Die wichtigsten Startup-Investoren in Deutschland

Der Markt der Startup-Investoren ist nicht gerade leicht zu verstehen. Von wem bekommen Startups Kapital? Welche Investoren bedienen welche Segmente und Investment-Phasen? An welchen Startup-Investor soll sich ein Gründer wenden? In einer Reihe an Kurzportraits stellt Berlin Valley die wichtigsten Startup-Fonds und die relevantesten Investoren in Deutschland vor. Diese Reihe wird in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt.

Investiert in Startups: Florian Heinemann, Partner von Project A Ventures (Foto: Saskia Uppenkamp)

Project A Ventures

Der Frühphasen-Fonds Project A Ventures investiert in Startups in der Seed-, Early- Stage- und Series-A-Phase und konzentriert sich primär auf europäische Startups mit Sitz in Deutschland, den Niederlanden, UK und Skandinavien. Das Initialinvestment liegt in der Regel zwischen 500.000 und vier Millionen Euro.

Daniel Höpfner, Building10, B10. Foto: Max Threlfall

Building 10

Der Startup-Investor Building10 ist ein Early-Stage-Fonds aus Berlin Kreuzberg mit Fokus auf B2B-Firmen, die das Potenzial zum Category Killer haben. Diese haben das Potenzial, ihre Marktnische zu dominieren und aus dieser heraus weiter erfolgreich zu wachsen. Daher ist unser Ziel vier Investments pro Jahr.

Luis Hanemann Eventures

Eventures

Der europäische Fonds von Eventures richtet sich an europäische Startups/Gründer. Der Fonds unterhält lokale Teams in USA, Brasilien, China und Japan. Schwerpunkt sind Unternehmen in der Series-A-Phase. Vereinzelt jedoch auch Seed-Investments.

Die zwei von Blueyard: Jason Whitmire und Ciarán O’Leary

Blueyard Capital

Blueyard Capital will Gründer unterstützen, die Märkte, Fähigkeiten und Daten demokratisieren – keine Weiterentwicklungen, sondern fundamental neue Ansätze und Technologien, die globalen Netzwerk- oder Plattform-Charakter haben. Der Schwerpunkt des Fonds liegt auf Europa. Investiert werden zwischen 500.000 und fünf Millionen Dollar.

Cavalry Ventures: Das Team auf dem Dach (Bild: Cavalry Ventures)

Cavalry Ventures

Cavalry Ventures ist ein unternehmerischer Fonds, der in Unternehmen investiert, bei denen Cavalry Mehrwerte liefern kann. Neben Kapital und aktiver Unterstützung im Fundraising gibt es beim Startup-Investor Cavalry aufgrund der Erfahrung und Expertise der Partner operative Mehrwerte in verschiedensten Bereichen.

Investiert in Startups: Daniel P. Glasner, Partner von Cherry Foto: Cherry Ventures

Cherry Ventures

Cherry Ventures ist ein Early-Stage-Investor, der typischerweise das erste institutionelle Geld in ein Unternehmen investiert. In der Seed-Runde werden in der Regel zwischen 500.000 und einer Million Euro investiert. Cherry Ventures investiert europaweit, mit einem Schwerpunkt in Berlin, und ausschließlich in Geschäftsmodelle, die sich an Konsumenten richten, sowie Marktplätze und SaaS-Unternehmen, die Leben und Arbeit von Konsumenten und kleinen/mittelständischen Unternehmen drastisch verbessern.

Investiert in Startups: Jan Borgstädt, Partner von Join Capital. Foto: Join Capital

Join Capital

Der Investor Join Capital investiert in B2B-Startups, die neue Enterprise-Technologien selbst entwickeln. Gesucht werden stark differenzierte Produkte auf Basis proprietärer Technologien, die digital distribuiert werden können. Join Capital investiert europaweit in Firmen, die ein marktreifes Produkt entwickelt haben, das bei ersten Kunden im Einsatz ist.

Christian Nagel - Earlybird Venture Capital

Earlybird Venture Capital

Earlybird versteht Venture Capital als ein Produkt für Unternehmer. Anders als die meisten Startup-Investoren vereint Earlybird im Team lt. eigener Aussage langjährige unternehmerische Erfahrung, operatives Knowhow und über Jahrzehnte lang gewachsene Angel- und VC-Expertise mit dem entsprechend großen Netzwerk. Inhaltlich fokussiert sich Earlybird auf europäische, innovative Geschäftsmodelle, die sehr stark technologiegetrieben sind und ein großes Problem lösen.

Das Hanse Ventures Management Team: Jochen Maaß (Gründer & CEO), Alexander Eulenburg, Tobias Seikel (Foto: Hanse Ventures)

Hanse Ventures

Das Unternehmen sieht sich eher als Company Builder und nicht als reiner Fonds beziehungsweise Investor. Hanse Ventures investiert möglichst früh als partnerschaftlicher Gründer in Konzepte im Bereich Online und Mobile. Thematische Schwerpunkte gibt es laut eigener Aussage nicht, die Investoren mögen aber „verschlafene, unübersichtliche Nischen, die im besten Falle noch nicht von der Effizienz des Internets berührt wurden“. Von anderen Playern grenzt sich Hanse Ventures mit seinem breiten Angebotsspektrum ab.

Friedrich A. Neuman Co-Founder Makers

Makers

Der operative Investor investiert in Startups im Seed-Bereich. Makers sieht sich aber nicht nur als Geldgeber, sondern auch als operativer Unterstützer. Die Experten aus den Bereichen Technologie & Produkt, Design, HR, PR & Kommunikation sowie Online-Marketing helfen ihren Investments – insbesondere in der Anfangsphase – beim Aufbau und der Skalierung. Da die Portfolio-Unternehmen im gleichen Haus angesiedelt sind, profitieren diese vom gegenseitigen Wissensaustausch mit anderen Gründern und Teams.

Leidenschaft für innovative Märkte: Markus Grundmann von Senovo

Senovo

Senovo investiert vor allem in Startups mit B2B-Geschäftsmodellen und SaaS-Produkten, vorwiegend in den Pre-Series-A oder Series-A-Runden, wenn erste zahlende Kunden gewonnen worden sind. Der Fokus liegt auf dem deutschsprachigen Raum, Investments aus anderen Geografien werden aber nicht ausgeschlossen. Wichtigere Faktoren sind das Team und ein begeisterndes Produkt. Die Investitionshöhe liegt zwischen 300.000 und einer Million Euro, zusammen mit anderen Fonds werden meist zwischen einer und fünf Millionen Euro investiert.

Asgard Gründer Fabian Westerheide. (Foto: Kopf & Kragen)

Asgard Capital

Der Fonds investiert hauptsächlich in junge Firmen die künstliche Intelligenzen für B2B entwickeln, darunter Industrie, Defense, E-Commerce, Logistik oder Services. Dazu investiert Asgard bei Schnittmengen auch in Robotik, Drohnen, IoT und Virtual Reality in Kombination mit KI. Der regionale Schwerpunkt liegt auf Europa, Berlin und London bevorzugt. Opportunistisch investiert das Unternehmen auch in Asien und den USA. Sweet Spot sind Pre-Seed- und Seed-Runden ab 300.000 bis 1,5 Millionen Euro Gesamtrundengröße.

Capnamic Ventures

Capnamic richtet sich mit seinem Fonds an Märkte und Industrien, die von technologischen Innovationen und großem Wachstum gekennzeichnet sind. Kurz gesagt, Disrupter mit Fokus auf digitale Transformation. Investiert wird ab der A-Phase, aber auch teilweise in der Seed- und B-Phase. Die Investitionen betragen zwischen 0,5 bis drei Millionen Euro. Hinzukommen Reserven für Finanzierungen in Folgerunden.

German Startups Group: Chief Investment Officer Nikolas Samios und CEO Christoph Gerlinger Foto: German Startups Group)

German Startups Group

Als börsennotierter Venture-Capital-Investor möchte die German Startups Group eine Brücke zwischen der deutschen Startup-Szene und dem Kapitalmarkt schaffen, um einerseits dem Startup-Ökosystem Kapital aus einer neuen Quelle zur Verfügung zu stellen und andererseits Kapitalmarktinvestoren einen effizienten Zugang zur Assetklasse „Deutsche Startups“ zu bieten. Das Unternehmen sucht nach (Serial-)Entrepreneurs mit großen unternehmerischen Fähigkeiten, die ein hochskalierbares, innovatives Geschäftsmodell vorweisen können.

Das Team von Speedinvest: „Die Vielfältigkeit unserer Backgrounds - von Literatur bis Informatik - rundet unser Profil ab.“ (Foto: Speedinvest)

Speedinvest

Der Seedinvestor hat rund 100 Millionen Euro Assets unter Management und Büros in Wien, München und im Silicon Valley. Speedinvest agiert laut eigener Aussage auf Augenhöhe mit seinen Gründern und sieht sich als Teil einer neuen Generation von VCs wie etwa Felix Cap, Cherry Ventures oder Lakestar.

Ringier Digital Ventures

Ringier Digital Ventures will die Welt des Venture Capitals mit den Vorteilen und Möglichkeiten eines gut diversifizierten, internationalen Medienunternehmens verknüpfen. Das Unternehmen sieht sich nicht als strategischen Investor, sondern als reinen Venture Investor ohne Sonderrechte für das Mutterhaus Ringier.

Investoren: Rheingau Founders Founding Partners: Tobias Johann, Philipp Hartmann und Kai Hansen. (Foto: Max Threlfall)

Rheingau Founders

Rheingau Founders beschreibt sich als einen professionellen Co-Founder: Operativ erfahren, auf Augenhöhe mit dem Gründerteam und finanziell so ausgestattet, dass man über mehrere Runden hinweg nachfinanzieren kann. Im Gegensatz zu klassischen VCs ist der Investor sehr selektiv und startet nur zwei bis drei neue Firmen pro Jahr. Diese werden zunächst mit 250.000 Euro Startkapital ausgestattet, wobei pro Venture 2,5 Millionen Euro für zukünftige Finanzierungsrunden zur Seite gelegt werden.

Seit dem Börsengang im Jahr 2000 Teil des Führungsteams: Matthias Hornberger, CFO von Kizoo. (Foto: Kizoo)

Kizoo

Kizoo hilft jungen Startup-Teams zu wachsen. Der Schwerpunkt liegt auf Seed- und Frühphasen-Finanzierungen von SaaS, Internet & Mobile Services und Rejuvenation Biotech in DACH-Raum. Die erste Finanzierung liegt üblicherweise bei plus/minus 500.000 Euro. Das Unternehmen hat keine Zielwerte, da es sich nicht als klassischen Fonds sieht. Aus der Erfahrung heraus fokussiert sich Kizoo stark auf das Produkt, die Positionierung und die Equity Story.

Das Team von Commerz Ventures (Foto: Commerz Ventures)

Commerz Ventures

Commerz Ventures investiert in Early- und Growth-Stage-Unternehmen in den Bereichen Financial Services und Versicherungen (A- bis C-Runden). Das Unternehmen investiert in Europa, Israel und den USA. Anfänglich investiert Commerz Ventures zwischen zwei und sechs Millionen Euro, typischerweise in Consortia mit anderen VCs. Pro Jahr geht der VC drei bis fünf neue Beteiligungen ein.

Das Team von Seven Ventures (Foto: Seven Ventures)

Seven Ventures

Als Investmentarm der ProSiebenSat.1-Gruppe ist Seven Ventures ein Balance-Sheet-Investor und kein Fonds. Ein flexibles Investmentmodell aus Minderheitsbeteiligungen und Mediakooperationen soll Unternehmen die nötige Unterstützung bieten. Im Gegenzug für individuelles Kapital (Media for Equity) oder Umsatzbeteiligungen (Media for Revenue) erhalten Unternehmen ein Paket aus finanziellen Mitteln, Werbezeiten und zahlreichen anderen Leistungen. Dabei investiert Seven Ventures in Wachstumsunternehmen und Mittelstand, die entweder bereits fünf Millionen Euro Umsatz erwirtschaften oder eine klare Monetarisierungsstrategie sowie Skalierbarkeit ihres Geschäftsmodells vorweisen können.