Die deutsche Hauptstadtregion um Berlin hat sich in den letzten Jahren zu einem der europaweit bedeutsamsten Ökosysteme für Startups entwickelt und erlebt gegenwärtig einen weltweiten Zuzug von Entrepreneuren und Investoren. Berlin boomt! Doch es lohnt sich immer der Blick auf neue Märkte. Das Stichwort: Internationalisierung.

In diese Richtung zielt ein neues Projekt, das mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie auf den Weg gebracht wurde: Exist Startup Germany. Das Pilotprojekt startet mit dem Partnerland Israel. Im Juni wurde das Projekt offiziell in Tel Aviv gelauncht. Mit dabei waren unter anderem der Präsident der TU Berlin, Christian Thomsen, sowie die Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries. Ziel von Exist Startup Germany ist es, die deutsch-israelische Startup-Szene enger zu verknüpfen und den Austausch zwischen technologieorientierten Gründern zu verstärken.

Die erste Wahl fiel auf Israel, da die israelischen Startups sich durch ihre sehr guten Netzwerke auszeichnen. Diese Netzwerke sind in der Regel sehr groß und international weit verzweigt. Dazu kommt dann noch eine hohe Affinität zum Gründen, also direkt hands-on mit der Umsetzung einer Idee zu beginnen. Ab Anfang November können sich israelische Teams für die erste Runde bewerben. Die ausgewählten Teams werden nach Berlin eingeladen. Hier treffen sie wichtige Akteure der Szene und erhalten Inputs und Feed­back zu ihrer Business-Idee. Zudem können sie sich mit anderen Startup-Teams in Berlin vernetzen. Langfristig sollen weitere Länder hinzukommen, und so international bestens aufgestellte Gründungsteams entstehen.

Internationalisierung der Zusammenarbeit

Bereits heute arbeiten wir sehr eng mit weiteren internationalen Netzwerken zusammen. Zwei unserer Partner möchte ich kurz vorstellen. Die TU Berlin ist an zwei sogenannten Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge and Innovation Communities – KICs) beteiligt. Als offizieller Vertreter für Deutschland ist die TU Berlin mitverantwortlich unter anderem für Themen wie „Access to Finance“, „Entrepreneur Support Systems“, „Contextual Learning Journeys“ oder „Entrepreneurs Group“.

Einer der Partner ist EIT Digital mit dem Fokus, digitale Innovationen und unternehmerisches Talent für mehr Wirtschaftswachstum und Lebensqualität in Europa zu fördern. Ein Beispiel der Aktivitäten ist die Masterclass „Sales“ mit Unternehmer Steli Efti aus dem Silicon Valley. Der zweite Partner ist Climate-KIC. Als EU-Netzwerk für Klima-Innovationen fördert die 2010 gegründete Initiative mit Büros in 15 europäischen Ländern europaweit Innovationsprojekte, Startups und Nachwuchs-Innovatoren.

Rund 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Zivilgesellschaft arbeiten an wegweisenden, skalierbaren Innovationen zur Bekämpfung des Klimawandels. Climate-KIC Deutschland hat seinen Sitz auf dem Euref-Campus in Berlin Schöneberg und koordiniert von dort die deutschen Aktivitäten. In der Green Garage ist Platz für Startups mit dem Fokus Klima. Ein mehrstufiges Förderprogramm begleitet diese junge Unternehmen in den ersten Phasen ihrer Gründung.

„Mein Tipp für Startups: Immer auch über den Tellerrand hinausschauen.“, Agnes von Matuschka Klick um zu Tweeten

Mein Tipp für Startups: Immer auch über den Tellerrand hinausschauen. Internationalisierung ist wichtig. Die Strategie eines Startups sollte von Anfang an auch den globalen Markt im Auge haben. Denn die Wettbewerber besonders aus Israel und den USA haben diese großen Visionen. Voraussetzung dafür ist beispielsweise ein von Anfang an international aufgestelltes Gründerteam.

Dieser Artikel erschien zuerst in Berlin Valley News 11/2015.

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4 Kommentare auf "Startups sollten frühzeitig an Internationalisierung denken"

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