Andreas, bei Wooga arbeiten 42 Nationalitäten – wie zeigt sich das konkret im Alltag?

Andreas Bundi: In unserer Küche treffen sich alle Mitarbeiter und dort spürt man direkt wie international Wooga ist. Beispielsweise hört man dort immer mehrere Sprachen. Wenn unsere Mitarbeiter ihre Heimat besuchen oder Besuch bekommen, bringen sie oft etwas zu Essen mit, stellen es in die Küche und posten auf Slack, dass jeder probieren kann. Das ist ziemlich cool.

Welche Vorteile hat ein so diverses Team?

Andreas Bundi: Jeder schaut durch seine eigene Brille auf die Dinge und so führen die vielfältigen Hintergründe auch zu vielfältigen Meinungen und zu einer lebendigen Diskussion. Und damit auch zu guten Ergebnissen. Wir produzieren Spiele für die ganze Welt. Es wäre irgendwie seltsam, wenn wir versuchen wollten, das mit einer Gruppe ausschließlich deutscher Mitarbeiter erfolgreich zu tun.

War das von Beginn an so gedacht?

Andreas Bundi: Als Wooga sich vor sechs Jahren gegründet hat, war es noch nicht so leicht in Berlin an talentierte Entwickler zu kommen. Deswegen hat es sich ergeben, dass wir von Anfang an direkt aus dem Ausland rekrutiert haben.

Jetzt gibt es ja auch in Berlin sehr viele Tech-Talents aus der ganzen Welt. Rekrutiert Ihr mittlerweile hauptsächlich von hier?

Andreas Bundi: Nein, für viele ist der Job bei uns noch immer der erste in Deutschland.

Das heißt, Eure Mitarbeiter ziehen für den Job nach Deutschland. Wie helft Ihr ihnen, hier gut anzukommen?

Andreas Bundi: Die großen Herausforderungen sind zum Beispiel die Visa, eine Wohnung in Berlin zu finden und eine Schule für die Kinder. Wir sprechen sehr früh im Bewerbungsprozess über diese Dinge und versuchen, unsere zukünftigen Mitarbeiter gut vorzubereiten. Ich bin nebenbei zwangsweise zu einem Experten geworden, was Visa angeht und kann hier beraten. Außerdem stellen wir in den ersten sechs Wochen kostenlos eine Wohnung, damit jeder in Ruhe hier ankommen kann. Wir kümmern uns vorher um Termine bei den Behörden und kooperieren mit der Deutschen Bank, damit alle schnell ein deutsches Bankkonto bekommen. Es gibt ein kleines Team, das dafür zuständig ist, jedem den Einstieg in Berlin zu erleichtern.

Bei Wooga ist ein Team dafür zuständig, dass neue Mitarbeiter gut ankommen – Andreas BundiClick To Tweet

Diese Maßnahmen machen die erste Zeit hier sicher einfacher, aber versucht ihr auch langfristig bei der Integration zu helfen?

Andreas Bundi: Ja, wir bieten beispielsweise kostenlose Deutschkurse für alle unsere Mitarbeiter an und ermutigen sie auch, daran teilzunehmen. Früher hatten wir ab und zu das Problem, dass gute Leute unser Team verlassen haben, weil sie Heimweh hatten. Wer Deutsch spricht, kann sich auch mit seinen Nachbarn unterhalten und leichter außerhalb der Arbeit Freunde finden. Da fühlt man sich weniger fremd. Viele nehmen diese Kurse in Anspruch, auch wenn die Motivation oft nach einer Weile nachlässt, weil man in Berlin auch ganz gut mit Englisch zurechtkommt.

Aus einem anderen Land hierher zu ziehen ist ein großer Schritt. Wie stellt Ihr sicher, dass Mitarbeiter dann auch zu Euch passen?

Andreas Bundi: Wir haben einen sehr aufwändigen Recruiting-Prozess, in dem wir testen, ob jemand persönlich und fachlich zu uns passt. Das ist der Schlüssel dazu, dass unsere Teams funktionieren.

Wie funktioniert dieser Prozess?

Andreas Bundi: Die Leute sprechen zuerst mit mir. Das machen wir im Normalfall via Skype. Mein Job ist herauszufinden, ob die Einstellung und der Charakter eines Menschen zu Wooga und dem entsprechenden Team passen. Dann gibt es immer Aufgaben und Interviews mit den Fachleuten in unserer Firma, um die fachlichen Kompetenzen zu prüfen. Im nächsten Schritt des Bewerbungsprozesses müssen die Kandidaten hierher kommen und uns persönlich kennenlernen. Wenn jemand gut passt und seine Referenzen positiv sind, dann bekommt er ein Angebot von uns.

Wenn jemand aus dem Ausland kommt, braucht er dann ja erst mal eine Blue Card, bevor er hier arbeiten kann. Wie lange dauert das?

Andreas Bundi: Das hängt sehr vom Bewerber und von den äußeren Umständen ab. Bei hochqualifizierten Leuten geht es sehr schnell. Wenn wir jemanden aus politisch instabilen Ländern einstellen wollen, dauert es mitunter auch sehr lange. Die Ukraine ist zum Beispiel etwas schwierig und auch die Türkei wird zukünftig problematisch. Wenn es schnell geht, dauert es drei Wochen, bis jemand alle seine Papiere zusammen hat. Aber in einem extremen Fall mussten wir auch schon sechs Monate auf einen neuen Kollegen aus Russland warten.

Du hast vorhin gesagt, du testest, ob jemand charakterlich zu Wooga passt. Wie muss jemand denn sein, um hierher zu passen?

Andreas Bundi: Es gibt da keine Schablone, die ich auf jemanden lege, wir haben viele unterschiedliche Charaktere hier. Aber Wooga ist sehr speziell und nichts für jeden. Wir suchen nach anpassungsfähigen, offenen und selbstständigen Menschen.

Es ist unmöglich, Menschen ohne Vorurteile zu finden. Gibt es ab und zu Schwierigkeiten zwischen Mitarbeitern verschiedener Kulturen?

Andreas Bundi: Wir versuchen, Probleme hier bewusst auf persönlicher Ebene zu lösen und nicht auf der kulturellen. Natürlich hat jeder bestimmte Vorurteile, das geht mir auch so. Aber ich versuche mir diesen Bias immer wieder klar zu machen, das ist der beste Weg, um gegen Vorurteile anzugehen. Das ist ein weiterer Schlüssel dazu, dass dieses diverse Team funktioniert.

Hier findet Ihr unseren Bürobesuch bei Wooga

Das Gespräch führte Anna-Lena Kümpel.

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Andreas Bundi von Wooga

Andreas Bundi

begann 2012 als Talent Acquisition Manager beim Spieleentwickler Wooga. Nach einem kurzen Zwischenstop als Recruiter bei EyeEm, kehrte er 2016 zu Wooga zurück, um die Leitung des Recruitings zu übernehmen.
Wooga Logo

Quickfacts Wooga

Firmenname: Wooga GmbH (zur Website)
Gründung: 2009
Gründer: Jens Begemann, Philipp Moeser
Mitarbeiter: 301
Standort: Prenzlauer Berg
Service: Entwickler von Mobile und Social Games

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