Interviewerin Britta Weddeling, ließ Barack Obama zu Themen wie Diversität, Klimaschutz, Digitalisierung, Bildung, soziale Gerechtigkeit und den Aufbau von funktionierenden Ökosystemen resümieren. Obama gab sich nachdenklich, formulierte teils gut durchdachte Überlegungen, teils deftige Statements.

#Klimaschutz

„You seem to be like an educated audience, so I haven’t to convince you that it is real.“ 

In Sachen Klimaschutz setzte Obama Hoffnung auf die Entwicklung von Technologien, die den Karbon-Ausstoß wie auch den Energiekonsum reduzieren. Allerdings reiche es nicht aus, neue Technologien zu entwickeln, wenn diese nicht von der Gesellschaft adaptiert würden. Er forderte die anwesenden Gründer und Experten dazu auf, sich auch für das Thema Klimaschutz stark zu machen.

In Referenz zu Greta Thunberg gab er sich bewundernd, meinte aber: „A 16-year-old should not have to do this.“ Zumindest nicht alleine. Auch die Regierung sei gefordert. Die Energiewende könne nicht von alleine kommen, sondern brauche sowohl ideelle als auch regulatorische sowie finanzielle Unterstützung.

#Kollaboration

Gerade für junge Gründer und auch Aktivisten müssten globale Plattformen geschaffen werden, über die sich diese vernetzen und Gehör verschaffen könnten. „Part of what we are trying to do, is to build connections between social entrepreneurs and innovators, where they can offset some of the not so good movements that also happen on social media“, sagte er mit Anspielung auf das aktuell aktivste Twitter-Mitglied aus den USA.

#GAFA

Ein weiteres Problem für junge Gründer, nicht nur in den USA, seien die riesigen Marktanteile der Tech-Giganten. Dies mache es sehr schwierig für Startups groß zu werden ohne vorher „aufgekauft oder zerschmettert zu werden.“ Auf die Frage, ob die Tech-Giganten zerschlagen werden sollten, antwortete Obama: „There should be a conversation initiated by the tech companies with the politicians about frameworks, that make sense. Some of the challenges we are seeing today, could have been anticipated.“

Andererseits seien auch Regulierungen von Seiten der Regierung, die Innovationen unnötig einschränken, aktuell eine große Hürde.

„Wether you like it or not, companies have a responsibility to the society“

#Öffentliche Diskussionen ermutigen

Ziel müsse es sein, Herausforderungen zu diskutieren, bevor sie zu Problemen werden, alleine um den in die Schieflache geratenen Informationsfluss wieder auf eine reale Faktenebene zu bringen. „How Social Media is operating today: There is no thought at all and than something happens, which sparks a reaction – often a not well informed reaction“, formulierte der Ex-Präsident. „We need to encourage public conversation – society should have a say. There is need for discussion. Wether you like it or not, companies have a responsibility to the society.“

#Werte als Wettbewerbsvorteil

Natürlich sei es den Gründern von heute wichtig, Geld zu verdienen, zu skalieren, erklärte Barack Obama, aber er beobachte in Gesprächen mit jungen Menschen immer mehr das Bedürfnis nach Werten. „Many of the young entrepreneurs think about values, and this is also an important part of hiring talents. These generation of young people, they are interested in making money, but also interested in making sure, that what they do has a good impact on the world. If you are competing for engineers right now and you can show that you not only can do well but you can also make a great impact, than you have an advantageous edge.“

#Startup-Ecosystem

Das Silicon Valley, so meinte Obama, könne man in seiner Einzigartigkeit wohl nicht duplizieren. Allerdings gebe es einige Learnings, die man übertragen könne. Zuallererst benötige man gute Universitäten, als Anker für den Aufbau einer erfolgreichen Startup Kultur. Das Zweite seien Investitionen in Forschung und Entwicklung. „If a country is not investing in basic research and research academies, it is probably not doing as good a job as it should.“ Und die dritte Säule sei Kapital. Alles Mittel, mit denen der Staat auch in abgelegene Regionen das Entstehen einer lebendigen Startup-Kultur fördern könne.

#Frauen und Tech

Zum Thema Frauen in Tech-Berufen sprach Obama als Vater von zwei Töchtern.  „How they learn, the benefitted much more from working in groups, and working collaboratively than just working on a problem on their own.“ Deshalb müsse man bereits beim Bildungssystem ansetzen, wenn man sicher gehen wolle, dass mehr Frauen es sich auch später zutrauen, Leitungsfunktionen in Tech-Firmen zu übernehmen. Aber nicht nur das. „What are the social pressures?“, fragte er. „We have to create a culture that is welcoming. In the Silicon Valley we still have problems. I suspect thats true in technology firms here in Europe too. They are so disproportional with men that the culture within the organization doesn’t appear as welcoming as it should.“

„You have some pretty good women leaders in Germany who set a pretty good example“

#Diversity

Auf die Frage von Interview-Partnerin Britta Weddeling, wie Obama es geschafft habe, mehr Frauen ins US-Parlament zu holen, antwortet der ehemalige Präsident: „Diversity is a driver for success and an engine for excellence. The greater the mix of experiences, perspectives and strength, the more likely it is to have fresh eyes and fresh approaches to problems.“

Und wie geht es Barack Obama selbst, seitdem er nicht mehr als Präsident der Vereinigten Staaten im Amt ist?

„I am getting more sleep“, lautete die Antwort. „I have more time to read and to reflect on things that are not focused on a particular problem. One of the challenges of being the president of the United States is – like for all entrepeneurs – the Inbox. There is always a problem – you get consumed by the today.“ Und natürlich erwähnt er auch, dass er jetzt wieder mehr Zeit gemeinsam mit seiner Frau Michelle verbringen könne. Was großartig sei. Und die Lederhose, die er im Hotelzimmer vorfand wir er ihr natürlich auf vorführen. „I think I looked pretty good in it.”

#Optimismus

„Ich muss optimistisch sein. Dafür stehe ich“, meinte er. „If your name is Barack Hussein Obama and you are in the White House you have to be optimistic.“ Darüberhinaus treffe er viele junge Menschen, die ihn optimistisch stimmen. „There are Gretas everywhere. I see courage, innovation, idealism. This coming generation is far more sophisticated than mine was. It depends on them. There is poverty and conflict and debt, but actually we made progress. We have never been wealthier, more tolerant and understood each others cultures better than now. Each generation has to build on that progress, but it is not guaranteed. When we do not tend to the problems we have, we can take big steps back. That is why I want to invest in the problem solvers, the innovators, the young people of today. We are not gonna solve our problems without some sort of common action.“