AUTHADA bietet Identifizierungslösungen in der digitalen Welt an – warum und für was muss man sich überhaupt identifizieren?

Andreas Plies: Wir von AUTHADA haben eine App entwickelt, mit der sich Nutzer digital ausweisen können. Und zwar mit Smartphone und elektronischem Personalausweis (eID) oder Aufenthaltstitel. Beide Ausweise haben das Scheckkartenformat. Meistens ist es so, dass Nutzer sich immer dann online ausweisen müssen, wenn es regulatorisch oder rechtlich vorgeschrieben ist.

Was ist denn ein Beispiel für eine digitale Identifizierung?

Timo Hoffmann: Ein klassisches Beispiel ist die Kontoeröffnung online. Wer schon mal ein Konto eröffnet hat, weiß, dass er sich der Bank gegenüber und konform zum Geldwäschegesetz identifizieren muss. Und wer ein Konto schon mal online eröffnet hat, kennt unter Umständen das eher umständliche Identifizierungsverfahren in einer Postfiliale. Mit der AUTHADA-App funktioniert das Ausweisen direkt online – sicher, schnell und für den Nutzer sehr komfortabel – zu jeder Zeit und vor allem von überall aus. Ein Beispiel ist das Eröffnen eines Girokontos bei der comdirect. Die AUTHADA-Lösung ist dort in die Antragsstrecke der App integriert und das digitale Identifizieren dauert so nur wenige Sekunden.

Seit September ist die AUTHADA-App nun auch für iPhones verfügbar – warum jetzt erst?

Andreas Plies: Bislang war für iPhones die NFC-Technologie, die bereits im Jahr 2014 eingeführt wurde, auf die Nutzung mit Apples Bezahldienst Apple Pay beschränkt, da Apple die NFC-Schnittstelle Drittanbietern gegenüber verschlossen hielt. Bei Android-Geräten ist die NFC-Schnittstelle seit jeher geöffnet.

Timo Hoffmann: Deshalb ist AUTHADA auch bereits seit Mai 2018 mit verschiedenen Kunden mit der Android-Lösung am Markt. Mit dem großen iOS-Update haben sich die Spielregeln vollkommen geändert: iPhone-Nutzer können jetzt genauso die AUTHADA-App nutzen wie bereits Android-Nutzer.

Andreas Plies: Man kann es deshalb auch nicht anders sagen: Die Öffnung der NFC-Schnittstelle auf iPhones ist für AUTHADA, sowie für die gesamte eID-Branche, ein absoluter Gamechanger. Wir gehen stark davon aus, dass das digitale Identifizieren mit dem Smartphone einen enormen Zuwachs an Reichweite gewinnen wird.

Wie genau funktioniert denn das digitale Identifizieren?

Andreas Plies: Ein Nutzer identifiziert sich digital, indem er die AUTHADA-App auf einem NFC-fähigen Smartphone verwendet und damit seinen Ausweis nach Eingabe der PIN ausliest. Man kann sich den Ausweis in dem Fall wie eine kontaktlose Kreditkarte vorstellen: Allerdings hält man die eID an sein Smartphone und Daten werden via NFC ausgelesen. Und wichtig ist auch, dass das Auslesen nur mit der dazugehörigen und geheimen PIN funktioniert.

Timo Hoffmann: Eine andere Identifizierungslösung von AUTHADA ist die Vor-Ort-Lösung: Damit kann direkt am Point of Sale oder etwa in einer Bankfiliale der Ausweis ohne PIN ausgelesen werden. Der Zeitgewinn für Verkäufer oder Berater vor Ort ist enorm und zudem ist die Datenqualität der ausgelesenen Daten sehr hoch. Aktuell nutzen diese Lösung zum Beispiel schon manche Sparkassen in ihren Filialen – unter anderem die Berliner Sparkasse. 

Habe ich das jetzt richtig verstanden: Das Smartphone liest die Daten des Personalausweises aus?

Andreas Plies: Das Smartphone alleine liest die Daten nicht aus. Sie müssen sich den Auslesevorgang eher so vorstellen: Das Smartphone, mit seiner NFC-Schnittstelle, ist das Werkzeug zum Auslesen. Mit Hilfe von NFC, also der Near Field Communication, wird eine Verbindung zum Chip im elektronischen Personalausweis hergestellt. Das eigentliche Auslesen des Ausweises geschieht dann durch die AUTHADA-App. Zu keinem Zeitpunkt werden ausgelesene Daten auf dem Smartphone oder in der AUTHADA-App gespeichert.

Und wie werden die ausgelesenen Daten verschickt?

Timo Hoffmann: Wenn die Verbindung über NFC zwischen Smartphone und elektronischem Personalausweis hergestellt wurde, überprüft der Chip im Personalausweis erst, ob AUTHADA die Berechtigung besitzt, um die Daten, zum Beispiel für die Bank auszulesen und wenn das durch das Senden eines Zertifikats vom Bundesverwaltungsamt bestätigt wurde, werden die Daten verschlüsselt an AUTHADA gesendet und wir senden die Daten umgehend, verschlüsselt an den entsprechenden Dienstleister.

Das heißt, wenn ich ein Konto bei einer Bank eröffne, die die AUTHADA-Lösung integriert hat, kann ich mein Konto am Sonntagnachmittag von der Couch aus mit meinem Smartphone eröffnen?

Andreas Plies: Vollkommen richtig, so lange das Smartphone NFC-fähig ist – was auf nahezu alle aktuellen iOS- und Android-Smartphones zutrifft. Dann dauert der eigentliche Identifizierungsprozess mit AUTHADA auch tatsächlich nur wenige Sekunden.

Andreas Plies, CEO und Mitgründer von AUTHADA

Andreas Plies ist für die strategische und technologische Ausrichtung des Unternehmens verantwortlich. Zu seinen Themen- und Forschungsschwerpunkten gehören neben digitalen Identitäten zur Identifizierung und Authentifizierung, ebenfalls Crypto Currencies und mobile Banking, sowie die damit verbundenen regulatorischen Herausforderungen der Finanzindustrie.

Portrait AndreasPlies AUTHADA quad 150x150 - „Die AUTHADA-App fürs iPhone ist ein Gamechanger“

Timo Hoffmann, Head of Business Development

Timo Hoffmann ist seit drei Jahren für AUTHADA tätig. Als Head of Business Development verantwortet er den Bereich Business Development. Er entwickelt in dieser Position maßgeblich die strategische Weiterentwicklung beim Erschließen neuer Märkte.

Portrait TimoHoffmann AUTHADA quad 150x150 - „Die AUTHADA-App fürs iPhone ist ein Gamechanger“

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