Zehn Jahre ist es her, dass Apple mit dem iPhone das moderne Leben revolutionierte. Doch viele stationäre Händler hatten damals noch nicht einmal „dieses Internet“ verdaut. Und manche schwanken noch heute zwischen Skepsis und Überforderung. Digitalisierung betrifft natürlich auch den stationären Handel, die Grenzen zwischen stationär und online verschwimmen, der Kunde ist nicht mehr nur König, sondern muss vom Händler jeden Tag aufs Neue gehegt und gepflegt werden, und zwar auf allen Kanälen. Wir stellen in acht Teilen 50 junge Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette vor, die das Potenzial haben, den Handel langfristig zu verändern. Im achten und letzten Teil: SaaS.


Delight VR: Virtual-Reality-Videos massentauglich machen

Wollen Videos ganz neu denken: Dr. Andreas Wilhelm (CEO), Matthias Wolff (Lead Developer) und Frederik Maucksch (CTO) von Delight VR (Bild: Delight VR)
Wollen Videos ganz neu denken: Dr. Andreas Wilhelm (CEO), Matthias Wolff (Lead Developer) und Frederik Maucksch (CTO) von Delight VR (Bild: Delight VR)

VR steht für „Virtual Reality – virtuelle Realität“. Künstlich erzeugte 3D-Welten versuchen mithilfe aufwändiger Technik und mittlerweile hohen Auflösungen, die Realität so naturgetreu wie möglich nachzubilden. Der Anwender, ausgestattet mit einer VR-Brille, hat das Gefühl, sich inmitten einer realen Umgebung zu befinden.

Mit Delight VR hat die Xymatic GmbH den innovativsten Virtual Reality Video Player geschaffen, den es derzeit am Markt gibt. Die Software spielt nicht nur normale Videos, sondern auch neue Formate wie 360°- und 180°-Videos ab. Die Videos können auf alle gängigen VR-Brillen gestreamt werden, ohne dass dazu eine zusätzliche Software installiert werden muss. Aber auch ohne entsprechende Brille können die Inhalte auf Smartphones, Tablets und Desktop Computern angeschaut werden. So verwendet beispielsweise die Deutsche Bahn die Technik von Delight VR: Über den Player können sich Bewerber einen besseren Eindruck von ihrem zukünftigen Arbeitsplatz machen. Auch andere VR-Inhalte wie interaktive Rundgänge oder Produkt- und Werbevideos sind möglich.

Produktvideos neu denken

Die Technologie kann mit ein paar Zeilen Code in jede beliebige Website eingebettet oder als iFrame in bestehende Werbenetzwerke integriert werden. Dabei werden die Videos in ihrer Qualität dynamisch an die Leistung des Geräts und die verfügbare Bandbreite angepasst, sodass für den Betrachter immer das beste Erlebnis entsteht. Eine weitere wichtige Funktion ist die Live-Übertragung von Video Streams in 2D, 180° oder 360°. Neben der Detuschen Bahn setzen bereits weitere große Unternehmen auf die Technologie der Firma aus Berlin, unter anderem ProSiebenSat.1 Media, Daimler sowie Warner Bros. Der Player spielt aktuell mehr als 29 Millionen VR-Views im Monat aus und ist damit Marktführer in diesem Bereich. Doch dies sei erst der Anfang, verraten die Gründer. „Wir sind dabei, Video völlig neu zu denken.”

Sitz: Berlin
Gründung: 2011
Gründer: Dr. Andreas Wilhelm, Frederik Maucksch, Matthias Wolff
Mitarbeiter: 8
URL: delight-vr.com


Fit Analytics: Der Online-Größenberater

Kennen sich aus mit der richtigen Kleidergröße: die Gründer Sebastian Schulze und Asaf Moses (Bild: Fit Analytics)
Kennen sich aus mit der richtigen Kleidergröße: die Gründer Sebastian Schulze und Asaf Moses (Bild: Fit Analytics)

„Size matters“ ist ein Ausspruch, dessen Wahrheitsgehalt für die meisten Lebenslagen mittlerweile als widerlegt gelten muss – mit Ausnahme von Kleidungsstücken. Hier kommt es noch immer auf die (richtige) Größe an. Ein bekanntes Szenario: Die Jacke in Größe 40 der einen Marke passt gut, die 40 eines anderen Herstellers ist jedoch viel zu groß. Zu sehr unterscheiden sich Größentabellen, Kleidermaße und Schnittmuster der einzelnen Marken voneinander – und dass sie sich oftmals auch noch saisonal oder mit der Einführung neuer Kollektionen ändern, verkompliziert die Angelegenheit für die Kunden zusätzlich. Im Fashion E-Commerce führt die daraus resultierende Unsicherheit zu Retourenquoten von bis zu 50 Prozent und vergleichsweise niedrigen Conversion Rates.

Selbstlernender Algorithmus

Der von Fit Analytics entwickelte Online-Größenberater beugt diesem Problem vor: Er empfiehlt Kunden vor dem Kauf innerhalb weniger Sekunden ihre jeweils passende Kleidergröße. Die Lösung ist auf den Produktdetailseiten eingebettet, wo Kunden einige wenige Informationen zu Größe, Gewicht, Alter und Figurtyp übermitteln können. Die individuelle Größenempfehlung wird auch unter Zuhilfenahme anonymisierter Kauf- und Retourendaten generiert. Der selbstlernende Algorithmus erkennt, welche Größe ähnliche Kunden in der Vergangenheit mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gekauft und nicht retourniert haben. Onlineshops können durch den Einsatz des Größenberaters ihre Retourenquote im Schnitt um bis zu acht Prozent senken und ihre Conversion Rate um bis zu fünf Prozent steigern. Sizes still matter.

Sitz: Berlin
Gründung: 2014
Gründer: Karl Josef Seilern, Lukas Zels, Michael Wendt, Fabian Friede, Rob Morgan
Mitarbeiter: 35
Investoren: Sebastian Schulze, Asaf Moses
URL: fitanalytics.com


Flowtify: Digitales Hygiene- und Qualitätsmanagement

Hatte genug von der Zettelwirtschaft in der Gastronomie: Daniel Volllmer (l.) mit seinen Mitgründern (Bild: Flowtify)
Hatte genug von der Zettelwirtschaft in der Gastronomie: Daniel Volllmer (l.) mit seinen Mitgründern (Bild: Flowtify)

Eigendokumentationen zu Hygiene und Qualität der Produkte sind im Gastgewerbe und Lebensmittelhandel obligatorisch – und werden traditionell auf Papier durchgeführt. Das Risiko der Manipulation und lückenhaften Dokumentation ist dadurch groß. Das Drucken, Verteilen, Einsammeln, Kontrollieren und Archivieren der Zettel stellen zudem einen großen personellen und finanziellen Aufwand für Gastronomen und Händler dar.

Aus eigener Erfahrung

Flowtify-Gründer Daniel Vollmer war zehn Jahre lang selbst Inhaber eines Gastronomiebetriebs. Bei einer Lebensmittelkontrolle merkte er, wie ineffizient und fehleranfällig traditionelle Papier-Checklisten sind, sobald das Team eine Größe von 20 Mitarbeitern erreicht. „Wie kann man das ändern?”, fragte er sich. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Parshin Mortazi und Gabriel Schlatter entwickelte Vollmer eine Tablet-basierte App, die er im eigenen Betrieb testete.

„DIE WISSENSKLUFT IM STATIONÄREN HANDEL SCHLIESSEN“

Flowtify ermöglicht Gastgewerbe und Lebensmittelhandel – auch in Kombination mit IoT-Produkten – eigenständige Hygiene- und Qualitätskontrollen durchzuführen. Die Daten werden anschließend in der Cloud zur weiteren Auswertung zur Verfügung gestellt. Mit der App sind Dokumentationen sowohl online als auch offline lückenlos nachzuverfolgen. Automatische Benachrichtigungen verkürzen den Informationsfluss von Tagen auf Sekunden. Handlungsanweisungen an die Mitarbeiter können unmittelbar eingeleitet werden, um so die eigene Marke vor größerem Schaden zu schützen. Die Integration von IoT hilft dabei, Eingaben zu automatisieren, Mitarbeiter zu entlasten und die Sicherheit im Umgang mit Lebensmitteln zu erhöhen. Ungelernte Mitarbeiter können durch Fotos, Videos und PDFs bei der Ausführung ihrer Tätigkeiten unterstützt und dadurch effizienter werden.

Breites Einsatzspektrum

Dass Flowtify eine Lösung nicht nur für den klassischen Gastro- und Lebensmittelbereich ist, zeigt ein Blick auf die Kundenliste des Kölner Startups: Neben Unternehmen wie Marché International, Mövenpick und Real setzen auch Hotels, Tankstellenshops, Betriebskantinen und ein Zoo sowie Deutschlands innovativste Kartbahn, das Ecodrom in Neu-Ulm die App im täglichen Betrieb ein. Durch den flexiblen Ansatz ist Flowtify für alle Bereiche geeignet, in denen wiederkehrende Tätigkeiten regelmäßig dokumentiert werden müssen.

Sitz: Köln
Gründung: 2015
Gründer: Daniel Vollmer, Parshin Mortazi, Gabriel Schlatter
Mitarbeiter: 9
Investoren: High-Tech Gründerfonds, Techstars, Metro
URL: flowtify.de


Gaxsys: E-Commerce mit Händlerintegration

Nachbarschaft zahlt sich aus: Lokale Händler mit dem kürzesten Lieferweg zum Kunden haben Vorrang im Gax-System (Bild: Gaxsys)
Nachbarschaft zahlt sich aus: Lokale Händler mit dem kürzesten Lieferweg zum Kunden haben Vorrang im Gax-System (Bild: Gaxsys)

Hinter Gaxsys steht ein eingeschworenes Team aus Software-Spezialisten, Projektverantwortlichen und Querdenkern, das in den den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich an der Lösung gearbeitet hat, die alle am Handel beteiligten Parteien verbindet: die saubere Integration der lokalen Ladengeschäfte in die Bestellabwicklung des Onlinehandels.

Die Lösung von Gaxsys ist dabei so einfach wie charmant. Bestellungen, die in einem Webshop eingehen, werden über das Gax-System lokalen Händlern zur Auftragserfüllung angeboten. Über eine Artikelbörse kann jeder angeschlossene Händler die Bestellungen einsehen, die für ihn aufgrund seines Warensortiments relevant sind. Hat er eines der Produkte auf Lager, nimmt er den Auftrag verbindlich an und versendet die Ware an den Kunden. Der Kunde bekommt, wenn vom Händler gewünscht, von all dem nichts mit. Er erhält sein Päckchen, wie gewohnt, mit der Rechnung vom Webshop-Betreiber.

Je näher umso eher

Der Clou: Als erste bekommen Händler in direkter Umgebung des Kunden die Aufträge angeboten, so wird der kürzeste Lieferweg immer bevorzugt. Hat keiner dieser Händler das gewünschte Produkt auf Lager, wird der Suchradius sukzessive erweitert. In letzter Instanz erfüllt der Webshop-Betreiber die Bestellung selbst, eine pünktliche Lieferung ist in jedem Fall gesichert. Als jüngsten Kunden und innovativen Partner zur Durchführung eines großflächigen Pilotprojektes konnte Gaxsys Ende vergangenen Jahres den Online-Versandhändler Zalando gewinnen.

Sitz: Stutensee
Gründung: 2008
Gründer: Mathias Thomas, Simon Thomas
Mitarbeiter: 11
URL: gaxsys.com


Goodstag: Die Zukunft des smarten Produkt-Ökosystems

Geben jedem Produkt eine digitale Identität: Thomas Kühne (CTO), Andreas Dobrawa (COO) und Oliver Schwarz (CEO) von GoodsTag (Bild: Eric Pawlitzky, GoodsTag)
Geben jedem Produkt eine digitale Identität: Thomas Kühne (CTO), Andreas Dobrawa (COO) und Oliver Schwarz (CEO) von GoodsTag (Bild: Eric Pawlitzky, GoodsTag)

„HALLO, HIER SPRICHT DEIN PRODUKT!“

Wer bist du, woher kommst du, was kann ich mit dir erleben? Ob T-Shirt, Arzneimittel oder Handtasche: die Zukunft der Produkte ist persönlich und direkt. Ermöglicht wird dies durch intelligente Tags, die Authentizität, Sicherheit, Tracking und mobile Kommunikation miteinander kombinieren und zum festen Bestandteil der Produktidentität werden lassen.

Das Berliner Startup Goods-Tag bietet für die Nutzung von Smart IDs eine Cloud-basierte Software-as-a-Service-Plattform, die es Markenherstellern ermöglicht, jedes einzelne Produkt zu einem maßgeschneiderten Kommunikator zu machen. So entstehen eindeutige Beziehungen zu Lieferanten, Händlern und Konsumenten, die über die GoodsTag-Plattform gestaltet werden können. Die „Smart Product Services Platform” ermöglicht den Unternehmen die effektive Integration und weltweite Nutzung mobiler Dienste entlang des gesamten Lebenszyklus von Gütern.

Globaler Markenschutz und Product Relationship Management

„International verlieren Markenanbieter weit über 500 Milliarden Euro jährlich durch Plagiate und nicht lizenzierte Waren, hinzu kommen massive Schäden durch Shrinking-Effekte: Produkte, die im globalen Handel einfach verloren gehen“, erläutert Thomas Kühne, CTO von GoodsTag. „Mit GoodsTag wird es für Unternehmen kinderleicht, Produkte eindeutig zu markieren, mit einer lebenslangen digitalen Web-Adresse zu verknüpfen und eindeutig in Echtzeit zu authentifizieren.” Von hier aus erfolgt die dynamische, zielgenaue Bereitstellung mobiler Dienste unmittelbar am Produkt – B2B und B2C. Die Plattform ist offen für alle modernen ID-Träger-Technologien, ob RFID mit NFC oder UHF, QR oder Datamatrix nach GS1-Standard im Digitaldruck und 3D-Hologramme.

Aufgrund der Modularität der Plattform gelang es GoodsTag, mit der All4Labels-Global Packaging Group (ehem. RAKO-Group) einen der weltweit führenden Anbieter von Haftetiketten und Verpackungslösungen mit 25 internationalen Produktionsstandorten als Plattform-Kunden und strategischen Partner zu gewinnen. „Wir sind permanent in der Entwicklung neuer smarter Lösungen. Die Kooperation mit GoodsTag ist deshalb ein „perfect fit“, mit dem wir unseren Kunden einen echten Added Value bieten”, kommentiert Andreas Böhm, Vice President Sales All4Labels. So nutzt All4Labels die smarten Cloud Services von GoodsTag, um seine Kunden mit maßgeschneiderten ID-Lösungen und Services entlang der gesamten Product Journey zu unterstützen.

„DIE PLATTFOM WAR EINFACH ZU IMPLEMENTIEREN UND ERÖFFNET EINE VIELZAHL SPANNENDER MÖGLICHKEITEN.”

Beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kooperationspartner ist die Lösung für den gemeinsamen Kunden Victorinox Travel Gear. Der Schweizer Premiumanbieter von Reisegepäck wird ab Herbst 2017 seine Produkte im Herstellungsprozess mit digitalen Identitäten den „Smart NFC-Labels“ ausstatten, die von All4Labels maßgeschneidert und weltweit geliefert werden. Jedes NFC-Label ist mit einer individuellen ID und einem QR-Code ausgestattet. Es bildet damit die Schnittstelle zwischen Produkt und Webservice der Marke Victorinox und seiner Vertriebspartner. Über die Plattform von Goods- Tag wird dieser Prozess weltweit in Echtzeit durchgeführt und mit Real-Time-Analysen und dynamischen Inhalten gestützt. Der Kunde kann sein Gepäckstück über das NFC-Label per Smartphone als Original verifizieren und zahlreiche nützliche Services wie Produktauthentifizierung, Garantieregistrierung, Produktinformationen, den Abschluss von Reiseversicherungen, Reparaturservice und Nachbestellungen abrufen, die über die GoodsTag-Plattform bereitgestellt werden.

Direkte Produkt-Konsumenten-Kommunikation

„GoodsTag bringt Marken und strategische Vertriebspartner in die direkte Verbindung zu ihren Kunden – und zwar mit neuer Geschwindigkeit, personalisiert und ohne die Investition in eigene, teure IT“, erläutert Oliver Schwarz, CEO von GoodsTag. Die Luxushandtasche, die ihre Echtheit nachweist, ihre Herstellungsweise verrät, Insider-Shopping-Tipps gibt und die ihrer Trägerin den VIP-Zugang zum Style-Event verschafft, ist keine Vision mehr. „Der Fantasie, welche Produkt-Services für Business Partner und Kunden über die GoodsTag-Plattform integriert werden, sind keine Grenzen gesetzt. Wir pushen bewusst eine neue Dimension der Markenwelt, auf der das Produkt zum Akteur wird.“ essen.

Langjährige Erfahrungen mit RFID-Technologien

GoodsTag wurde Ende 2015 von Andreas Dobrawa (COO), Thomas Kühne (CTO) und Oliver Schwarz (CEO) in Berlin gegründet. Alle drei sind erfahrene Unternehmer und für die initiale Phase der Plattformentwicklung auch Investoren. Als Gründer von Davengo, dem führenden deutschen Registrierungs- und Zeitmess-Dienstleister für Laufveranstaltungen, sammelten Andreas und Thomas herausragende Expertise bei der Entwicklung von RFID-Technologien für den massentauglichen Einsatz. GoodsTag entstand aus der Idee, das Know-how der Multi-Mandanten-Plattform für ID-basierte Services rund um Laufstrecken in die globale Welt der Product Journeys zu übertragen. „Die Basis-Technologien NFC- und RFID-Tags werden immer günstiger. Jedes moderne Handy – und jetzt auch das iPhone ab iOS 11 – unterstützen NFC”, erklärt Oliver Schwarz. „Entscheidend für Unternehmen ist, wie sie diese Möglichkeiten intelligent und kreativ für ihre Marken und Produkte einsetzen.“

Sitz: Berlin
Gründung: 2015
Gründer: Andreas Dobrawa, Thomas Kühne, Oliver Schwarz
Mitarbeiter: 15
URL: goodstag.com


Nyris: Die visuelle Produkterkennung

Die Computer-Vision-Experten: Gründerin Anna und ihr Bruder Markus Lukasson (Bild: Nyris)
Die Computer-Vision-Experten: Gründerin Anna und ihr Bruder Markus Lukasson (Bild: Nyris)

Das Berliner Startup hat eine Softwarelösung entwickelt, die Produkte in Bildern oder Videos schnell und zuverlässig erkennt. Die visuelle Produktsuche kann in Onlineshops, Apps oder Messenger Bots eingebaut werden. Durch die Anwendung von Künstlicher Intelligenz können Codes, Katalogseiten und echte Produkte innerhalb von einer Sekunde zuverlässig erkannt werden. Alternativer Einsatz ist die Datenpflege in PIM-Systemen. Mögliche Einsatzfelder sind die Klassifizierung von Produkten nur anhand des Produktbildes, die Identifizierung falsch zugeordneter Produkte oder eine visuelle Recommendation Engine. Die Geschwindigkeit und Treffersicherheit der Suchmaschine bleiben konstant – unabhängig davon, ob 500, 500.000 oder 500 Millionen Produkte durchsucht werden.

Der Nutzen für Händler

Kunden suchen nicht gerne, sie wollen Produkte schnell finden. Mithilfe von Nyris kann die Auffindbarkeit deutlich gesteigert und die „Discovery-to- Check-out-Time” verkürzt werden. Die spielerisch angelegte Suchfunktion macht außerdem Spaß. Die Softwarelösung ist über eine Programmierschnittstelle in alle relevanten Shopsysteme zu integrieren, der Händler muss lediglich einen Produktdatenfeed bereitstellen. Nyris kümmert sich um den automatischen Import der Produktdaten, die Optimierung der Bilder für die visuelle Suche und die Bildsuche an sich.

„WIR FINDEN PRODUKTE IN BILDERN UND VIDEOS“

Nyris versteht sich als Partner des Handels. „Die Perspektive der Händler ist für uns Gold wert. So können wir neue Produkte entwickeln, die am Markt auch tatsächlich gewünscht werden”, betont Gründerin Anna Lukasson- Herzig. Ihr langfristiges Ziel: die erste funktionierende, shop- und kategorieübergreifende visuelle Produktsuche anzubieten, die 99 Prozent der gesuchten Produkte in weniger als einer Sekunde findet.

Einer der ersten großen Partner, der die Technologie von Nyris bereits nutzt, ist das Vielflieger- und Prämienprogramm Miles & More. Seit Anfang des Jahres steht die neue Worldshop Discover App im Google Play Store und im Apple App Store zur Verfügung. Alles, was man braucht, ist ein Smartphone mit funktionstüchtiger Kamera.

Stöbern, Fotografieren, Kaufen

Worldshop Discover ist eine Ergänzung zur Miles & More App. Ob beim Stöbern im Lufthansa Worldshop Store am Flughafen, im Katalog oder beim Bummeln durch die Innenstadt – wenn ein Produkt gefällt, können es Nutzer direkt mit der Worldshop Discover App fotografieren. Über die Bilderkennung, das Herzstück der App, wird das Produkt identifiziert und anschließend angezeigt. Ist es nicht im Lufthansa Worldshop verfügbar, erscheint ein vergleichbarer Artikel. Gefällt das Produkt, kann es direkt erworben werden. Dazu löst der Teilnehmer seine gesammelten Meilen ein oder kauft es über die integrierte Bezahlfunktion mit dem hinterlegten Zahlungsmittel. Im Lufthansa Worldshop Store am Flughafen kann sich der Kunde mithilfe der App auch den Umweg über die stationäre Kasse sparen. Wenn vorrätig, kann das Produkt direkt aus dem Shop mitgenommen oder ganz bequem nach Hause geliefert werden. Gesammelte Prämienmeilen werden dem Meilenkonto automatisch gutgeschrieben. Die Vorteile für den Nutzer liegen auf der Hand: Produkterkennung und -auswahl funktionieren spielend einfach, schnell und unkompliziert. Dank des integrierten Bezahlvorgangs ist es zudem nicht mehr nötig, an der Kasse anzustehen. Die Kosten lassen sich nach Belieben ganz oder teilweise mit Prämienmeilen begleichen. Gleichzeitig sammeln die Teilnehmer bei jedem Kauf weitere Meilen.

Innovative App mit Bilderkennung

Bei der Entwicklung der neuen Anwendung stand Miles & More vor der Herausforderung, die korrekte Bilderkennung zu gewährleisten. Koffer beispielsweise bieten nur wenige Unterscheidungsmerkmale. Zudem musste der stationäre Check-out-Prozess ohne tiefe Kassenintegration abgebildet werden.

„DIE PROJEKTUMSETZUNG MIT NYRIS LIEF REIBUNGSLOS”

Der Kundennutzen stand bei der Entwicklung im Fokus.”, hebt Nikolaus Trzeschan, Manager Strategic Project bei der Miles & More GmbH hervor. Ziel war es, den Nutzern ein komfortables und smartes Einkaufserlebnis zu ermöglichen, das heutige Anforderungen an mobiles Shopping erfüllt. Für Hersteller erschließt sich durch die App ein Kanal für den direkten Kundenkontakt, in dem Transaktionen unmittelbar abgewickelt werden können. Nyris war an der Entwicklung der Worldshop Discover App beteiligt, um die technische Kombination aus Bilderkennung und Bezahlvorgang umzusetzen. Dank eines agilen Projektansatzes und kurzer Entscheidungswege im Unternehmen konnte die Entwicklung in kürzester Zeit abgeschlossen werden.

Sitz: Berlin
Gründung: 2015
Gründer: Anna Lukasson-Herzig, Markus Lukasson
Mitarbeiter: 15
Investoren: High-Tech Gründerfonds, Axel Springer Plug & Play
URL: nyris.io


Uberall: Die zentrale Lösung für die lokale Customer Journey

Die Uberall-Gründer David Federhen und Florian Hübner wollen die Sichtbarkeit von lokalen Geschäften im Internet erhöhen (Bild: Uberall)
Die Uberall-Gründer David Federhen und Florian Hübner wollen die Sichtbarkeit von lokalen Geschäften im Internet erhöhen (Bild: Uberall)

Wenn Kunden zunehmend nur noch im Internet nach Waren und Dienstleistungen suchen, ist es für stationäre Unternehmen umso wichtiger, dort auch gefunden zu werden. Da das Internet aber ein unübersichtlicher Ort ist, sind auch Branchenkenner oft damit überfordert, die richtigen Kanäle, Verzeichnisse und Branchendienste auszuwählen.

SEO lohnt sich auch lokal

Uberall ist Anbieter der Location Marketing Cloud, der führenden Online-to-Offline-Lösung im Location Marketing, und schließt damit die Lücke zwischen Anbieter und Auskunftsdienst. Die Uberall-Technologie sorgt für eine erhöhte Sichtbarkeit bei Google, Google Maps, Yelp, Facebook und anderen Plattformen. Die Cloud besteht aus den Produkten Control Center, Listings, Engage und Locator und ermöglicht es großen Einzelhändlern und Filialisten, ihre Standortdaten – Kontaktinformationen, Öffnungszeiten, Bilder und Videos, Produkte, Angebote und Veranstaltungen – in einem zentralen Tool zu verwalten, anzureichern und in über 100 Verzeichnissen, Karten- und Navigationsdiensten kontrolliert zu publizieren. Dadurch wird eine optimale Auffindbarkeit bei der lokalen Suche erreicht. Weiterhin bietet die Software die Möglichkeit, Nutzerfeedback wie Bewertungen und Kommentare zu einzelnen Standorten zu erfassen und über die sozialen Netzwerke direkt und standortbasiert mit Konsumenten in Kontakt zu treten. Zu den Kunden, die auf den Service von Uberall zurückgreifen, zählen 1&1, Barmenia, Galeria Kaufhof, Mytoys und Netto.

Sitz: Berlin
Gründung: 2012
Gründer: David Federhen, Florian Hübner
Mitarbeiter: 100
Investoren: United Internet Ventures, Project A Ventures, Funke Digital
URL: uberall.com


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