Das erste Geständnis war kurz und knapp: „Ich gebe Geld an Leute, die kein Geld von der Bank bekommen“, beschrieb Mathias Ockenfels seine Aufgabe beim Angel-VC Point Nine Capital – und sorgte damit für Erheiterung im Publikum. Ockenfels war einer der Podiumsgäste bei der TechNightBerlin, die zum dritten Mal vom Tech Team der Hypovereinsbank – Member of Unicredit in Berlin veranstaltet wurde. Und im Publikum unter den 150 geladenen Gästen saßen nicht nur viele Vertreter von Startups, sondern natürlich auch viele Banker.

Mit Moderator Jan Thomas von Berlin Valley diskutierten beim „Investors Confession Panel“ neben Mathias Ockenfels auch Volker Wende von Swancap, Markus Fuhrmann von Cavalry und Alexander Ruppert von Earlybird über die Tricks und Fallstricke bei der Kapitalbeschaffung.

„MAN GEHT FÜR EINE ZEIT EINE INTENSIVE BEZIEHUNG EIN – FAST WIE EINE EHE“

Heute seien es eher die Gründer, die entschieden, mit welchem Kapitalgeber sie arbeiten wollen. Es komme dabei nicht nur auf das Skill Set, sondern auch auf die Persönlichkeit des Gründers an, erklärte Ockenfels. Denn: „Man geht für eine Zeit eine intensive Beziehung ein – fast wie eine Ehe.“

Die meisten Deals entstehen im Netzwerk

Persönliche Beziehungen und das Netzwerk sind nach wie vor der am häufigsten gewählte Weg bei der Suche nach einer Finanzierung. „Die meisten Deals entstehen in unserem Netzwerk“, erklärte Alexander Ruppert von Earlybird. Fügte jedoch hinzu: „Auch wenn Venture Capital heute mehr und mehr digitalisiert wird.“ Denn auch die Branche der Risikokapitalgeber werde disruptiert. Als ein Beispiel nannte er Crunchbase Pro, das Unternehmer dabei unterstützt, den passenden Investor zu finden.

Markus Fuhrmann betonte, dass es bei einem VC nicht nur um Geld geht. Cavalry gehöre zu den ersten Anlegern in einem Startup und unterstütze die Portfoliounternehmen eben nicht nur mit Kapital, sondern auch mit operativem Knowhow, Zugang zu einem internationalen Netzwerk sowie sehr intensiv beim Fundraising – alles Dinge, die das Cavalry-Team gut kennt, weil es selbst Gründer sind.

Swancap dagegen unterstützt keine Gründer, sondern investiert seinerseits in VCs. Dabei betrachte man nicht die Performance des VCs insgesamt. „Wir schauen uns an, welcher Teil des Teams für den Track-Record verantwortlich ist“, gestand Volker Wende.

Delivery Hero ist bereit für die Börse

Ein weiterer Gast an dem Abend der TechNightBerlin war Emmanuel Thomassin, CFO von Delivery Hero. Er erklärte, dass Berlin als Stadt junge High Potentials anziehe und damit auch ein attraktives Umfeld für Investoren schaffe. Ein Geständnis konnte ihm sein Gesprächspartner Sven Greulich von Orrick jedoch nicht entlocken: wann Delivery Hero an die Börse geht. Nur so viel verriet Emmanuel Thomassin: „Wir erfüllen seit drei Jahren die Kriterien für eine börsennotierte Gesellschaft. Ein Kriterium ist: Sprich nicht über den Börsengang.“

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