Europa hat die Champions League, Deutschland die Bundesliga und Berlin die Urban-Sports-Liga. Einmal wöchentlich in zwei Spielklassen und in zwei Saisonhälften treffen sich männliche und weibliche Fußballer aus verschiedenen Unternehmen auf dem Kunstrasen des Bobo Fuego in Berlin-Weißensee und kämpfen um den Titel der Urban-Sports-Liga.

Als Liga-Manager organisiere ich zusammen mit meinem Kollegen Lukas den gesamten Spielbetrieb und das Drumherum der Liga: angefangen von der Spielplanung, dem Organisieren von Schiedsrichtern, der Hallenbuchung bis hin zur Begleitung durch verschiedene Marketingmaßnahmen. Denn obwohl es sich bei der Liga um Hobbysport handelt und es statt Preisgeldern lediglich Ruhm und Ehre zu gewinnen gibt, nehmen die Spielerinnen und Spieler die Sache ernst. Das sehen wir beispielsweise daran, dass die Tabellen und Torschützenlisten nach den Spieltagen immer sofort und oft geklickt werden, sobald wir sie per E-Mail und Facebook publiziert haben. Der Wettbewerbsgedanke zeigt sich bei Startups auch auf dem Platz, wenn beispielsweise Lieferando gegen Lieferheld spielt.

Flugkurve mit smarten Bällen messen

Für unseren Job muss man nicht ein professioneller Fußballer sein – wie in meinem Fall. In erster Linie braucht es ein hohes Maß an Organisationstalent. Oft gibt es kurzfristige An- oder Abmeldungen, sodass Spielpläne geändert und Teams benachrichtigt werden müssen. Auch Marketing-Skills sind gefragt, denn mit Fotos und Videos von Spielszenen begeistern wir nicht nur aktuelle, sondern auch potenzielle zukünftige Spieler. Die Liga ist ein Produkt, das auch finanziell auf eigenen Beinen steht. Wie bei jedem Sport hilft es, ein Teamplayer und Netzwerker zu sein. Die Liga eignet sich gut, den eigenen Team-Spirit zu stärken, aber auch Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmen – und dabei oft aus New und Old Economy – kennenzulernen. Nicht selten legen wir auch selbst Fuß an den Ball oder veranstalten kleine Marketing-Aktionen wie eine Shot Challenge mit smarten Bällen von Adidas, die beispielsweise die Schussgeschwindigkeit und Flugkurve messen.

Seit 2013 gibt es die Liga. 2012 fand ein erstes Turnier statt, das ursprünglich als einmalige Aktion geplant war. Die Liga finanziert sich über das Startgeld der Teilnehmer selbst und erhöht außerdem die Bekanntheit von Urban Sports, weil die Teams auf Social Media posten und Zuschauer mitbringen. Ich erfuhr damals über einen Kontakt in Israel davon und fand, dass die Position sehr gut zu mir passt. Dass ich einen guten Job mache, sehe ich unter anderem daran, dass die Teams über mehrere Saisons an der Liga teilnehmen. So sind etwa Soundcloud, Lieferheld, Hitfox oder Fyber seit Jahren dabei.

Zuerst erschienen in Berlin Valley Nr. 20/2017

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Dan Romann als Spieler von Maccabi Tel Aviv (Foto: Chen Stein/Wikipedia)

DAN ROMANN

Dan Romann leitet als Liga-Manager den Betrieb der (Fußball-) Liga von Urban Sports. Er stammt aus Israel und war bis vor Kurzem noch dort und in Europa als Profifußballer aktiv (Foto: als Spieler von Maccabi Tel Aviv). Zusätzlich zu dieser Tätigkeit absolviert der studierte Soziologe einen Executive Master for International Players in Limoges und London.
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URBAN SPORTS CLUB

GRÜNDUNG: Dezember 2012
GRÜNDER: Moritz Kreppel, Benjamin Roth
MITARBEITER: 25
STANDORT: Berlin
SERVICE: Monatlich kündbare Sport-Flatrate mit 40 Sportarten und 700 Standorten deutschlandweit
URL: urbansportsclub.com

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1 Kommentar auf "Dan Romann von Urban Sports: Was macht eigentlich ein Liga-Manager?"

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