Das Silicon Valley ist und bleibt die Nummer eins der Startup-Ökosysteme auf unserem Planeten. Im neuen Global Startup Ecosystem Report 2017 von Startup Genome landet der ewige Spitzenreiter beim Rankingfaktor Talent diesmal aber nur auf Platz zwei hinter Singapur. Für Berlin ist Talent stärkste Disziplin: Die „Capital of Cool“ schafft es als attraktivste Stadt Europas auf Rang fünf in diesem Bereich.

Berlin behauptet sich international

Startup Genome hat die Top-20 Startup-Ökosysteme der Welt anhand verschiedener Faktoren verglichen. Gemessen wurden beispielsweise die Anzahl der Startups und Unicorns, Höhe und Anzahl der Exits, der Zugang zu Ressourcen, Verfügbarkeit von Talenten und die Marktanteile im In- und Ausland. Leitfrage der Studie: In welchem Ökosystem haben Early-Stage-Startups die besten Chancen, global erfolgreich zu werden?

Im weltweiten Vergleich belegt Berlin den siebten Rang. Die Stadt rückt damit im Vergleich zum vergangenen Jahr um zwei Plätze nach oben. Mit einer geschätzten Zahl zwischen 1800 und 2400 Tech-Startups zählt das Ökosystem zu den größten Europas. Die größte Stärke der Stadt ist der verhältnismäßig einfache Zugang zu Tech-Talenten (Platz fünf). Auch die Kosten für das Personal halten sich in Grenzen (Rang acht). Das Silicon Valley bildet bei diesem Faktor übrigens das Schlusslicht der Top 20.

Im Bereich Funding liegt Berlin weltweit im Mittelfeld auf Rang neun. Die Zugang zu Kapital ist zwar vergleichsweise leicht (Platz vier), die Qualität lässt aber zu Wünschen übrig (Platz 20).

Die Studie spricht davon, dass immer mehr Unternehmen von den „gesunden, wenn auch noch oberflächlichen unternehmerischen Wurzeln“ Berlins profitierten. Und sie hebt wichtige Ereignisse mit Signalwirkung hervor, wie die  88 Millionen Dollar, die Hellofresh in der Series G eingesammelt hat und den Billpay-Exit für 70 Millionen Euro. Delivery Hero gehöre mit seiner Bewertung von drei Milliarden Dollar ebenso zu den Treibern des Ökosystems. Auch zehre  Berlin immer noch von den Börsengängen von Zalando und Rocket Internet.

Das Berliner Startup-Ökosystem im Überblick. Grafik: Global Startup Ecosystem Report 2017 by Startup Genome
Das Berliner Startup-Ökosystem im Überblick. Grafik: Global Startup Ecosystem Report 2017 by Startup Genome

Ewige Nummer Zwei in Europa

Im Europäischen Vergleich landet Berlin in fast allen Rankingfaktoren hinter London. Der Brexit scheint dem Ökosystem deutlich weniger auszumachen als vorhergesagt. London liegt international auf Platz drei. Startup Genome schätzt, dass hier zwischen 4300 und 5900 Tech-Startups ihren Sitz haben. Beim Faktor Funding belegt London Platz vier, beim Marketreach sogar Rang zwei. Nur im Bereich Talent liegt London weit hinter Berlin an zehnter Stelle.

Frankfurt wächst

Als „Emerging Ecosystem“ hat es Frankfurt als zweite deutsche Stadt in den Report von Startup Genome geschafft. Die Studie geht von  200 bis300 Startups in der Finanzmetropole aus. Mehr als 80 davon sind Fintechs. Das Ökosystem ist zwar noch jung, zieht aber schon Kapital an. Das Versicherungs-Startup Clark sammelte 2016 in seiner Series A 13,8 Millionen Dollar ein, der Robo Advisor Ginmon erhielt eine siebenstellige Finanzierung und das Smart-Bike Startup Cobi bekam 11,6 Millionen Dollar. Das Fazit: Frankfurt sei ein wachsendes Ökosystem mit vielen guten Ansätzen.

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2 Kommentare auf "Talente bringen Berlin nach vorn"

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[…] daher ist das für uns definitiv ein Problem. Es ist eine große Errungenschaft der EU, dass sich talentierte Arbeitskräfte frei bewegen können. Mit der Zeit ist das zur Selbstverständlichkeit geworden – und das ist […]

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