich optimistisch bin sind Innovationen im Bereich der Medizin, der Landwirtschaft und der Digitalisierung“, sagte Bill Gates. Es werde nicht einfach sein. Von ansteckenden Krankheiten bis hin zu korrupten Regierungen in vielen afrikanischen Staaten gebe es zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Aber die Chance, mit den jungen Leute vor Ort Innovation und Wandel gemeinsam voran zu treiben, sei immens.

„Gesundheit und Bildung sind der Schlüssel zum Erfolg“, stimmte Müller zu und belegte die Aussage gleich mit einem Beispiel von der Panafrikanischen Universität, die heute digital mit den Technischen Universitäten in Aachen, Berlin und München vernetzt ist. „Der nächste Nobelpreisträger kommt aus Afrika“, prophezeite er. „Digitalisierung heißt, dass unser Wissen global in Echtzeit zugänglich ist.“

Monika Jones, Anchor-Frau des Auslandsfernsehens der Deutschen Welle, moderierte das Dialogforum mit Bill Gates und Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller. Foto: Köhn-Haskins
Monika Jones, Anchor-Frau des Auslandsfernsehens der Deutschen Welle, moderierte das Dialogforum mit Bill Gates und Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller. Foto: Köhn-Haskins

Der Weg zu einer besseren Welt

Und wie können Studenten hier in der westlichen Hemisphäre zu einer besseren Welt beitragen? „Nutzt euer Wissen und eure Fähigkeiten und fertigt Produkte, die den Menschen in den Schwellenländern helfen“, sagte Bill Gates. Mit die wichtigsten Themen seien die Bekämpfung von ansteckenden Krankheiten, eine effektivere Landwirtschaft und Alternativen zur Massentierhaltung, die immerhin für 24 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sei, sowie der Anschluß aller Haushalte an ein Energienetzwerk.

„Innovation ist unsere größte Hoffnung, den Wandel tatsächlich noch einzuleiten.“

Dabei sei gerade in Afrika die Entwicklung von grünen Energiequellen wichtig, ergänzte Müller. Um hier nur jeden zweiten Haushalten mit Energie zu versorgen, müssten mehr als tausend Kohlekraftwerke gebaut werden. Die Kohle dafür sei in Afrika natürlich vorhanden, aber der Rückschlag für die angestrebte Energiewende sei immens. „Digitalisierung gibt uns die Möglichkeit den Klimawandel zu stoppen und die Energiewende einzuleiten“, appellierte Müller. „Es gibt Aufgaben und Arbeitsplätze für sie alle.“

„Innovation ist unsere größte Hoffnung, den Wandel tatsächlich noch einzuleiten“, stimmte Bill Gates zu. In manchen Bereichen sei jedoch zusätzlich auch ein philanthropischer Ansatz nötig, etwa in der Medizin. Da Krankheiten wie Malaria oder Polio in den westlichen Ländern keine Gefahr mehr darstellen, gebe es keinen finanzstarken Markt dafür – und damit auch weniger Interesse neue Impfstoffe zu entwickeln. Das gleiche gelte auch für besseres Saatgut. „Bei diesen Themen geht es ums Überleben“, appellierte Gates. „Hunger ist Mord wegen unterlassener Hilfeleistung, denn wir haben das Wissen und die Möglichkeiten, zu helfen“, ergänzte Müller. „Der Sinn des Lebens ist es, allen Menschen auf dieser Erde ein Leben in Würde zu ermöglichen.“

Fast schon idealistisch klingt der Bundesentwicklungsminister wenn er sich für gerechtere Lieferketten ausspricht, dafür die Ausbeutung des Afrikanischen Kontinents zu stoppen. „Kein Handy funktioniert ohne Kobalt aus dem Kongo, kein Elektro Auto fährt ohne Lithium. Die Ressourcen des afrikanischen Kontinents sind die Ressourcen für unsere Zukunft.“ Aber, so die Frage aus dem Publikum, werden unsere Bemühungen tatsächlich etwas bewirken können? „Wir hören zuerst immer die schlechten Nachrichten, aber wir haben in den vergangenen Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht“, sagte Bill Gates. „Jeder, der sich heute entmutigt fühlt, sollte einen Schritt zurück treten und das Gesamtbild betrachten.“ Das Wichtigste, da waren sich Müller und Gates einig, sei es „die Chancen zu sehen.“

Viel Applaus für eine inspirierende Diskussionrunde gab es für TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen, den Gründer von Microsoft, Bill Gates, und Bundesminister Dr. Gerd Müller. Foto: Köhn-Haskins
Viel Applaus für eine inspirierende Diskussionrunde gab es für TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen, den Gründer von Microsoft, Bill Gates, und Bundesminister Dr. Gerd Müller. Foto: Köhn-Haskins
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