Bevor wir mit „Abo-Commerce für kreative Kinder“ zum nächsten Thema unserer Abo-Commerce-Reihe kommen, wollen wir kurz mal eine Rüge aussprechen. Uns ist schon klar, dass ein kleiner Nachrichtenblog nicht zum Wichtigsten gehört, was deutsche Gründer auf der Agenda haben. Doch das wir der Wummelkiste aus dem Haus Team Europe insgesamt 3 höfliche Anfragen schicken und immer noch keine (wirklich keine!) Reaktion erhalten haben, ist aus unserer Sicht recht unprofessionell und wirft ein fragwürdiges Bild auf das Berliner Kinder-Startup.

Denn was können die Gründe sein, eine PR-Mail nicht zu beantworten (PR ist schließlich gut für´s Geschäft)? A) Man hat seine Mailpolitik nicht im Griff (dann stellt sich natürlich die Frage, was mit Kunden- bzw. Servicemails passiert?). B) Man ist einfach überheblich (ganz ehrlich Wummelkiste… wenn es dafür Gründe gibt, sollte das die Welt erfahren, oder?) oder C) das Unternehmen entwickelt sich schlechter als erwartet und man möchte nicht darüber sprechen. Irgendwie hoffen wir ja auf Antwort A… zwar ist die letzte Erfolgsmeldung zur Wummelkiste schon eine Weile her, aber zumindest die Facebook-Gruppe macht einen aktiven Eindruck. Also Wummelkiste… checkt doch mal wieder Eure Inbox.

Abo-Commerce im Detail: die Tollabox

Wie man stattdessen mit Anfragen der schreibenden Zunft umgehen sollte, zeigt das sympathische Team des Wummelkisten-Konkurrenten Tollabox aus dem Hause Playducato. Das gibt von uns das Prädikat „vorbildlich“, denn schneller kann man eine Anfrage kaum beantworten. Das junge Unternehmen ist quasi ein Familien-Startup: Béa Beste, Gründerin und ehemals CEO der anerkannten Phorms-Schulen, hat das Projekt gemeinsam mit ihrem Mann, dem Berliner Serienunternehmer und myToys-Gründer Oliver Beste, ins Leben gerufen. Das Abo-Commerce Unternehmen Tollabox wendet sich an Eltern junger Kinder bis 10 Jahre. Ähnlich wie bei supercraft, das wir letzte Woche vorgestellt haben, steht auch bei Tollabox das Thema Basteln (und Entdecken) im Mittelpunkt. Doch anders als Supercraft wendet sich Tollabox an Kinder – mit dem Anspruch, pädagogisch wertvollen Zeitvertreib zu liefern. Klingt vielversprechend und vor allem nach Entdeckerstunden und schönen Bastelabenden. Wer sich von dem liebevoll zusammengestellten Inhalten überzeugen möchte, kann das hier tun.

Unser (logischer) Tipp daher: Die Mutter-Kind-Kombo-Box von Supercraft und Tollabox. So können junge Mütter und ihre Kinder gemeinsam basteln, alle haben Spaß und keiner langweilt sich.

Auch sympathisch: Mit jeder Tollabox kommt auch ein neues Vorlese-Abenteuer der s.g. „Tollas“. Das sind „kleine Geschöpfe, die neugierig, frech und wissbegierig wie Kinder sind. Sie sind ganz unterschiedlich, aber als Team meistern sie alles!“. Man merkt also die Liebe zum Detail. Die monatlich erscheinenden Boxen gibt es ab 20,90 Euro.

Abo-Commerce Teil 3 – MeineSpielzeugkiste.de

Der dritte Teilnehmer im Bunde der Abo-Commerce Anbieter ist MeineSpielzeugkiste.de, die ebenfalls eine Abo-Kiste anbieten. Diese kostet 14, 24 oder 24 Euro im Monat, je nachdem, wie viele Spielzeuge in der Box enthalten sein sollen. Im Gegenzug erhält man alle 2 Monate ein Kiste mit Spielzeug, deren Inhalt laut Anbieter einen Wert von 150 bis 250 Euro enthält. Einige namhafte Lieferanten (z.B. Ravensburger, Brio oder Haba) konnte das Unternehmen bereits für sich gewinnen. Der Clou (oder Haken) dabei: Die Nutzer kaufen die Kiste nicht, sondern leihen sie nur aus. Die Kiste wird alle zwei Monate gewechselt. Alternativ können die Kunden die einzelnen Produkte auch mit erheblichem Rabatt kaufen. Zielgruppe des Unternehmens sind Eltern von Kindern bis 4 Jahre. Die Webseite und das Auswahlsystem (man kann die Kisten nach eigenen Wünschen zusammenstellen) sind nett gemacht. Ein Interview mit dem Geschäftsführer der Spielzeugkiste findet man hier.

Der deutsche Markt für Spielzeug ist über 2,5 Milliarden Euro schwer. Nicht enthalten sind die Umsätze der Computerspiele. Es gibt einige dominierende Unternehmen, wie Hasbro, Matell, Ravensburger und Lego. Aber auch zahlreiche kleine Anbieter. Somit könnte durchaus Platz sein für neue Spielkonzepte, die zudem am Einzelhandel vorbei agieren und somit zahlreiche Kostenvorteile anbieten. Würde man den üblichen Einzelhandelsaufschlag auf Spielwaren hinzurechnen, so müsste z.B. eine einzelne Wummelkiste oder Tollabox weit über 30 Euro kosten.

Als kinderlose Redaktion können wir nicht wirklich beurteilen, ob der Inhalt der Kisten dem hohen Anspruch gerecht wird, aber wir freuen uns über jeden Ansatz, der unsere Gesellschaft ein bisschen besser macht. Und da sind Kinder eine gute Zielgruppe. Als Leiterin der Phorms-Schulen kennt sich Tollabox-Gründerin Béa Beste mit Pädagogik und modernen Lernmethoden bestens aus. Entsprechend ernsthaft sieht sie ihre neue Mission. Ihr geht es um elterliche Prägung und spielerische Motivation zum Lernen. Wir haben bei Tollabox nachgefragt.

Interview mit den Machern der Tollabox

Beschreibt doch bitte kurz Euer Unternehmen

TOLLABOX.de ist das erste Produkt der Playducato GmbH. Wir sitzen in Berlin – Prenzlauer Berg, wo die Startup- und Spielplatzdichte so hoch ist, dass wir diese beiden Themen verbinden mussten!

Wir sind zu viert als Gründer:

Chief Creative Officer ist Béa Beste –  edupreneur, ehemalige CEO und Gründerin der privaten Phorms Schulen. War fünf Jahre Produktmanagerin bei SAT1, und sechs Jahre Brand Expert bei BCG. Sie ist 2011 auf eine Bildungsexpedition auf vier Kontinenten gegangen. Dabei entstand die Idee von Playducation – wir wäre es wenn sich Lernen wie Spielen anfühlt? Das Abo-Commerce Unternehmen war geboren.

CFO Tobias Zumbült leitete zwei Jahre die Finanzen und das Onlinemarketing bei tape.tv und gründete eine Videoplattform

CEO Oliver Beste ist Mitgründer von myToys.de, Deutschlands führender Onlineversender für Kinderprodukte und serial entreprener, der mit FoundersLink jährlich ein Unternehmen auf die Straße gebracht hat.

COO Sarah Petzold ist ehemalige Immobilienunternehmerin, hat vier Jahre als Projektmanagerin und special projects lead für den CEO von Bayer-Schering gearbeitet.

Was waren Eure größten Erfolge bisher?

Es gibt uns seit knapp einem Monat! Also: Dass wir uns in dieser Konstellation gefunden haben und gemeinsam ein richtig gutes Produkt für Familien geschaffen haben! Unser Lifegang! Der Zuspruch unserer ersten Kunden und zu sehen, dass sich Kinder und Eltern für uns begeistern und kaum auf die nächste Tollabox warten können.

Beschreibt doch bitte Euren Service

Wir verschicken monatlich eine Box mit kreativen Endeckerspielen, einer fantasievollen Geschichte und Elterntipps zu Familien nach Hause. Die Box gibt es ab 20,90. Sie entfaltet die natürliche Kreativität und Neugier der Kinder. Unser Ziel ist, eine Marke, die für Lernen durch Spiel steht zu schaffen. Sie soll eine verspielte Welt repräsentieren, die jedem kleinen oder großen Kind ein Lächeln auf den Lippen zaubert, wenn es an uns denkt. Wir machen, frei nach Walt Disney, „nicht nur Spiele für Kinder, sondern Spiele für das Kind in jedem“ – und das ganze auch noch mit einem Lerneffekt fürs Leben.

Gibt es Vorbilder, die Euer Abo-Commerce Konzept bereits in anderen Ländern (erfolgreich) lanciert haben?

Also, das war so: Béa hatte die Idee schon in Dezember 2011 zu einer monatlichen Forscher- und Entdeckerbox. Oliver fand das erst einmal schräg. Als Béa recherchierte und herausfand, dass es Kiwicrate in USA erfolgreich gibt und das Unternehmen mit 7 Milionen Dollar finanziert wurde, wurde Oliver hellhörig und schließlich sehr, sehr interessiert. In April 2012 ist auch die Wummelkiste auf dem deutschen Markt gekommen und wir sind uns einig, dass der Markt viel Potenzial hat!

Was ist (aus Eurer Sicht) Euer Vorteil a) gegenüber etablierten Kanälen und b) gegenüber Mitbewerbern?

Unsere Stärke ist das Produkt, in dem extrem viel Liebe und Know-How steckt: Offene, kreative Entdeckerspiele, die viel Raum für eigene Ideen lassen. Eine Geschichte mit den Tollas vom Tolla-Stern – diese Charaktere haben Zeichentrickfilm-Potential. Erprobte Elterntipps. Und eine Box, die sich in Handumdrehen in eine Schublade umfunktionieren lässt, die Kinder bemalen können und worin sie Schätze aufbewahren können. Hinzu kommt unser online Bereich „Forsche-Weiter“, wo wir zum monatlich Thema curated content anbieten.

Wer ist Eure Zielgruppe?

Familien mit Kindern zwischen 3 und ca. 10 Jahren. Zunächst in Deutschland. Später weltweit.

Warum habt Ihr Euch für das Vertriebskonzept „Abo“ entschieden?

Wir wollten Lernwelten voller Freude und Motivation schaffen. Unsere Entdeckerspiele bauen wichtige Fähigkeiten auf – entlang dem bekannten Konzept der multiplen Intelligenzen von Howard Gardner. Das brauchte etwas, was monatlich wieder kommt: Na eben… ein Toll-Abo!

Wo seht ihr Euer Unternehmen in 2 Jahren und warum?

In zwei Jahren werden wir einen stabilen Kundenstamm aufgebaut haben und eine Marke geschaffen, die für Lernen durch Spielen steht. Und wir werden internationalisieren und mit unserer Zielgruppe auch alterstechnisch wachsen.

Vielen Dank für das Interview!

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3 Kommentare auf "Abo-Commerce für kreative Kinder – der große Abo-Commerce-Report Teil 6"

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Marc Mogalle
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Béa Beste
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Postwurf
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Ich kenne Fräulein Pauen von Wummelkiste persönlich und weiß von mehreren Fällen, bei denen sie höchstpersönlich Negativ-Kritik in den Facebook-Kommentaren der Wummelkiste löscht. Insofern darf man sich nicht wundern, daß sich die Kontaktaufnahme bei der CopyCat etwas schwierig gestaltet. Das Unternehmen duldet nur Artikel, die zu 100% Eigenwerbung sind.

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