Siebeneinhalb Milliarden Menschen leben derzeit auf unserem Planeten. Knapp die Hälfte hat Zugang zum Internet. Die größte Hürde für den weiteren Ausbau liegt in den Kosten, welche die Erbauung einer globalen Infrastruktur inklusive Landnutzungsrechten, Funkmasten und Glasfaserkabeln mit sich bringt. Das Facebook Connectivity Lab hat es sich zur Aufgabe gemacht, isolierte Gebieten zu vernetzen. Das ambitionierte Ziel: Eine Funk-Drohne, die mithilfe von Solartechnik drei Monate am Stück in der Luft bleiben kann. Das Signal der Drohne wird dabei mittels Türmen empfangen und in WLAN- oder LTE-Netzwerk umgewandelt. Auf diese Weise können sich Mobiltelefone und Smartphones mit dem Internet verbinden.

Im Jahr 2016 hob Aquila zum ersten Testflug ab, um Daten über Leistung, aerodynamische Handhabung, Lebensdauer und Besatzungstraining zu sammeln. Der Jungfernflug war zwar objektiv kein Erfolg und endete nach 96 Minuten mit einer unsanften Bruchlandung, doch die Erkenntnisse bildeten die Grundlage für zahlreiche Verbesserungen, wie ein individuelles Brems- und Höhenkontrollsystem oder den Autopiloten.

„Niemand hat jemals ein unbemanntes Flugzeug gebaut, das monatelang in der Luft bleibt“

Doch auch die Konkurrenz hatte Probleme: Im Januar 2017 gab die Google-Mutterfirma Alphabet bekannt, ihr Konkurrenzprojekt Titan Aerospace aufzugeben. Drohnen seien für die Erschließung des weltweiten Internetraums weniger geeignet als das parallel verfolgte Ballon-Projekt Loon-Ballons. Aquila zeigte sich unbeeindruckt und startete im Mai 2017 zum zweiten Testflug. Detailverbesserungen in den Solarfeldern sorgten für eine längere Flugzeit von insgesamt 106 Minuten. Um Gewicht zu sparen, tauschte das Team das Fahrwerk gegen Kevlar-Pads an der Unterseite aus. Und obwohl Aquila aufgrund ihres geringen Gewichts sensibel ist, wurden keine nennenswerten Schäden an der Drohne verzeichnet.

Facebook- Chef Mark Zuckerberg zeigte sich nach dem zweiten Testflug überzeugt: „Niemand hat jemals ein unbemanntes Flugzeug gebaut, das monatelang in der Luft bleibt. Wenn Aquila bereit ist, soll daraus eine Flotte solarbetriebener Flugobjekte entstehen, die Internetverbindung auf der ganzen Welt gewährleisten soll. Heute kann mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung immer noch nicht auf das Internet zugreifen. Eines Tages wird Aquila helfen, das zu ändern.“

Wann Aquila marktreif sein wird, steht derzeit noch in den Sternen. Zahlreiche weitere Tests werden erforderlich sein, um Sicherheit und Effizienz des Projekts zu steigern. Die Kluft zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern geht jedoch weit über den Zugang zu Informationstechnologien hinaus. Doch gleichberechtigter Zugang zum Internet ist essentiell. Und Aquila könnte dabei ein entscheidende Rolle spielen.

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